Nach den Weihnachtsferien

Präsenzunterricht ab Montag: Schulleiter sind erleichtert

8.1.2022, 16:39 Uhr
Für die Schülerinnen und Schüler in Bayern gehen an diesem Wochenende die Weihnachtsferien zu Ende. Ab Montag steht dann wieder Untericht in Präsenz auf dem Stundenplan.

Für die Schülerinnen und Schüler in Bayern gehen an diesem Wochenende die Weihnachtsferien zu Ende. Ab Montag steht dann wieder Untericht in Präsenz auf dem Stundenplan. © Julian Stratenschulte, NN

Dafür sei das bereits schon „engmaschige Sicherheitsnetz“ noch nochmals erweitert worden, erläutert Kultusminister Michael Piazolo in einer gemeinsamen Pressmitteilung seines sowie des Gesundheitsministeriums. Als Reaktion auf die Ausbreitung der Omikron-Variante des Corona-Virus ist für Schülerinnen und Schüler ab Montag, 10. Januar, „grundsätzlich ein negativer Testnachweis die Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht“, heißt es in dem Schreiben, und zwar unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

Oberste Priorität

Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler habe „oberste Prioriät“, betont auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Allerdings sei der Kontakt mit Freunden und das schulische Umfeld eben auch für die seelische Gesundheit sehr wichtig. Für Eltern, ihr Nachwuchs, und auch die Schulen können nun also verbindlich planen, denn mit Blick auf die Omikron-Variante geisterte bereits schon wieder das Gespenst der Schulschließungen durch die Öffentlichkeit.

Entsprechend erleichtert ist denn auch Kerstin Seitz-Knechtlein. Allerdings war die Leiterin der Grund- und Mittelschule Absberg-Haundorf bereits nach entsprechenden Äußerungen von Piazolo zum Wochenanfang „sehr erleichtert“. Der Kultusminister hatte bereits Tage vor dem Treffen der Kultusminister der Länder in einem BR-Interview deutlich gemacht, dass Bayern nach den Weihnachtsferien in Präsenzform starten werde. Diese ganzen Diskussionen um mögliche Schulschließungen hätten Eltern, Kollegium und auch sie selbst „verunsichert“, erläutert Seitz-Knechtlein auf Anfrage des Altmühl-Boten. Die Rektorin sieht für Schulschließungen derzeit keine Veranlassung, schließlich „haben wir die hohe Welle Mitte November“ im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen – damals lagen die Inzidenzzahlen bei über 800 – „auch gestemmt“. Die Kinder und Jugendlichen seien durch die regelmäßigen Testungen in der Schule „mit eine der am besten überwachten Personengruppen“. Jeder Tag in Präsenzform „ist ein Geschenk“, ist die Erfahrung von Seitz-Knechtlein aus den letzten Lockdowns. Die psychosozialen Folgen, die viele Kinder und Jugendlichen davongetragen hätten, seien hinreichend bekannt, auch an ihrer Schule seien sie „massiv zu spüren“.

Nicht mehr so kurzfristig

Dass das entscheidende kultusmininsterielles Schreiben aus München nun bereits seit Mittwochabend vorliegt, freut Seitz-Knechtlein. In der Vergangenheit seien solche Nachrichten oft viel kurzfristiger bei den Schulen angekommen. So konnte die Rektorin die entscheidenen Inhalte, die ja nur kleine Details seien, schon an das Kollegium weitergeben. Das Kultusministerium hat auch ein kurzes Schreiben an die Eltern mitgeschickt. Es endet mit einer dringenden Bitte, die Kinder bereits vor Schulstart testen zu lassen, gerne auch im Selbststest daheim. Denn wegen Omikron sei es noch wichtiger, dass infizierte Schülerinnen und Schüler nach den Ferien gar nicht erst in die Schule kommen.

Vorerst durchatmen kann damit auch Eberhard Mathes von der Grund- und Mittelschule Markt Berolzheim-Dittenheim. Das Ziel der Regierung, den Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, ist für den Schulleiter klar erkennbar. Ausgeweitet werde allerdings das Test-Verfahren. Mussten „Pool-Test“ (Wattestäbchen im Mund) und PCR-Test bisher nur zwei Mal pro Woche durchgeführt werden, müssen künftig auch bei Geimpften und Genesenen an drei Tagen (Montag, Dienstag und Donnerstag) pro Woche das Prozedere durchlaufen. Für den Schulleiter sind die Maßnahmen akzeptabel, die Sicherheit für Kinder und Lehrkräfte genieße oberste Priorität. „Konsequent testen“, lautet die Vorgabe.

Keine Alternative zur Maskenpflicht

Keine Alternative gebe es momentan wohl auch zur Maskenpflicht im Unterricht. Problematisch gestalte sich jedoch die Umsetzung beim Sport in der Halle. Sich verausgaben, rennen und schnaufen mit Klappe vor Mund und Nase funktioniere nicht wirklich. „Wir betreiben Sport auf Sparflamme“, bedauert Mathes, denn Sportstunden im Freien könnten in den Wintermonaten nur bedingt angeboten werden. Allerdings befinde sich die Schule dank der neuen Freilufthalle in Dittenheim in einer vergleichsweise privilegierten Situation. „Hier zieht es kräftig durch und es besteht vermutlich keine Ansteckungsgefahr“, so der Pädagoge. Die „Dittnarena“ soll deshalb möglichst oft in Anspruch genommen werden.

Gedanken macht sich Mathes auch hinsichtlich möglicher Zukunftsszenarien: „Spannend wird es, wenn zum ersten Mal Omikron an der Schule auftauchen wird.“ Müssen dann gesamte Klassen daheim bleiben, oder nur die betroffenen Kinder und ihre Banknachbarn? „In dieser Frage stehen wir noch auf dem Schlauch“, bekennt der Schulleiter. Vorbereitungen für einen erneuten Distanzunterricht hat er an seiner Schule deshalb bereits in die Wege geleitet.