Schultüten, Masken und Abstand 

So lief der erste Tag der Grundschüler ab

15.9.2021, 05:22 Uhr
Gespannt lauschten die Kinder ihrer ersten

Gespannt lauschten die Kinder ihrer ersten "Unterrichtsstunde".  © Milena Kühnlein

Wenn Haie, Einhörner, Spiderman und die Minions in die Schule kommen, weiß man: Heute ist ein besonderer Tag. Dass am gestrigen Dienstag der erste Schultag stattgefunden hat, war aber nicht nur an dem vielen Krepppapier der bunten und aufwendig gestalteten Schultüten zu erkennen, man konnte es auch an Rektor Herbert Brumms schickem, dunkelblauen Anzug erahnen, mit dem er aufgeregt über den Schulhof der Grundschule Treuchtlingen spurtete.

"Es ist heute keine Routine", erklärte der Pädagoge und das merkte man ihm, den Lehrkräften und auch den Neu-Schülern an. Zunächst einmal wurden die Erstklässler, in Treuchtlingen, Wettelsheim und Schambach sind es insgesamt 120, getrennt. In verschiedenen Zeitabschnitten kamen also die Schüler der 1a, 1b und 1c mit ihren Begleitpersonen an den Grundschulhof. Dort mussten sie sich erst anmelden und ab dem Registrierungstisch galt dann auch – für Eltern und Kinder – die Maskenpflicht.

Erst mussten die Kinder getestet werden, dann ging es in die Schule.

Erst mussten die Kinder getestet werden, dann ging es in die Schule. © Milena Kühnlein

Danach ging es für die Kinder mit nur einer Begleitperson in den Testraum, der von Altmühlvital geleitet wurde. Carina Geiger versuchte den Kindern mit strahlendem Lächeln und viel positiver Energie ein bisschen die Angst vor dem Corona-Test zu nehmen, der für die Kinder alles andere als alltäglich ist.

Erst wenn der Test negativ ausgefallen war, ging der eigentliche Schulanfang los. Herbert Brumm erwartete die Klassen jeweils vor dem Eingang, wo Hulla-Hoop-Reifen den Standpunkt für die Kinder markierten, damit sie und ihre Begleiter genügend Abstand zu einander einhalten konnten.

Freunde finden und die Schule kennenlernen

Dort begrüßte er dann offiziell die Familien. "Ich bin vor etwa 50 Jahren auch da gewesen, wo ihr jetzt seid", begann Brumm humorvoll zu erzählen. "Das Problem: Ich bin irgendwie nicht mehr weggekommen!" Dies sei aber natürlich nur der Fall gewesen, weil es ihm an der Grundschule so viel Spaß gemacht hätte, erklärte der Rektor den Kids.
Breites Gelächter hallte über den Hof, als Brumm meinte, nun würden sich vor allem die Eltern freuen, dass die Schule endlich losgehe.

Den ersten Gang in die Schule mussten die Kinder dann allerdings alleine, ohne Mama oder Papa, antreten. Auffallend leise schlichen sie sich durch die Gänge in das für sie neue Gebäude, die Schultüten fest umklammert. "Wollen wir dann nebeneinander sitzen?", fragte ein Junge den anderen und verfolgte damit Brumms Ratschlag, sich möglichst schnell ganz viele neue Freunde zu suchen.

Im Klassenzimmer war dann fast alles normal – außer den Masken und dem leise surrenden Lüftungsgerät im hinteren Eck des Raums. Auf diese ist man bei der Grundschule besonders stolz, verfügt doch längst nicht jede Schule über diese Ausstattung, die zur Eindämmung der Pandemie von Vorteil ist.

"Mimi" führt durch den Tag

Lehrerin Brigitte Reulein-Hammel überraschte die Klasse zunächst mit einem Begrüßungs-Schriftzug an der Tafel. Von dort durften sich die Kinder ihre Namensschilder holen. Puppe "Mimi" führte die Kinder dann weiter durch ihren ersten Schultag. Draußen warteten schließlich die Eltern auf ihre Schützlinge, da der erste Schultag natürlich kein voller Unterrichtstag ist.

"Es ist heute keine Routine, aber wir versuchen mit Witz und Humor das beste daraus zu machen", resümiert Brumm, während er auf die nächste Klasse wartet. Es gehe schließlich um die Gesundheit aller und die stünde an erster Stelle. Allerdings: Da die Eltern und Lehrer sich derart Mühe gaben, den Tag trotz Einschränkungen schön zu gestalten, können die Kinder ihn fast nur positiv in Erinnerung bewahren.

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