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Dienstag, 04.08.2020

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Sabotage oder Dummejungenstreich?

An verschiedenen Orten wurden von bisher Unbekannten Planen von Biogasanlagen beschädigt - 10.07.2020 06:36 Uhr

An dieser Biogasanlage in Geiselsberg wurde an mehreren Gebäuden die sogenannte „Bioline“, die Plane der Biogasanlage, aufgeschlitzt. © Foto: Ralph Goppelt/vifogra


Was in den Köpfen mancher Leute vor sich geht, das kann sich Biogasanlagenbetreiber Werner Nehmaier, Miteigentümer der Bioenergie Geiselsberg, nicht erklären. An mehreren Gebäuden seiner Biogasanlage wurde die sogenannte "Bioline", die Plane der Biogasanlage, beschädigt. Nehmaier kann nur mutmaßen, "dass die einfach nicht gewusst haben, was sie tun".

Ein Fußabdruck auf einem Außenmotor ist der Hinweis dafür, dass Unbekannte auf Nehmaiers Anlage kletterten. Von dort aus müssen die Unbekannten auf das Dach gelangt sein. Flicken auf der Plane zeugen noch davon, dass hier etwas nicht in Ordnung war. Nehmaier bemerkte plötzlich einen Gasverlust in den Biogasanlagen und machte sich auf die Suche. "Bei den ersten Beschädigungen haben wir gedacht, das ist eventuell Verschleiß, aber wie wir dann gesehen haben, dass da Beschädigungen dabei sind, die durch normalen Verschleiß nicht entstanden sein können, sind wir dann auf die Vermutung gekommen, dass das mutwillig kaputt gemacht worden ist." Daraufhin verständigte er die Polizei. Die rückte mit der Spurensicherung an.

Werner Nehmaier ist nicht der einzige Betroffene, denn auch zwei Biogasanlagen im Pfofelder Ortsteil Gundelshalm wiesen Beschädigungen auf.

Nachvollziehen kann das auch Andreas Niederlöhner (Wolfsbronn) vom Fachverband Biogas nicht. Er betreibt selbst eine Biogasanlage und eine Firma zur Wartung und für den Service für Biogasanlagen und meint: "Sie wissen nicht was sie tun, sie bringen sich in Gefahr und auch andere in Gefahr und schaden der Umwelt." Er könne nur hoffen, dass es sich um einen Dummejungenstreich handele, "denn man sollte hier mit Gas und mit fremdem Eigentum eigentlich sorgfältig umgehen". Andererseits kann er sich aber durchaus eine gezielte Sabotage vorstellen.

Es sei nicht ohne, wenn man eine Gasblase aufschneide, da lauere Gefahr. Dabei sollte man möglichst nicht rauchen, sonst könne man sich die Haare versengen oder regelrecht abfackeln und ernsthafte Verbrennungen im Gesicht erleiden. Mit einer Explosion hingegen rechnet der Experte eher weniger. Diese sei sehr unwahrscheinlich, da der Behälter innen nur Gas drin habe und bekanntlich Gas ohne Luft nicht brennen könne. "Was nicht brennen kann, das kann auch nicht explodieren", so seine einfache Erklärung.

Direkte Anfeindungen sind sowohl Werner Nehmaier als auch Andreas Niederlöhner fremd, deshalb ihre Ratlosigkeit, gemischt mit Unbehagen.

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