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Pro Center Parcs: Für einen demokratischen Prozess brauche es ein Ja

20.5.2021, 17:10 Uhr
Nicole Maaß aus Thannhausen von

Nicole Maaß aus Thannhausen von "Bürger pro Center Parcs" und Dieter Popp aus Haundorf von der "Initiative Brombachsee" hoffen, dass die Argumente ihrer Gruppierungen am 30. Mai bei der Mehrheit Gehör finden. © Foto: Wolfgang Dressler

"Wir wollen mit Argumenten und mit Sachlichkeit überzeugen. Und wir üben keinen Druck auf andere aus", betont die Thannhäuserin. Zuletzt ließ die IG allen Haushalten eine Broschüre zukommen – eine gemeinsame Aktion mit der "Initiative Brombachsee", einem Zusammenschluss von Anbietern rund um den See.

Wie Maaß darlegt – und das hält sie für den entscheidenden Punkt –, heißt ein Ja der Bevölkerung am 30. Mai eben nicht automatisch, dass der Park gebaut wird. Es gehe um die Frage, ob wegen Center Parcs ein Informations- und Beteiligungsprozess in Gang kommt. Gerade auf diese Möglichkeit der Beteiligung im weiteren Verlauf, wie es das Gesetz vorsehe, komme es doch an. Und diese Beteiligung praktiziere etwa der Bund Naturschutz in vielen anderen Fällen sehr gern und intensiv, hier jedoch wolle er alles blockieren und frühzeitig stoppen.


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Maaß findet dieses absolute Nein zum jetzigen Zeitpunkt "demokratisch nicht legitim". Auf den weiteren Verlauf, unter anderem mit einem aufwendigen Raumordnungsverfahren, habe der Bürgermeister als Ziel hingewiesen. Wer ihm das vorwerfe, der zeige mangelndes Demokratieverständnis.

"Alle Chancen" bei der Mitgestaltung des Parks

Es solle auch nochmals klar gesagt werden, dass die Gemeinde Pfofeld mit einem Ja beim Ratsbegehren künftig eben nicht außen vor sei. Sie habe "alle Chancen" und könne sich wie andere Kommunen, wie Verbände, wie einfache Bürger am weiteren Verfahren aktiv beteiligen. Ganz am Ende stehe die entscheidende Abstimmung im Gemeinderat über einen Bebauungsplan. Und die Gemeinderäte seien souverän genug, das endgültige Votum abzugeben.


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Maaß sieht sich einer Meinung mit dem Tourismusexperten Dieter Popp aus Haundorf. Dieser ist ein Vertreter der erwähnten "Initiative Brombachsee" (und war auch als Gutachter für Center Parcs tätig). Popp verweist auf das Vorbild Leutkirch, wo Center Parcs viele Bürgervorschläge konkret aufgenommen habe. Er glaubt, dass sich das auch im Fall der Muna so entwickeln werde, und das eben nicht zum Nachteil der Bevölkerung. So kann er sich unter anderem vorstellen, dass durch einen großen Freizeitpark die Abwassergebühren – minimal – sinken.

Und Nicole Maaß ergänzt, dass gerade bei der Frage des Verkehrs und der Straßenführung allgemein wie im Fall von Thannhausen viel Positives möglich sei. Die Investitionsabsicht von CP lasse interessante Perspektiven zu. Eine Umgehung von Thannhausen sei im Rahmen der Dorferneuerung nicht durchsetzbar, so die bisherigen Signale. "Mit dem Konzern ließe sich einiges durchsetzen, auch auf der Ebene der Landespolitik." Was bei diesem Thema im Fall des Center Parcs Bispinger Heide (Niedersachsen) erreicht wurde, könnte auch für den Standort Langlau und die Staatsstraße 2222 gelten.

Masterplan noch nicht vollständig

Ein weiteres Argument, "Center Parcs jetzt nicht in die Wüste zu schicken", so die Vertreterin von "Bürger pro Center Parcs". Überhaupt hätten die Kommunen rund um den Freizeitpark in vielerlei Hinsicht mehr Gewicht und fänden in Sachen Tourismuspolitik mehr Gehör in München, erwartet auch Dieter Popp.

Bisher liege von CP ein längst noch nicht vollständiger Masterplan vor. Dieser würde gerade in Sache Ökologie noch wesentlich ergänzt und aktualisiert werden bis zur Eröffnung des Raumordnungsverfahrens. Und alle Beteiligten können danach noch zusätzliche Gutachten beantragen, blickt der Sprecher der "Initiative Brombachsee" voraus.

Letztlich plädieren Maaß wie Popp dafür, sich mit den CP-Plänen auseinanderzusetzen, das Unternehmen beim Wort zu nehmen, es nicht als "Lügner" und "Heuschrecke" zu diffamieren. An allen Standorten in Deutschland, auch schon lange vor Leutkirch, habe CP gehalten, was es versprochen habe. Das Unternehmen sei ein anerkannter und verlässlicher Partner der Gemeinden geworden. Es könnte sich überhaupt nicht leisten, Erwartungen zu wecken und diese später zu enttäuschen.

Center Parcs genau auf die Finger schauen

Nicole Maaß geht etwa fest davon aus, dass der Freizeitpark ein Musterbeispiel an Barrierefreiheit sein wird. Und auch beim CO2-freien Betrieb der Anlage (4200 Betten) komme CP auf keinem Fall an dem vorbei, was im Masterplan steht: "Das müssen sie so machen. Auch deshalb, weil diese CO2-Neutralität ein riesiger Werbefaktor sein wird." Alle Bürger und Vereinigungen seien aufgefordert, Center Parcs im weiteren Verlauf des Genehmigungsverfahrens genau auf die Finger zu schauen und die Pläne kritisch zu begleiten.

"Bürger pro Center Parcs" und "Initiative Brombachsee" erhoffen sich am 30. Mai eine deutliche, jedenfalls nicht zu knappe Mehrheit pro Freizeitpark. Und ein solch "klares Signal" wolle und brauche auch Center Parcs selbst.

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