Sonntag, 15.12.2019

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Rennen in einem Meer aus weißen T-Shirts

Am Freitagvormittag starteten knapp 1000 Schüler beim Gunzenhäuser Charity-Run für den guten Zweck - 28.09.2018 18:23 Uhr

Wer kann am lautesten schreien? Fast hatte man das Gefühl, dies sei das Ziel des Wettbewerbs. Beim Charity-Run 2018 ging es aber vielmehr darum, möglichst viele Runden zu laufen. Das Geld geht an das Projekt „Hand in Hand gegen Altersarmut“ und die „Kinderschicksale Mittelfranken“ © Foto: Micha Schneider


Der Moderator am Mikrofon am Marktplatz gab am Ende des Charity-Runs nochmal ziemlich Vollgas. "Wollt ihr diesen Lauf nächstes Jahr nochmal machen?", fragte er. Die vereinzelten "Puh, Nein"-Rufe, die man aus der Schülermenge heraushören konnte, waren aber wohl eher der Tatsache geschuldet, dass alle Beteiligten noch ziemlich außer Atem waren. Diejenigen, die noch genug Puste hatten, antworteten jedenfalls mit einem krachenden "Ja" auf die Frage des Moderators.

Der Gunzenhäuser Charity-Run 2018 war also wieder ein voller Erfolg. "Es ist schon toll zu sehen, wenn man die ganzen Schüler in ihren T-Shirts sieht", sagt Tim Steck, Lehrer des Simon-Marius-Gymnasiums und Mitorganisator des Laufs.

"Ein richtiges Erlebnis"

Auch der Bürgermeister Karl-Heinz Fitz mischte sich unter das Meer von Schülern mit weißen T-Shirts, lief den kompletten Lauf mit und war am Ende zwar erschöpft, aber glücklich.

Bilderstrecke zum Thema

Charity-Run 2018: Ein Meer aus weißen T-Shirts

Weiße T-Shirts, Lärm und ganz viel Spaß. Beim Gunzenhäuser Charity-Rund wurde auch in diesem Jahr wieder um die Wette gerannt - für einen guten Zweck.


"Es war wunderbar. Das Wetter war traumhaft. Eine schöne Strecke und viele Zuschauer, die fleißig angefeuert haben", sagt Fitz und ergänzt: "Man musste schon schauen, dass man nicht auf die Kinder aufläuft, aber gerade für die ist so ein Lauf ja ein richtiges Erlebnis." Vor zwei Jahren war einst aus einem Spendenlauf im Rahmen eines P-Seminars des Simon-Marius-Gymnasiums die Idee für einen größeren und regelmäßigen Benefizlauf geboren worden.

Noch vor dem ersten Schritt am gestrigen Freitag konnten die Organisatoren bereits über 17 000 Euro Spenden für die Kinderschicksale Mittelfranken und das Projekt der Caritas Weißenburg-Gunzenhausen "Hand in Hand gegen Altersarmut" sammeln.

Starke finanzielle Unterstützung und tatkräftiges Engagement kommt auch von zahlreichen Firmen, Dienstleistern und Selbstständigen aus Stadt und Umland. Auch die schnellen Zusagen der Schulleitungen aus der Region zeigen ein großes Engagement für Menschen in Not. Die Gunzenhäuser Schulen, das Simon-Marius-Gymnasium, die Stephanischule und die Mädchenrealschule Hensoltshöhe waren unter anderem mit dabei.

"Kommt etwas Großes raus"

Und auch die Außenorte, wie zum Beispiel die Grundschule Muhr am See, haben an dem Lauf teilgenommen. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen drei bis zehn. "Wir sind sehr zufrieden mit der Teilnehmerzahl", sagt Steck. Vor zwei Jahren sei man noch in Abschnitten gelaufen, Jeweils eine dreiviertel Stunde lang mit immer 200 bis 300 Schülern. Dieses Jahr gingen alle 1000 Schüler gleichzeitig auf die Strecke.

Wolfgang Staudinger von „Meyerhuber Rechtsanwälte“ und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (Mitte) liefen mit. Tim Steck (l.) und Susanne Weigel (SMG) feuerten an.


"Es war vielleicht ein bisschen viel, aber sonst hat der Lauf echt gepasst", sagt Johannes Egerer, der in die 8. Klasse des Simon-Marius-Gymnasiums geht und auch schon beim Lauf vor zwei Jahren mit am Start war. Zehn Runden hat der Schüler geschafft. Er hatte sich vorab aber auf einen Festbetrag von 15 Euro festgelegt. "Andere haben pro Runde einen Betrag festgelegt", sagt Egerer. Laufen für den guten Zweck – dafür steht der Gunzenhäuser Charity-Run.

"Das Besondere an diesem Lauf ist, dass man sehen kann, wenn jeder ein bisschen etwas leistet, dass dann auch etwas ganz Großes herauskommen kann", sagt der Mitorganisator Tim Steck und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ergänzt: "Wir sind für eine sportliche Ausrichtung in unserer Stadt. Für viel Freizeit und Kultur. Und wir wollen die Schüler dabei miteinbeziehen. Ich denke, bei diesem Lauf kommt ganz Vieles zusammen."

Eine Sache hat der Bürgermeister dabei aber unterschlagen. Johannes Egerer, der Achtklässler des Simon-Marius-Gymnasiums, nennt zum Schluss noch einen weiteren Vorteil der Veranstaltung: "Das ist eigentlich ganz praktisch", sagt er, "es fallen dann immer auch ein paar Stunden aus."

MICHA SCHNEIDER

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