Donnerstag, 22.04.2021

|

zum Thema

Gustl Mollath will aus Deutschland auswandern

Nürnberger kann sich kein Leben vorstellen, in dem "Söder der nächste Kanzler ist" - 22.02.2021 08:30 Uhr

Bilderstrecke zum Thema

Der Fall Gustl Mollath: Eine Chronik der Ereignisse

Der Fall Mollath gibt viele Rätsel auf. Was steckt wirklich hinter den Behauptungen des Nürnbergers? Eine Chronik der Ereignisse.


Derzeit lebt Mollath in Norddeutschland, wo er nach eigenen Angaben versucht, Fuß zu fassen. Langfristig wäre er aber "froh, wenn ich irgendein Plätzle auf der Welt finden würde. Ich möchte in Deutschland, vor allem in Bayern, nicht bleiben müssen." Mit Blick auf die Bundestagswahl im September sagte er: "Ich werde dieses Mal erstmals wieder wählen können dürfen und muss damit rechnen, dass (Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus) Söder der nächste Kanzler ist. Das beschleunigt meinen Wunsch, das Land zu verlassen."

Im Interview mit den Nürnberger Nachrichten äußerte der 64-Jährige Finnland als Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen.

Der Nürnberger war 2006 nach einem Prozess wegen angeblicher Gewalt gegen seine Ehefrau in die Psychiatrie eingewiesen worden - zu Unrecht, wie sich Jahre später in einem Wiederaufnahmeverfahren herausstellte. 2747 Tage hatte er bis dahin in der Psychiatrie verbracht.

Bilderstrecke zum Thema

Gustl Mollath spaziert durch Nürnberg

Nach seiner Freilassung aus der Psychiatrie schlenderte Gustl Mollath im August 2013 durch die Nürnberger Innenstadt, zeigte einem Freund Sehenswürdigkeiten und besuchte schicksalsträchtige Plätze seiner Vergangenheit.


Autor Schlötterer, der maßgeblich daran beteiligt war, dass Mollath den Kampf gegen die bayerische Justiz aufnahm und gewann, zeichnet den Fall nach. Der Jurist erhebt in seinem Buch einmal mehr schwere Vorwürfe gegen bayerische Politiker. "Es wird anderen Leuten auch übel mitgespielt hier in Bayern, aber der Fall Mollath war ein Exzess", sagte Schlötterer der dpa.

Bilderstrecke zum Thema

Baumfrevler und "süßer Wolfi": Mysteriöse Kriminalfälle aus Franken

Vermisste Personen, brutale Morde und nie gefasste Täter: Immer wieder gibt es unerklärliche Kriminalfälle - auch in Nürnberg, Franken und der Oberpfalz. Einige sind bis heute nicht gelöst. Eine Übersicht in Bildern.


Wilhelm Schlötterer: "Staatsverbrechen – der Fall Mollath: Das vorsätzliche Verbrechen an Gustl Mollath zwischen Schwarzgeld-Millionen, Vertuschung und der Rolle der CSU“; Finanzbuch Verlag, München 2021, 224 Seiten, 22,99 Euro.

dpa

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Region