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Samstag, 11.07.2020

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Spalt: Kirchweih ist Kernkultur

Die Stadtbrauerei lud die Kärwaboum und -madli zum Kärwa-Bier ein - 30.06.2020 06:32 Uhr

Zu Franken gehört die Kärwa, trotz Corona. Die Spalter Stadtbrauerei hat ein Bier für Kärwaboum und -madli gebraut. © Foto: Yevheniia Frömter


Zu einer "g’scheiten Kärwa" gehören Musik, Essen und natürlich ein ordentlicher Schluck Bier, wissen die Verantwortlichen der Stadtbrauerei. Um genau zu sein: eine Maß Kärwa-Bier. Allerdings bleiben durstige Kehlen gerade bei dieser "Delikatesse" momentan völlig trocken. "Damit ihr nicht auf euer Kärwa-Bier verzichten müsst, haben wir extra für euch ein spezielles Bier gebraut", ermutigt Markus Böhm von der Stadtbrauerei. Zur offiziellen Vorstellung des Gerstensaftes luden die Spalter rund 80 Delegationen von Kärwaboum und -madli in die Hopfenstadt ein. Als Dank für den Besuch gab es "ein paar Kästen Bier für daheim"– noch dazu völlig kostenlos.

Die Kirchweihbegeisterten würden dem "Fest der Feste" das ganze Jahr entgegenfiebern und zudem ordentlich Zeit in die Vorbereitungen stecken. Dieses Engagement müsse auch gewürdigt werden. Weit über 100 Teilnehmer pilgerten für zwei Stunden nach Spalt und kosteten das neue "Kärwa-Bier" in entsprechender Atmosphäre. Das Feedback sei großartig gewesen, freute sich Böhm. Immerhin seien alle in Tracht oder in typischer Kirchweihbekleidung erschienen. Zudem knipste er schöne Erinnerungsfotos und animierte zu einem Wettbewerb: "Wir möchten gerne sehen, wie ihr in diesen Zeiten eure Kirchweih feiert." Die besten Fotos werden mit einer Brauereibesichtigung und natürlich ein paar Litern Bier belohnt.

Bei dem Event durfte die Spalter Bierkönigin nicht fehlen: "Ich bin sehr traurig, dass ich die vielen Kirchweihen nicht besuchen kann", erklärte Johanna Merkenschlager sichtlich berührt: "Ich bin eine arbeitslose Königin und dachte schon darüber nach, zuhause Hopfen anzupflanzen", scherzte sie. "Die Situation ist wirklich schade. Es fehlen Kultur und Lebensfreude." Anfang des Jahres habe sie bereits sämtliche Kirchweihtermine in ihr Handy eingetragen: "Ich habe meinen Kalender aber nicht gelöscht. Wenn ich nun daran erinnert werde, kann ich wenigstens im Herzen bei den Leuten sein." Es bliebe für alle nichts anderes übrig, als daheim zu feiern.

 

"Kärwa-Bindung" aufbauen

 

Für Bürgermeister Udo Weingart steht fest: "Eine Kirchweih ist die Kernkultur Frankens – und die wollen wir nicht vergessen." Deswegen sei das Spalter "Kärwa-Bier" ein aktiver Beitrag, die aktuelle Situation aufzuwerten und eine Art "Kärwa-Bindung" in der Region aufzubauen. "Unser Bier ist süffig und vollmundig, so wie es sein sollte."

Den Vorrat an kostenlosem "Kärwa- Bier" holten sich nicht nur Kärwaboum und -madli aus dem Landkreis Roth ab: "Eingeladen wurden auch Abordnungen etwa aus Nürnberg oder Ansbach." Schließlich werde auch dort gern "ein Spalter" getrunken.

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