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Zu Weihnachten freie Fahrt auf der B 13

Baustopp zwischen Schlungenhof und Muhr am See kurz vor den Feiertagen - 24.11.2018 06:19 Uhr

In Muhr am See werden auch die Gehwege entlang der B13 neu gemacht. Hier wird gerade der Beton für die Randsteine ausgebracht. © Marianne Natalis


Es ist für diejenigen, die von Gunzenhausen Richtung Ansbach und zurück pendeln, gerade kein Spaß. Zusammen mit knapp 11 000 Kraftfahrzeugen quälen sie sich seit einigen Wochen täglich über die engen Umgehungsstraßen, müssen für den Weg zum Arbeitsplatz mehr Zeit einplanen und brauchen womöglich auch mehr Sprit. Aber auch für die Anwohner der Umgehungsstrecken ist das ungewohnt hohe Verkehrsaufkommen ein Ärgernis. Die frohe Botschaft von Andreas Fechner und Tobias Wagner vom Staatlichen Bauamt Ansbach wird von den geplagten Autofahrern und Anwohnern daher sicherlich gerne vernommen.

Um auf jeden Fall bis Weihnachten weiter bauen zu können, hat das Bauamt für kalte Tage Vorsorge getroffen und Heizgeräte ausgeschrieben, so dass "selbst Frost jetzt nicht hemmt". Deshalb ist Fechner optimistisch, dass die Arbeiten bis zu den Weihnachtsferien soweit abgeschlossen sein werden, dass die Fahrbahn asphaltiert ist und der Verkehr wieder fließen kann. Die eigentliche Deckschicht kommt dann im Frühjahr drauf, dafür muss die Bundesstraße dann voraussichtlich noch einmal für mindestens zwei Wochen komplett gesperrt werden, erläutern die beiden Behördenvertreter im Gespräch mit dem Altmühl-Boten.

Als die B 13 vor ein paar Jahren zwischen Nehdorf und Claffheim erneuert wurde, war zumindest eine Fahrbahn für den Verkehr offen, nur der Gegenverkehr musste umgeleitet werden. Viele Autofahrer fragen sich nun, warum das nicht auch zwischen Muhr und Schlungenhof möglich ist. Zum einen ist das den vielen verschiedenen Arbeiten geschuldet, die rund um die Kreuzung in Stadeln notwendig waren (siehe gelber Kasten), Hauptursache sind aber die neuen Sicherheitsvorschriften, die seit knapp zwei Jahren in Kraft sind. Um die Bauarbeiter zu schützen, ist der vorgeschriebene Bereich für eine Baustelle nun breiter, gleiches gilt für die Fahrspur. "Diese Abstände bekommen wir nicht mehr hin", sagt Fechner.

Keine Lösung ist für den Fachmann bei einer so großen Baumaßnahmen — immerhin zieht sie sich über 4,5 Kilometer — eine Ampel. Sie bremst nicht nur den Verkehr aus, sondern auch den Baufortschritt. Denn die Straße kann dann nur häppchenweise saniert werden, die Baumaßnahme kann so bis zu einem halben Jahr länger dauern. Deshalb war die Vollsperrung laut Fechner zwingend notwendig. Die Bauzeit reduziere sich damit auch auf ein Minimum.

Was die Umleitungsstrecken betrifft, so wird hier nicht der kürzeste Weg gewählt, sondern Straßen, die den Verkehr auch aufnehmen können, erläutert Fechner. Deshalb wird der Verkehr in Richtung Ansbach über eine andere Strecke geführt als in Richtung Gunzenhausen. Wenn allerdings Einheimische trotzdem den kürzesten Weg nehmen, könne man nichts machen, das liege in der Verantwortung des Einzelnen. Allerdings weichen immer mehr Autofahrer auf Feldwege aus, berichtet Muhrs Bürgermeister Dieter Rampe kopfschüttelnd. Im Wiesmet gehe es manchmal zu "wie auf der Autobahn". Da könne man nur froh sein, dass keine Brutzeit ist. Dem einen Riegel vorzuschieben, sei hier die Polizei gefordert.

Allerdings hat auch das Bauamt Möglichkeiten, Autofahrer auf Abwegen auszubremsen: "Wir schütten da auch schon mal einen Sandhaufen hin", erzählt Fechner augenzwinkernd.

Auf den Umleitungsstrecken werde versucht, den Verkehr so gut es geht zu händeln, etwa mit Hilfe von Ampeln und Tempo-30-Schildern. Ob und wo eine Signalanlage aufgestellt oder ein Tempolimit verhängt wird, sei mit Polizei und Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde abgestimmt.

Dass es in Streudorf weder das eine noch das andere gibt, stößt der Bevölkerung und besonders den Eltern schulpflichtiger Kinder derzeit sauer auf (wir berichteten). Inwieweit hier Abhilfe geschaffen werden kann oder muss, soll nun nächste Woche im Rahmen einer Verkehrsschau geklärt werden, berichtet Fechner.

Verschärft wurde die Situation noch, als vor rund einer Woche die Staatsstraße 2219 ab der B 466 bis Cronheim gesperrt wurde. Angesichts der winterlichen Temperaturen hat das Bauamt die Maßnahme aber komplett ins Frühjahr verlegt und die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben. Das Problem ist damit aber nur verschoben, denn nun wird es im Frühjahr zu Überschneidungen mit der Baumaßnahme an der B 13 kommen.

Dass diese Überschneidung unglücklich ist, wissen natürlich auch Tobias Wagner und Andreas Fechner. "Eigentlich wollten wir das auseinanderziehen", erläutert letzterer.

Doch der ursprüngliche Plan, mit den Bauarbeiten an der B 13 an Pfingsten zu beginnen, stieß in den betroffenen Kommunen mit Verweis auf die beginnende Urlaubszeit auf wenig Gegenliebe. Auf Bitten des Landratsamts und der Seeanrainer habe man deshalb die Baumaßnahme "in eine Zeit geschoben, in der wir ungern bauen".

Die dringend erforderliche Sanierung der Straße nach Cronheim wiederum soll noch vor Beginn der Kleinen Landesgartenschau in Wassertrüdingen abgeschlossen sein. Gleiches gilt für die Bauarbeiten an der — ebenfalls gesperrten — Ortsdurchfahrt in der Wörnitzstadt. Wer aus Ansbach kommend nach Auhausen und weiter nach Oettingen möchte, wird derzeit über Obermögersheim nach Gnotzheim und dort auf die B 466 geleitet.

Marianne Natalis Altmühl-Bote E-Mail

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