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Dienstag, 15.06.2021

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Piratenpartei warnt vor der Luca-App

Gunzenhäuser Stadtrat Peter Raitmeier hält Datenschutz und Sicherheit für ungenügend. - 17.05.2021 16:23 Uhr

Ein Schlüsselanhänger mit QR-Code und der Aufschrift luca liegt auf einem Tisch. In einigen Regionen gibt es die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung auch als Schlüsselanhänger. Damit können auch Menschen, die kein Smartphone haben, in Geschäften, Theatern oder anderen Orten ihre Kontaktdaten hinterlegen.

17.05.2021 © Foto: Marcus Brandt/dpa


Luca soll helfen, Kontakte nachzuverfolgen und so die Öffnungen von Geschäften, Gastronomie und Kultureinrichtungen zu ermöglichen (wir berichteten). Laut Reitmaier wurde zuletzt bekannt, dass es auch bei den "analogen" Schlüsselanhängern für Personen ohne Smartphone gravierende Sicherheitsmängel gebe. Die Kritik an der Luca-App werde daher immer lauter: Die App sei gefährlich, unwirksam und kontraproduktiv. Experten kritisierten Datenschutz und Sicherheit als unzureichend.

Beschaffung wirft Fragen auf

Zudem werfe die Beschaffung durch die Bundesländer an einigen Stellen große Fragen auf, heißt es in einer Mitteilung des "Piraten" aus Laubenzedel. Obwohl sich Wissenschaftler bei ihren Warnungen einig seien und Studien die Schwächen und Gefahren belegten, seien Millionenbeträge zum Kauf der nötigen Lizenzen ausgegeben worden. So habe auch der Freistaat Bayern, per Vorauszahlung, eine Jahreslizenz erworben zum Preis von fünf Millionen Euro. Das sei mehr als für das seit Jahren entwickelte SORMAS-System, das die Gesundheitsämter in ganz Deutschland verwenden.

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Gefahren für die Bürger sieht Reitmaier auch, weil deren Daten nur unzureichend geschützt seien und so beispielsweise umfangreiche Bewegungsprofile erhoben werden könnten. Es sei nicht sichergestellt, dass Adress- und Teilnehmerdaten von Veranstaltungen frei im Internet zugänglich werden. Zudem seien Haftungsrisiken beim Datenschutz für die Geschäfte und Gastronomen "nicht auszuschließen". Auch das Geschäftsmodell der Luca-Entwickler erscheine nicht eindeutig, es sei unklar, ob die Nutzung der App für die Firmen kostenlos bleiben wird.


Nürnberg hält trotz Kritik an der Luca-App fest


Die Gesundheitsämter würden von der Luca-App mit großen Mengen irrelevanter Daten überhäuft. Dagegen habe die datenschutzkonforme Corona-Warn-App des Bundes seit einigen Wochen fast identische Funktionen, ohne die Gesundheitsämter zu belasten. Sie arbeite dabei deutlich effizienter, sicherer und schneller, so Reitmaiers Kenntnisstand.

Keine Beanstandungen bei Corona-Warn-App

Bei der vorbildlich programmierten Corona-Warn-App seien bis heute beim Thema Datensicherheit und Datenschutz keinerlei Beanstandungen erkennbar. Mit über 27 Millionen Downloads habe sie eine hohe Akzeptanz erreicht. Die App sei zudem für die Firmen kostenlos und ohne Risiken, werde stetig transparent weiterentwickelt und verbessert.


Lockerungen in Altmühfranken nicht in Sicht


"Die Landräte dürfen es daher nicht zulassen, dass Bürger, Veranstalter und Firmen unnötigen Risiken ausgesetzt werden. Keinesfalls darf es passieren, dass ein indirekter Zwang zur Luca-App etabliert wird", gibt der Vertreter der Piratenpartei zu bedenken. Es gebe mit der Corona-Warn-App des Bundes eine funktionierende, technisch überlegene, sichere und unbedenkliche Alternative, "für die es sich lohnt, zu kämpfen".


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