Vom Mittelalter zu Anno 793

Tag des offenen Denkmals: Das ist in Treuchtlingen los

10.9.2021, 06:05 Uhr
Nicht nur für Archäologen interessant: Die neuesten Forschungsergebnisse am Karlsgraben werden in einem Spaziergang am Gelände erläutert.

Nicht nur für Archäologen interessant: Die neuesten Forschungsergebnisse am Karlsgraben werden in einem Spaziergang am Gelände erläutert. © Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Am Sonntag, 12. September, findet deutschlandweit der "Tag des offenen Denkmals" statt. Das ist zum einen die Gelegenheit, neue Orte und Städte auf ganz besondere Weise zu erleben, zum anderen aber auch die Chance, die eigene Heimat mal wieder ganz neu zu entdecken.

In Treuchtlingen gibt es zu diesem Tag gleich zwei Highlights: Der Burgverein Treuchtlingen lädt an dem Tag zum Frühschoppen von 11 bis 14 Uhr ein. Für Essen und Getränke sei gesorgt, versichert der Burgverein. In der Burgschmiede werden die Hämmer geschwungen, mittelalterliches Handwerk wird live zu bestaunen sein.

Um 13 Uhr startet eine Burgführung, bei der auch die aktuelle archäologische Grabung erläutert wird. Und wer einfach nur eine kleine Auszeit genießen will, der wird von Lokalmatador Holger "Holm" Maurer musikalisch unterhalten.

Archäologischer Spaziergang

Aber Treuchtlingen hat noch mehr zu bieten als "nur" die Burg. Auch am Karlsgraben wird am Sonntag einiges geboten sein.

Jeweils um 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr nimmt die Archäologin Dr. Stefanie Berg Interessierte mit zu einem archäologischen Spaziergang. Sie informiert bei der etwa einstündigen Führung über die neuesten Forschungsergebnisse zu diesem ältesten Kanalbauwerk Bayerns, das Karl der Große ab 793 errichten ließ.

Treffpunkt dafür ist am Nordende der Karlsgrabenstraße in Treuchtlingen-Graben. Eine Anmeldung über www.blfd.bayern.de/blfd/veranstaltungen ist bis zum heutigen 10. September erforderlich. Die Führung ist kostenlos. Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei. Es wird festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung empfohlen.

Kultur für alle

Der Tag des offenen Denkmals ist wie eine Zeitreise durch unterschiedlichste Epochen. Denn: Die Denkmäler in der Region sind ganz unterschiedlich. Burgen, Schiffe, Synagogen, Kirchen, Bauernhäuser, Wohnbauten, Industrieanlagen und sogar Gärten sind zu bestaunen. Hinter der Koordination steckt seit dem Jahr 1993 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Speis und Trank (fast) wie im Mittelalter: Der Burgverein sorgt am „Tag des offenen Denkmals“ für leckere und abwechslungsreiche Verpflegung.

Speis und Trank (fast) wie im Mittelalter: Der Burgverein sorgt am „Tag des offenen Denkmals“ für leckere und abwechslungsreiche Verpflegung. © Foto: Patrick Shaw

Der Tag soll Kultur für alle öffnen und jedem die Gelegenheit geben, neue Dinge zu lernen und sich die Denkmale mal genauer anzusehen. Um Abwechslung zu schaffen, wird jedes Jahr ein neues Motto gewählt. In diesem Jahr lautet es "Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege".

Dabei soll es um Realitäten, Täuschungen und Originalität der Denkmale gehen. Dies dürfte vor allem in Bezug auf den Karlsgraben spannend werden, ranken sich um diese archäologische Städte doch besonders viele Mythen.

Der Tag verzeichnet jedes Jahr mehrere Millionen Besucher in ganz Deutschland. Insgesamt öffnen jedes Jahr über 7 500 historische Stätten ihre Pforten kostenfrei und erlauben den Menschen einen Blick auf bisher Unbekanntes zu wagen.

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