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Tipps für den Pflanzenkauf: So hilft man Insekten und Tieren

Zum Start der Saison gibt der LBV Tipps, worauf im Garten zu achten ist - 05.03.2021 17:19 Uhr

Bietet Nahrung für Insekten und Schutz für Vögel: ein Schlehenbusch im heimischen Garten. Hier erhält die Blüte Besuch von einem Wollschweber.

01.03.2021 © Foto: Claudia Becher/LBV-Archiv


Denn: Von einem reichen Blüten- und Nektarangebot im Garten profitiert auch unsere heimische Artenvielfalt, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Allerdings sollten Gartenbesitzer darauf achten, welche Pflanzen sie kaufen, denn nicht alle helfen Biene, Hummel und Co.

"Zwischen den vielen angebotenen Hecken- und Blütenpflanzen sind auch Arten dabei, die aus anderen Regionen der Welt stammen. Diese gebietsfremden Pflanzen haben den Nachteil, dass nicht alle von der heimischen Insekten- und Vogelwelt angenommen werden", erklärt die LBV-Biologin Patricia Danel.


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Der LBV gibt deshalb Tipps für einen naturnahen Garten in dem sich Insekten, Vögel und kleine Säugetiere auch wohlfühlen. "So kann jede und jeder ganz einfach etwas für die Artenvielfalt tun", so Danel.

Mut zur Wildnis

Wer nicht auf einen leblosen Schottergarten setzt, wünscht sich zum Frühlingsanfang einen frischen und bunten Garten. Mit den geeigneten Pflanzen und etwas Mut zur Wildnis kann ein vielfältiger Lebensraum entstehen. "Für die heimischen Insekten können Gärtner zum Beispiel darauf achten, dass sie Pflanzen mit ungefüllten Blüten kaufen. Denn diese haben ein reicheres Nektarangebot als die durch Zucht veränderten Pflanzen mit gefüllten Blütenständen, wie viele speziell gezüchteten Rosen", sagt die LBV-Biologin.

Auch für die Vogelwelt kann viel getan werden. "Jetzt im Frühjahr bieten Heckenpflanzen den Vögeln einen optimalen Brutplatz – und im Herbst schmackhafte Früchte und Beeren. Weitgehend geschützt von äußeren Einflüssen finden Vögel und Kleinsäuger wie Igel in Hecken wie der Hundsrose einen geeigneten Unterschlupf", erklärt Danel.


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"Die aus Nordamerika oder Asien stammende Thuja ist zwar als dichter Sichtschutz geeignet, und Vögel können sich dort auch zum Brüten zurückziehen, jedoch bietet sie im Herbst keinerlei Nahrungsquelle", sagt Patricia Danel. Dagegen bieten heimische Heckenarten wie Liguster, Berberitze, Schlehe und Weißdorn durch Blüten und Früchte einen reich gedeckten Tisch für Insekten und Vögel. "Zusätzlich werden die Gelege der Vögel, die in solchen Hecken brüten, durch die Stacheln und Dornen vor Übergriffen durch Räuber wie Katzen oder Marder besser geschützt."

Finger weg von invasiven Arten

Problematisch ist der Kauf von Pflanzenarten dann, wenn diese als invasive Arten gelten. Die haben keine Fressfeinde und können sich deshalb rasant ausbreiten. "Durch sie kann die heimische Pflanzenwelt ohne Chance auf Gegenwehr überwachsen und zurückgedrängt werden. Im schlimmsten Fall kann das sogar zum Aussterben einzelner, schon gefährdeter heimischer Pflanzenarten führen", sagt Patricia Danel.

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"Ein weiteres Problem kann sein, dass diese Arten aus unseren Gärten ausbüxen oder unsachgemäß entsorgt werden und sich in der Natur verbreiten." Und dort zu einem großen Problem werden. So ist zum Beispiel der giftige Götterbaum in der EU bereits als invasive Problemart gelistet. Wer also nicht nur einen schönen Garten anlegen, sondern gezielt die heimische Artenvielfalt unterstützen möchte, dem raten die Naturschützer, vorzugsweise auf heimische Arten zu achten.

Und auch durch die Gartenarbeit selbst kann jeder bereits viel für die Artenvielfalt tun. "Durch das Belassen einiger wilder Ecken im Garten bietet man vielen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum und eine Fülle an Nahrung", empfiehlt Patricia Danel. "Auch wenn es im Garten durch solche Maßnahmen für die Nachbarn etwas wüster aussehen mag, werden es uns Tierarten wie die Raupen des Tagpfauenauges, Amseln und Meisen sowie Igel und viele mehr danken." Mehr Informationen zum Thema gibt's auf der Seite des LBV.

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