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Wassertrüdingen bekommt einen neuen Festwirt

Stadtrat entscheidet sich für die Bieswanger Firma Rachinger - 15.08.2020 16:00 Uhr

Letztmalig „Ozapft is“ hieß es im Oktober 2019 mit der Festwirtsfamilie Papert beim Oktoberfest nach der erfolgreichen Wassertrüdinger Gartenschau.

14.08.2020 © Peter Tippl


Eine jahrzehntelange Ära ging damit zu Ende. Das Bechhöfer Familienunternehmen hatte lange Jahre den Zeltbetrieb organisiert und aus der Familie mit "P+L Event GmbH" auch die Schausteller verpflichtet. Der Vertrag der Stadt Wassertrüdingen mit der Festwirtsfamilie endete im Juni dieses Jahres. Auch unter diesen Gesichtspunkten habe der Stadtrat bereits im Dezember 2018 eine Neuausschreibung beschlossen.

Stefan Ultsch, er trat im November 2018 sein Amt an, habe aus der Bevölkerung ein "Dahinplätschern" des Volksfestbetriebs wahrgenommen. Frischer Wind und neue Ideen für das beliebte Heimatfest waren somit willkommen, und deshalb habe sich der Kulturausschuss im Mai mehrheitlich für eine Neuausschreibung entschieden.

Sehr wohl wurde im Kulturausschuss die schwierige Situation der Firma Papert gesehen. Wegen der Landesgartenschau konnte das Heimat- und Volksfest nicht wie gewohnt eine Woche nach Pfingsten stattfinden, das dafür abgehaltene "Oktoberfest" auf dem Großparkplatz der Gartenschau fand wegen widriger Wetterverhältnisse nur geringen Zuspruch. Das diesjährige Volksfest mit Festwirt Papert wurde – wie so viele andere – Corona-bedingt abgesagt.

Zur Neuausschreibung erarbeitete die Verwaltung ein Bewertungssystem für die von den Festwirtsfamilien Papert und Rachinger eingereichten Konzepte. Darin flossen Speisenvielfalt, regionale Komponenten, Umwelt- und Energieaspekte, Festzeltbetrieb und Sonderaktionen, musikalische Beiträge und Showeinlagen, Aufstellung der Schaustellerbetriebe und viele weitere Faktoren ein. Beide Konzepte sahen beispielsweise einen Rundgang über den Festplatz zur Vermeidung von Menschenansammlungen vor.

Die Konzepte wurden in den Fraktionen vorab behandelt. Christian Papert, er stellte sein Konzept mit Désirée Papert in der öffentlichen Stadtratssitzung vor, räumte eine Sonderzahlung an Gewerbesteuer ein. Frische und regionale Produkte werden laut Roland Rachinger bei ihm im Festzelt angeboten, und er sei aufgrund eigener Tischgarnituren nicht an eine Brauerei gebunden. Da könnten auch regionale Getränke zum Ausschank kommen.

Ein dritter Bewerber, Siegmund Kübler aus Aalen, hatte kein offizielles Konzept vorgelegt, bekam zwar in der Stadtratssitzung die Gelegenheit zur Vorstellung seiner Ideen, wurde jedoch nicht gewertet. Er würde auf ein Hüttendorf setzen, denn große Festzelte werden auch im kommenden Jahr nicht realisierbar seien.

Roland Rachinger und Stefanie Rachinger-Stark aus Pappenheim-Bieswang erhielten den Zuschlag für 2021 bis 2023.

14.08.2020 © Stadt Wassertrüdingen


Nach Bewertung der Ausschreibungen und der persönlichen Vorstellungen rechnete Bürgermeister Ultsch die Beurteilungen in Punkte um. Demnach erhielt Rachinger 255,33 Punkte, Papert deren 239,17.

 Roland Rachinger arbeitet bereits mit der Firma Zöllner bei der Gunzenhäuser Kirchweih am Schießwasen zusammen und betreut auch das Fest in Schopfloch. Beide Feste genießen einen guten Ruf.

Für die kommenden drei Jahre, von 2021 bis 2023, wird der Volksfestbetrieb somit vom Festzeltbetrieb Rachinger gestaltet. "Risiko und Chance für das Volksfest", bewertete Bürgermeister Ultsch diese Vergabe, die in einem fairen und transparenten Prozess erfolgt sei. Es habe sich für Wassertrüdingen gelohnt, dass sich Festzeltbetreiber Gedanken über die Attraktivität des Volksfestes gemacht haben. Erklärtes Ziel sei, das Heimat- und Volksfest auf dem angestammten Platz "Bürg" stattfinden zu lassen.

PETER TIPPL E-Mail

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