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Montag, 21.10.2019

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Vertreter der Wirtschaft tagten in Ansbach

IHK-Vizepräsidentin Erika Gruber aus Gunzenhausen nahm teil - Gegen "Verteufelung des Dieselautos" ausgesprochen - 01.03.2019 06:22 Uhr

Repräsentanten der westmittelfränkischen IHK-Gremien kamen in Ansbach zusammen. Ihr Themenspektrum war breit und reichte vom Kampf gegen Fachkräftemangel und Belebung der Innenstädte über Bahnreaktivierungen und die Zukunft der Automobilindustrie bis zu verbesserten Weiterbildungsmöglichkeiten. Von links: Gerhard Walther, Frank Dommel, Karin Buchner, Wolfgang Högner und Erika Gruber. © Rainer Heubeck/IHK


Im Anschluss skizzierten die IHK-Gremienvorsitzenden ihre Schwerpunkte. Der Bereich Ausbildung und Fachkräftemangel, so betonte Karin Bucher, die Geschäftsführerin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach, sei dabei in allen fünf Gremien ein Schwerpunktthema. Darüber hinaus beschäftigen sich die Gremien auch mit spezifischen Anforderungen der jeweiligen Region.

So engagiert sich das IHK-Gremium Weißenburg-Gunzenhausen unter Federführung von IHK-Vizepräsidentin Erika Gruber stark für den Erhalt der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie. "Die Verteufelung des Dieselautos muss man hinterfragen", sagte Gruber und plädierte in diesem Zusammenhang für einen Interessenausgleich zwischen Umwelt, Industrie und Beschäftigung. Hierbei erhofft sich Erika Gruber auch Unterstützung von der Politik. Derzeit nur auf Elektrofahrzeuge zu setzen, obgleich die Rahmenbedingungen dafür nicht stimmten, hält die Gunzenhäuserin Geschäftsfrau für falsch und gefährlich.

Ein weiteres Anliegen der ehrenamtlichen IHK-Vizepräsidentin ist der Erhalt lebenswerter Innenstädte und die Förderung des dortigen Handels. Unter aktiver Mitwirkung des IHK-Gremiums seien in Gunzenhausen und Weißenburg in den vergangenen Jahren "Einzelhandels- und Zentrenkonzepte" erstellt worden, an deren Umsetzung zukünftig weiter gearbeitet werden solle.

Ein zentrales Anliegen des IHK-Gremiums Dinkelsbühl, so Frank Dommel, der Vorsitzendes des Gremiums, sei der Einsatz für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Dombühl nach Dinkelsbühl. Das IHK-Gremium habe sich zu entsprechenden Vorschlägen positiv geäußert und wolle sich auch künftig weiter aktiv für eine Reaktivierung einsetzen. "Wir sind dran, das weiter zu verfolgen", erklärte Dommel.

Im Bereich des IHK-Gremiums Rothenburg lag der Schwerpunkt in den vergangen Jahren insbesondere auf der Bildungsinfrastruktur. So hat in der Tauberstadt im Jahr 2018 ein Campus der Hochschule Ansbach den Betrieb aufgenommen, erklärte der Vorsitzende des Rothenburger IHK-Gremiums Dr. Gerhard Walther. "Die Nachfrage ist sehr groß, es wird bereits diskutiert, den Campus zu erweitern." Heuer wolle sich das Gremium dafür einsetzen, eine Kooperation zwischen der Hochschule und dem Bildungscampus der IHK aufzubauen. "Wir hoffen, dass wir hier im Laufe des Jahres 2019 einen Erfolg erzielen können", sagte Walter weiter. Er betonte auch, dass der IHK-Campus Rothenburg inzwischen verstärkt Weiterbildungen anbietet, etwa zu Themen wie Mitarbeiterführung oder Digitalisierung, aber auch klassische Zertifikatslehrgänge für Datenschutz- oder IT-Sicherheitsbeauftragte.

Wolfgang Högner, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Ansbach, sieht es als besonderes Anliegen, Fake News und "propagandistischen Schlagworten" zu den Themen Flächennutzung und Flächenverbrauch entgegenzuwirken. "Ich kann die polemische Diskussion zum Thema Flächenverbrauch nicht nachvollziehen", erklärte Högner, und lobte ausdrücklich die Aktivitäten des Arbeitskreises Immobilienwirtschaft der IHK Mittelfranken, die zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen würden.

Dr. Norbert Teltschik, Vorsitzender des IHK-Gremiums Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, betonte die Wichtigkeit des Netzwerkens und berichtete, dass sich sein IHK-Gremium regelmäßig mit kommunalen Wirtschaftsförderern und Kreishandwerkermeistern austauscht. Wichtigstes Thema in der Region sei derzeit der Facharbeitermangel, hierzu forciere das IHK-Gremium den Erfahrungsaustausch zwischen den Firmen, zum Beispiel darüber, wie man Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen könne. Zudem setze sich sein Gremium dafür ein, die Beschäftigungsmöglichkeiten von Flüchtlingen, die bereits in Deutschland leben, zu erweitern. "Ich würde es für wichtig halten, dass man die, die sowieso da sind, auch arbeiten lässt", versicherte Teltschik.

Ein wichtiges Datum für alle fünf Gremien ist die Gestaltung der IHK-Wahlen im September und Oktober, bei denen sowohl die IHK-Vollversammlung als auch die IHK-Gremien neu gewählt werden. "Uns ist es ein großes Anliegen, dass Unternehmer und Unternehmerinnen bereit sind, für ein Ehrenamt zu kandidieren", erklärte Karin Bucher. Die Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach begrüßt es, dass dem IHK-Präsidium für Mittelfranken künftig ein Präsident und 13 Vizepräsidenten angehören sollen. Dass bis zu vier der Sitze im Präsidium von den 13 regionalen IHK-Gremien besetzt werden könnten, sei für die Region ein wichtiges Signal.

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