Naturschutz in Treuchtlingen

"Treffpunkt Unkenpfütze": So steht es um die heimischen Amphibien

18.10.2021, 09:22 Uhr
Dieses Foto zeigt eine Gelbbauchunke in einem der neuen Steinbecken. Im Rahmen des „Treffpunkts Unkenpfütze“ konnten Steinbruchbetreiber diese künstlich geschaffenen Lebensräume unlängst besichtigen.

Dieses Foto zeigt eine Gelbbauchunke in einem der neuen Steinbecken. Im Rahmen des „Treffpunkts Unkenpfütze“ konnten Steinbruchbetreiber diese künstlich geschaffenen Lebensräume unlängst besichtigen. © Foto: Reichart/Geyer

Zu den wichtigen Lebensräumen für Amphibien zählen auch die Steinbrüche im südlichen Landkreis. Sowohl aktive als auch rekultivierte Brüche bieten Amphibien überlebenswichtige Strukturen.

Allerdings verursacht der laufende Steinbruchbetrieb den Amphibienpopulationen oft Probleme, weil zum Beispiel geeignete Flächen und Gewässer überbaut werden oder anderweitig verloren gehen.

Auch der Klimawandel macht vor den Lebensräumen in den Steinbrüchen nicht Halt: In den vergangenen Jahren führte die zunehmende Trockenheit dazu, dass die klassischen, relativ kurzlebigen Gewässer in Form von Schadstellen auf Wegen und Reifenspuren zu schnell austrocknen. Obwohl sich die Kaulquappen von Gelbbauchunke und Kreuzkröte sehr schnell entwickeln, war die verfügbare Zeit oftmals zu kurz.

Zusätzliche Wasserstellen für Amphibien

Dass diese Entwicklung auch den Steinbruchmitarbeitern nicht verborgen bleibt, zeigte im letzten Jahr die Initiative von Albin Wessel im Werk Gundelsheim der SSG Solnhofen Stone Group: Er hat eine praktikable Unkenhilfe entwickelt und umgesetzt.


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Hierzu werden Steinbecken, die aus nicht benötigten Blöcken gefertigt werden, an ungenutzten – aber für die Gelbbauchunke überaus geeigneten – Stellen im Steinbruch eingebaut.

Dadurch werden zusätzliche Wasserstellen, in denen die Unken und andere Amphibien ablaichen können, geschaffen. Der Vorteil dieser Becken: sie halten das Wasser in trockenen Zeiten deutlich länger als die natürlichen Pfützen.

Um diese Möglichkeit weiteren Steinbruchbetreibern näher zu bringen, luden nun der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, die Untere Naturschutzbehörde und die Gebietsbetreuung für naturnahen Steinabbau zum "Treffpunkt Unkenpfütze" ein.

Bei dem Termin vor Ort wurden nähere Einzelheiten zur Fertigung und zum Einbau der Becken von Claudia Beckstein, Adi Geyer und Albin Wessel erläutert. Es konnten vor Ort sowohl verschiedene Musterblöcke als auch bereits verbaute Becken besichtigt werden. Anschließend wurden vor Ort in einem ausgebeuteten Bereich des Werks Maßnahmen besichtigt, die im Rahmen der hier laufenden Rekultivierung aktuell umgesetzt werden.

Auch hierbei steht die Gelbbauchunke im Fokus. Beispielsweise werden kleinere, temporär entstehende Gewässer ausgebaut und ausgetieft, so dass sie auch in regenarmen Zeiten länger Wasser führen können. Die Absperrung solcher auf Befahrung sensibel reagierender Lebensräume stellt in einem Steinbruch kein Problem dar.

Die Resonanz der teilnehmenden Steinbruchvertreter war durchweg positiv. Nun soll es zeitnah weitere Termine dieser Art geben: der nächste "Treffpunkt Unkenpfütze" ist im Frühjahr 2022 geplant.

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