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Bürgertestungen in betrieblichen Testzentren

Betriebsärzte in der Warteschleife - 07.05.2021 14:24 Uhr

Die BayWa gehört zum Impf-Modellprojekt in Bayern. Sobald auch Betriebsärzte impfen dürfen, richtet das Unternehmen mobile Standorte ein, die solche speziell ausgestatteten Sanitätsfahrzeuge bedienen. Für Hersbruck wäre das dann Fürth.

07.05.2021 © PR


Eine Neuerung hierbei sind die sogenannten Bürgertestungen, sprich eine Testmöglichkeit in einem betrieblichen Testzentrum, wenn dieses bestimmte Voraussetzungen erfüllt und vom Gesundheitsamt gemäß der Coronavirus-Testverordnung beauftragt wurde. Der Landkreis Roth und die Unternehmerfabrik Landkreis Roth hatten dieses Konzept entwickelt und umgesetzt, teilt die IHK Mittelfranken in einer Pressemeldung mit.


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Sie versucht nun, das Modell auf den Regierungsbezirk auszuweiten: "Wir möchten mithelfen, das auch in anderen Landkreisen einzuführen und damit die regionale Verfügbarkeit von Testmöglichkeiten zu verbessern", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch. Das Prozedere sähe laut IHK wie folgt aus: Die IHK berät die interessierten Unternehmen, klärt das Vorliegen notwendiger Voraussetzungen (Vorliegen eines Test- und Hygienekonzeptes), erstellt eine Liste der geeigneten Betriebe und übergibt diese an das Gesundheitsamt.

Ämter prüfen

Dieses prüft dann die Unterlagen und klärt beim Ordnungsamt, ob die Teststelle in das regionale Konzept passt. Abschließend spricht das Gesundheitsamt die sogenannte "Beauftragung weiterer Dritter" aus und lässt damit die "Bürgertestung" im Testzentrum des jeweiligen Betriebs zu.

Im Landkreis halten sich die Reaktionen auf diesen Vorstoß jedoch in Grenzen. "Bei uns haben nicht viele Firmen diesbezüglich angefragt", berichtet Rolf List, Sprecher des Landratsamts Nürnberger Land. Die Einrichtung eines eigenen Testzentrums lohne sich nur für große Unternehmen, weiß List. "Aber die möchten keine Fremden aufs Gelände lassen – wegen der Wahrung des Betriebsgeheimnisses."

Pflicht erfüllt

Bürgertestungen scheinen bei den heimischen Unternehmen aktuell keine Option. "Wir stellen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwei Schnelltests pro Woche zur Verfügung. Ein Testzentrum ist derzeit nicht geplant", erklärt Verena Kern, Head of Communications/Marketing bei Fackelmann. Ähnlich fällt die Antwort bei Eckart in Hartenstein aus: "Unsere frühzeitig ergriffenen und immer noch geltenden Vorsichtsmaßnahmen haben sich als wirksam erwiesen. Als zusätzliche Schutzmaßnahme haben wir in den vergangenen Wochen mehrere Tausend Selbsttests eingekauft."

Jedoch stellt Eckart seit einigen Wochen den Firmenparkplatz in Güntersthal für eine Testeinrichtung des ASB Jura bereit, führt Susanne Scheler, Global Head of Marketing Communications bei Eckart, aus. Solche Kooperationen mit ASB oder BRK sind laut List auch bei den Bolta-Werken oder Seda in Neuhaus zu finden.

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Zehn im Modell

Während also Tests schon im Rollen sind, befindet sich der Großteil der Betriebe beim Impfen im Wartemodus. Bis auf die zehn ausgewählten Unternehmen, die im Rahmen eines Modellprojektes der Bayerischen Staatsregierung in die nationale Impfkampagne einsteigen: Ab Mai impfen hier die Betriebsärzte die Mitarbeiter.

Klappt das gut, könnten laut Bundesgesundheitsministerium ab Juni alle Unternehmen folgen. Dann wäre auch die BayWa, die mit dem Hauptsitz in München zum Modellprojekt zählt, laut Pressemeldung "startklar, um die Impfkampagne sofort auf zehn temporär eingerichtete Impfzentren und mehrere mobile Standorte, die mit einem speziell dafür ausgestatteten Sanitätsfahrzeug angesteuert werden, auszuweiten".

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Größe und Lage

Für den Standort Hersbruck wäre das dann das temporäre Impfzentrum in Fürth, verrät Pressesprecherin Antje Krieger. "Wir haben darauf geachtet, die Standorte gleichmäßig in Bayern, Württemberg und Sachsen auszuwählen und haben uns dabei besonders auf die Betriebe konzentriert, die verkehrstechnisch günstig liegen und groß genug sind, um eine solche Impfkampagne erfolgreich umzusetzen."Ob und wie sich diese Planungen noch verändern, das hänge sehr stark von der Menge des verfügbaren Impfstoffs ab, der durch Betriebsärzte verabreicht werden darf, so Krieger. Besonderen Vorrang hätten die Regionen, in denen die Inzidenzwerte am höchsten sind, führt sie weiter aus.Lage zu vage

Die Vorbereitungen fürs Impfen laufen auch bei Eckart. "Sobald Impfdosen zur Verfügung stehen, wird bei Eckart eine betriebliche Impfaktion durch den Betriebsarzt durchgeführt. Wir hoffen, dass dies im Juni der Fall sein wird", sagt Scheler.


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"In Klärung" ist ebenfalls Fackelmann: "Aber derzeit können wir noch nichts Konkretes dazu sagen. Die Impfmöglichkeiten limitieren sich an der Verfügbarkeit der Betriebsärzte, deswegen ist das alles momentan sehr vage", erläutert Kern.

Drei mögliche Termine

Diese Planungsunsicherheit spürt Antonia Dommke enorm. Die Arbeitsmedizinerin sei bislang vielfach von Firmen aufs Impfen angesprochen worden, "das Interesse ist sehr groß". Jedoch fehlen genaue Informationen, um das Vorhaben planen zu können. Wie ein genaues Datum für den Start: "Es standen drei mögliche Termine im Raum", erzählt Dommke: Juni, Mitte Juni oder laut Markus Söder im Mai im Zuge der Aufhebung der Impfpriorisierungen. Jetzt verkündete Gesundheitsminister Jens Spahn "wohl ab 7. Juni".

Dazu kämen noch mehr Fragen, so Dommke: Welchen Impfstoff wird sie erhalten? Wie muss er gelagert und transportiert werden? Sind dann die Impfungen nur in der Hersbrucker Praxis oder vor Ort im Betrieb durchführbar? Mit dem derzeitigen Kenntnisstand hingen Unternehmen und Betriebsärzte in der Luft: "Damit kann man nicht arbeiten."


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Andrea Pitsch

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