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Freitag, 27.11.2020

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Zuckerrübenernte im Altmühltal: Einsatz für die "Maus"

Der Anbau der Feldfrucht lohnt sich in der Region nach wie vor. - 21.11.2020 15:09 Uhr

Wie man es von der Getreideernte kennt, werden auch längst Zuckerrüben vollautomatisch geerntet.

20.11.2020 © Gerhard Durst


 Die Ernte erfolgt vollautomatisch mit hochspezialisierter Technik, wie man derzeit in Altmühlfranken beobachten kann.

Zwar war wegen der Trockenheit die Jugendentwicklung ab März beeinträchtigt, stellt der Fachmann fest. Jedoch sorgte immer wieder Regen ab Mai dann doch für eine gute Entwicklung. Thomas Dorner aus Windsfeld zum Beispiel konnte dieses Jahr einen Hektarertrag von über 100 Tonnen erwirtschaften. Der Durchschnitt im Landkreis liegt bei 80 Tonnen.

Die Zuckerrübe braucht gute Böden

Im Altmühltal wird die Sonderkultur schwerpunktmäßig angebaut. Nur bei guten Böden wächst die Zuckerrübe, kann allerdings nur alle vier bis fünf Jahre auf demselben Acker angebaut werden. Das Saatgut für die mehrjährige Frucht wird von spezialisierten Betrieben jeweils im Vorjahr vermehrt. Wenig bekannt ist die positive Wirkung der Zuckerrübe für die Umwelt. "Als Tiefwurzler nutzt sie das Nitrat aus tiefen Bodenschichten und trägt dadurch zum Wasser- und Bodenschutz bei", verdeutlicht Alexander Mack.

Die Frucht wird zu 100 Prozent verwertet. Es entstehen neben Zucker auch Melasse, Rübenschnitzel zum Verfüttern und Düngemittel. Ferner wird auf einem Hektar Rüben Sauerstoff für den Jahresbedarf von rund 100 Menschen produziert. Die Rübe bindet im Jahr dreimal so viel Kohlendioxid wie die gleiche Fläche Buchenwald.

Mehrere Tausend Tonnen täglich

Die Zuckerrübenfabriken sichern sich über Lieferverträge ihren Nachschub. Pro Tag werden mehrere Tausend Tonnen Rüben angeliefert und verarbeitet. Die Kampagne dauert von September bis Januar. Trotz des Wegfalls der früheren begehrten Kontingente ist der Anbau im Landkreis lediglich von 370 Hektar 2015 auf 330 Hektar in diesem Jahr zurückgegangen.

Rationelles Reinigen, Aufladen und Wiegen, all das besorgt die „Zuckerrübenmaus“ auf diesem Feld im Altmühltal. Im Hintergrund ist Gundelsheim zu sehen.

20.11.2020 © Gerhard Durst


Der Ernteprozess wird für die hiesige Region von der Zuckerfabrik Rain am Lech gesteuert. Zunächst werden Ende September die Bio-Rüben geerntet und verarbeitet. Danach sorgen Rübenvollernter bis Dezember für die vollautomatische Ernte. Nach dem groben Abschlegeln der Blätter wird bei jeder einzelne Rübe exakt das Blattwerk entfernt und sofort wieder in den Boden eingearbeitet. Die Frucht wird gehoben, das Erdreich entfernt und auf langen Mieten am Ackerrand zwischengelagert.


So wurden die Ernteaussichten im Sommer eingeschätzt


Das Reinigen und Aufladen auf Lastkraftwagen und Abwiegen mittels Durchlaufwaage besorgt dann der Rübenreinigungslader (RRL), auch "Rübenmaus" genannt. Einem Räumschild gleich schiebt die "Maus" die Feldfrüchte mit ihrem Vorbau zusammen. Walzen nehmen sie auf und fördern sie über Ausleger zum Lkw. Polternd fallen die Rüben in den Laderaum. Der füllt sich ruckzuck, nach fünf Minuten befinden sich rund 28 Tonnen im Fahrzeug.

Teure Maschinen

Sieben solche Rübenlaster sind für Dorner an diesem Tag im Einsatz. "Bis 1992 erfolgte die Verladung noch am Bahnhof Windsfeld, bis die Bahn den Transport auf Schienen einstellte." Eine schwere Arbeit sei das gewesen, wie Vater Alfred sich noch gut erinnern kann. Allein für die ausgeklügelte, fruchtschonende Technik der beiden Maschinen mussten rund eine Million Euro investiert werden. Deshalb haben sich 500 Landwirte zur Landwirtschaftlichen Maschinengemeinschaft (LMG) Donau-Ries gbR zusammengeschlossen.

GERHARD DURST

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