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Stadtrat Gunzenhausen: SPD nominiert Kandidaten

Bei den Kommunalwahlen 2020 fehlen zwei bekannte Gesichter, junge Genossen rücken nach. - 17.11.2019 17:06 Uhr

Sie wollen am 15. März 2020 in den Stadtrat gewählt werden: die Kandidaten der SPD Gunzenhausen. © Jürgen Eisenbrand


Einstimmig bestätigten die 23 stimmberechtigten Genossen die Bewerberliste (siehe Kasten), die der Vorstand des Ortsvereins vorab aufgestellt hatte: zwölf Frauen und zwölf Männer, aufgereiht im Reißverschlussprinzip und angeführt von der 40-jährigen Hotelkauffrau Bauer. Die gebürtige Dresdnerin, die 1989 nach Mittelfranken gekommen war, will freilich mehr als "nur" einen Platz im Stadtrat: Sie tritt an, um gegen Amtsinhaber Karl-Heinz Fitz den Chefsessel im Rathaus zu erobern (wir berichteten).

Auffällig ist, dass zwei der derzeit acht amtierenden Stadträte auf der Liste fehlen: der parteilose, aber bei der letzten Wahl 2014 mit SPD-Ticket angetretene Vize-Bürgermeister Hans-Peter Neumann und Heinz Schachameyer.

Und bemerkenswert ist auch, dass einige Nicht-Mandatsträger aussichtsreiche Listenplätze besetzen: etwa der 28-jährige Notfall-Sanitäter Paul Pfeifer (Platz 2), der 58-jährige Steuer- und Finanzexperte Stefan Hentschl (6) und die 45 Jahre alte Hotelfachfrau Kerstin Richter (9). Direkt hinter ihr rangiert der wohl jüngste Stadtrats-Kandidat aller Parteien: Alpay Kayis, derzeit noch 17, bis zur Wahl am 15. März wird der FOS-Schüler aus Cronheim allerdings das erforderliche Mindestalter von 18 erreicht haben.

"Eine optimale Mischung aus erfahrenen und jungen Kandidaten", nennt Bianca Bauer die SPD-Bewerber aus der Altmühlstadt. Besonders stolz sind die Sozialdemokraten auf deren niedriges Durchschnittsalter (48,25 Jahre), die große Bandbreite der vertretenen Berufsgruppen – und natürlich darauf, dass es der Partei bereits zum fünften Mal gelang, eine komplette Liste zu jeweils 50 Prozent mit Frauen und Männern zu besetzen: "Da haben andere Parteien deutlich mehr Probleme damit", kommentierte SPD-Urgestein und Wahlleiter Gerd Rudolph, der an diesem Abend seinen 69. Geburtstag feierte.

In der kurzen Pause, in der die Stimmen ausgezählt wurden, hielt Stadtrat Daniel Hinderks eine nachdenkliche Rede. Darin bedauerte er einerseits, dass seine Partei, der er seit 30 Jahren angehört, "derzeit nicht gut dasteht" und es so aussehe, als ob sie den Status einer Volkspartei verlieren könnte: "Ich hoffe, ich habe da Unrecht." Er sei "weiß Gott nicht immer ganz zufrieden" mit seiner Partei, aber: "Ich fühle mich immer noch gut aufgehoben." Und den jungen Menschen in der SPD gab der selbstständige Metallbaumeister eine Erfahrung mit auf den politischen Weg: "Es lohnt sich, für die SPD zu arbeiten."

Stadtrats- und Bürgermeisterkandidatin Bianca Bauer bekundete zum Abschluss der straff und in großer Eintracht durchgezogenen Versammlung, sie freue sich "auf einen tollen, lehrreichen Wahlkampf".

Die SPD habe in den letzten Wochen bereits an drei Infoständen die Wünsche und Probleme der Gunzenhäuser abgefragt und dabei herausgefunden, dass es "die kleinen Dinge" seien, die den Menschen unter den Nägeln brennen: etwa der verbesserungswürdige Handyempfang, baufällige Leerstände in der Stadt, ein barrierefreier Bahnhof oder die Verringerung des Plastikmülls bei Veranstaltungen in der Altmühlstadt.

Diese und andere Anliegen werden, so Bauer, in das Programm der örtlichen SPD einfließen, das bald vorgestellt werden solle. "Die Zeichen stehen auf Wechsel", will die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins erkannt haben. Wechsel tue der Demokratie gut, "und ich hoffe, dass so ein Wechsel auch in Gunzenhausen vollzogen werden kann".

Die Liste der SPD:

1. Bianca Bauer (40), Hotelkauffrau, Stadträtin
2. Paul Pfeifer (28), Rettungssanitäter
3. Angela Schmidt, Angestellte in familieneigener Fahrschule, SPD-Fraktionschefin
4. Daniel Hinderks (56), Metallbaumeister, Stadtrat
5. Cornelia Röhl, Stadträtin
6. Stefan Hentschl (58), Diplom-Finanzwirt
7. Monika Wopperer, im Ruhestand, Stadträtin
8. Alfred Müller, im Ruhestand, Stadtrat
9. Kerstin Richter (45), Hotelfachfrau
10. Alpay Kayis (17), Schüler, Juso-Vorsitzender
11. Silvia Loy (31), Sozialpädagogin
12. Michael Eckert, Frickenfelden
13. Katrin Sixtbauer (44), Beamtin
14. Peter Lischnewski, Redakteur
15. Judith Ruck, Hausfrau
16. Daniel Blank (30), Fahrlehrer
17. Rita Baumbeck (71), Rentnerin
18. Herbert Kamleiter, Rentner
19. Sonja Klieber (56), Reinigungsfachfrau
20. Matthias Witte (57), Malermeister
21. Susanne Spitzbart (59), Textilmustergestalterin
22. Armin Wagner (53), Außendienstler im Telekommunikationsdienst
23. Claudia Klieber, Hausfrau
24. Roland Schmidt (61), Inhaber Fahrschule
Nachrücker:
25. Josef Ams, Pensionär

 

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