Dienstag, 28.01.2020

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Urlauber lieben das Fränkische Seenland

Erfreuliche Zahlen für 2019 vorgelegt. Der Verband blickt bereits auf die Veranstaltung mit Markus Söder im April. - 08.12.2019 06:45 Uhr

Sonne, Sand und interessanter Wassersport am Muhrer Seezentrum: Die Touristiker sind mit den Zahlen für das zu Ende gehende Jahr zufrieden, rechnen mit einem neuen Rekord und blicken bereits auf 2020. © Wolfgang Dressler


Von der damaligen Skepsis war nun in der Mitgliederversammlung des Tourismusverbands im Altmühlsee-Informationszentrum nichts mehr zu spüren. Im Rückblick ist man immer schlauer und weiß: Das Fremdenverkehrsjahr 2019 war ein erfreuliches. Niederprüm nannte es auch "gewinnbringend", und niemand im Saal widersprach.

Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ergibt sich (im Vergleich mit 2018) ein Plus von 2,1 Prozent bei den Übernachtungen. "Und darauf sind wir stolz", sagte der Geschäftsführer. Er erwartet für Oktober bis Dezember keine besonderen Schwankungen mehr. Damit könnten es tatsächlich heuer circa 1,08 Millionen Übernachtungen geben zwischen Windsbach und Polsingen, Bechhofen und Allersberg. Der sehr gute Wert von 2018 mit 1,05 Millionen Übernachtungen wäre übertroffen, und das will etwas heißen, wenn man an den damaligen ewigen Jahrhundertsommer denkt.

Niederprüm hatte sich auch den Jahresverlauf näher angesehen. Die Zahl der Übernachtungen von Januar bis März war tatsächlich schwach. Ein Grund: Ostern war diesmal im April. Das zweite und dritte Quartal brachten Bestwerte. Allein der August erfreute mit über 200 000 Übernachtungen.

Bedeutung der Kleinen nimmt ab

Die Statistiker erfassen im Übrigen nur die gewerblichen Häuser ab zehn Gästebetten. Der Großteil der Vermieter überschreitet diese Größe. Mit anderen Worten: Die Zahl und Bedeutung der ganz kleinen Häuser nimmt mehr und mehr ab.

Das Gros der Urlauber kommt weiterhin aus Deutschland, der Anteil der Gäste aus dem Ausland ist klein. Betrachtet man dieses Segment genauer, dann erkennt man, dass hier die Niederländer vorne liegen, gefolgt von den Schweizern, Österreichern und Polen. Ob wirklich viele Polen in der Region Urlaub machen? Hier führte Niederprüm an, dass bei den Übernachtungen auch diejenigen von Monteuren in die Statistik einfließen.

Die Geschäftsstelle des Tourismusverbands hat das ganze Jahr über zahlreiche Anfragen zu bearbeiten. Dabei läuft vieles mehr und mehr digital ab. So gab der Geschäftsführer die Zahl der diesjährigen Internet-Zugriffe mit 1,2 Millionen an (bis Ende November). Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch den neuen Online-Buchungsservice OBS. Seine klare Ansage an die Vermieter: Wer heutzutage nicht online buchbar sei, der existiere eigentlich nicht mehr. Niederprüm ermunterte dazu, bei OBS mitzumachen. Es handelt sich um eine Tochtergesellschaft des Tourismusverbands Ostbayern.

Hans-Dieter Niederprüm beleuchtete die Saison 2019. © Wolfgang Dressler


Landrat Gerhard Wägemann, der Vorsitzende des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, bewertete die Bilanz für 2019 als "wieder sehr erfolgreich". Er geht davon aus, dass das Seenland auch künftig noch zulegen kann. Niederprüm äußerte sich da zurückhaltender. Es gehe mit den Übernachtungen nicht immer nur nach oben, so seine Erfahrung. Niederprüm ist seit 2009 der Chef der Geschäftsstelle in Gunzenhausen. Damals war noch die Finanz- und Konjunkturkrise vom Herbst 2008 spürbar.

Die Regularien waren im weiteren Verlauf der Versammlung schnell erledigt. Der neue Bürgermeister von Pleinfeld, Stefan Frühwald, wurde in den Vorstand des Verbandes gewählt, und zwar als ständiges Mitglied. Stellvertreter bleibt der Ettenstatter Bürgermeister Wilhelm Maderholz.

Der Bechhofener Rathauschef Helmut Schnotz skizzierte den Jahresabschluss 2018. Den Einnahmen von 831 000 Euro standen Ausgaben von 850 000 Euro gegenüber. Das Defizit konnte mühelos ausgeglichen werden, weil aus dem Jahr 2017 noch ein Guthaben vorhanden war. Somit erreichte man fast eine Punktlandung.

Die Seenland-Touristiker können zwar bald in die Weihnachtspause gehen, aber dann geht es Schlag auf Schlag weiter mit den großen Messen im ersten Quartal 2020 (Bericht folgt). Das ganze Jahr steht im Zeichen eines runden Jubiläums: Vor 50 Jahren gab der bayerische Landtag grünes Licht für das wasserwirtschaftliche Ausgleichsprojekt, aus dem die Urlaubslandschaft hervorgegangen ist.

Krönender Abschluss

Dazu wird es einen Festakt am 24. April mit Ministerpräsident Markus Söder auf der "MS Brombachsee" geben. Es wird so etwas wie der krönende Abschluss für Landrat Wägemann werden. Er hört Ende April mit dem Ablauf der Wahlperiode auf, dann bekommt der Seenland-Tourismusverband einen neuen Vorsitzenden. Eine Stufe höher, beim Tourismusverband Franken, will sich der Ruheständler Wägemann gerne weiterhin engagieren, hier ist er 2. Vorsitzender.

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