Transall on tour: Mega-Schwertransport rollt durch Franken

19.9.2018, 15:50 Uhr
Der Viadukt bei Unterwurmbach entpuppte sich für den Mega-Schwertransport als das erwartete Nadelöhr.

Der Viadukt bei Unterwurmbach entpuppte sich für den Mega-Schwertransport als das erwartete Nadelöhr. © Ralph Goppelt/News5

Schon in Westheim waren der Mega-Brummi und seine ungewöhnliche Ladung mit zweistündiger Verspätung angekommen. Dennoch säumten hier wie auch in Ostheim noch weit nach Mitternacht jeweils 40 bis 50 Zuschauer die Straßen, um das Spektakel zu beobachten. Ein fast 40 Meter langes Flugzeug, das per Lkw langsam durchs Dorf gekarrt wird, sieht man ja auch nicht alle Tage.

Hier sei alles noch normal verlaufen, sagt der stellvertretende Leiter der Gunzenhäuser Polizei-Inspektion, Wolfgang Schmailzl, der die schwere Fracht durch "sein" Gebiet begleitete, ehe er es an Kollegen aus Weißenburg übergab. Aber dann kam eben der Viadukt — und die etwa einstündigen Schraubereien an der Leitplanke.

Kurz darauf die nächsten Probleme: Die Hydraulik, mit der die 4,65 Meter hohe Ladung, etwa bei Unterführungen, abgesenkt werden kann, versagte ihren Dienst. Das Malheur zu beheben dauerte eine weitere Stunde, sodass das ausrangierte Militärflugzeug erst mit rund vier Stunden Verspätung in Ellingen ankam.

"In Stopfenheim musste man etwas rangieren", erzählt Schmailzl von der auch für ihn lange Nacht. Außerdem habe man entlang der Strecke etliche Verkehrsschilder entfernt, die sonst wohl dem 6,60 Meter breiten Transport zum Opfer gefallen wären. Mitarbeiter des Spediteurs, der in der Nacht 20 Leute im Einsatz hatte, hatten erst am Tag zuvor überprüft, ob die Schilder locker genug saßen, um sie einfach nach oben rausziehen zu können — oder ob mehr Aufwand erforderlich sein würde. Inzwischen allerdings hatte Regen eingesetzt — "und damit war das Zuschauerinteresse weg", schmunzelt Schmailzl.

Vorreiterrolle in Bayern

Der zeigte sich im Gespräch mit dem Altmühl-Boten übrigens erleichtert über eine Neuregelung, nach der es speziell geschulten Fachleuten gestattet ist, die Absicherung eines solchen Transports zu übernehmen. "Sonst hätten wir hier mit vier Fahrzeugen präsent sein müssen, und das bei womöglich stundenlangen Wartezeiten." Bei dieser Art der Begleitung hat Mittelfranken bayernweit eine Vorreiterrolle inne, für die ein Gunzenhäuser maßgeblich verantwortlich ist: Hartmut Sauer, der die Umsetzung dieser Vorschrift, die die Polizei entlastet, bei seinem Dienstherrn, der Regierung von Mittelfranken, vorantreibt. Womit er vor allem etwas für die Beamten seiner Heimatstadt tut: Rund 80 Schwertransporte, schätzt Schmailzl, werden jährlich alleine für die Kesselbauer von Bosch organisiert.

Der Truck mit der Transall jedenfalls kam am frühen Mittwochmorgen wohlbehalten an seinem Etappenziel, der Rastanlage Feucht bei Nürnberg, an. Von dort aus wird der am Fliegerhorst Penzing (bei Landsberg/Lech) ausgemusterte Flieger in mehreren Nachtetappen zum Truppenübungsplatz Alten-Grabow weitergekarrt, wo er zu Schulungszwecken eingesetzt wird. Abheben wird er dort allerdings nicht mehr; an ihm sollen Bundeswehrsoldaten künftig das möglichst schnelle und effektive Beladen eines Frachtflugzeugs üben.

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