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Corona und der Umweltschutz

Umweltfreundlich ist das Coronavirus nicht - 27.11.2020 11:10 Uhr

Vor Corona war das Hauptthema der Gesellschaft der Klimaschutz. Jetzt werden unter anderem massenhaft Einwegmasken produziert, die nicht umweltfreundlich und nachhaltig sind.

26.11.2020 © belyaaa - stock.adobe.com


Welche Auswirkungen Corona auf die Klima- und Umweltpolitik hat, darüber hat sich Ortssprecherin Barbara Knodt zusammen mit ihrem Vorstand Christian Fischer, Anke Oehler und Steffen Bavendiek von den Hersbrucker Grünen Gedanken gemacht.

Noch am Jahresanfang waren Fridays for Future und Klimawandel in aller Munde; seit Corona hört man fast nichts mehr davon. Wie geht es Ihnen damit?

Barbara Knodt: Ich finde das natürlich sehr bedauerlich. Die Corona-Krise drängt die Klima-Krise in den Hintergrund, wobei diese ja wegen Corona nicht weniger dringlich ist. Der Klimawandel schreitet voran. Es ist auch sehr schade, dass die Generation, die mit ihren Klimastreiks einiges in Bewegung gebracht hat, der guten Sache nicht weiter Nachdruck verleihen kann. Viele Politiker haben allerdings verstanden, dass sie mit einem konservativen „Weiter so“ kaum Wähler der nächsten Generation gewinnen können. Insofern haben die Demonstrationen sicher eine längerfristige, aber – zumindest derzeit – abnehmende Wirkung.

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Werbung für Mehrweg

Vor Corona holte man sein Essen, die Brötchen oder den Kaffee in mitgebrachten Behältern oder Tüten ab; jetzt sieht man das immer weniger.

Dabei müsste das nicht sein, denn auch in Corona-Zeiten ist es erlaubt, Essen zum Mitnehmen in eigenes Geschirr verpacken zu lassen, wenn die damit verbundenen Hygienemaßnahmen beachtet werden. Laut einer BR-Info müsse das Geschirr sauber sein, der Kunde müsse es selbst öffnen und schließen und es sollte kein Kontakt zwischen dem Behälter und demjenigen entstehen, der das Essen ausgibt. Gerade die Gastronomen in und um Hersbruck bieten zum allergrößten Teil die Möglichkeit, eigene Behälter für Take-Away-Essen mitzubringen – vielleicht sogar jetzt noch mehr als vor Corona, weil die Nachfrage einfach gestiegen ist. Aber sicher könnte man hier noch mehr Werbung für Mehrwegverpackungen machen – am Ende spart es ja auch Kosten beim Händler.

Inwieweit sind Corona und die Umwelt ein Thema bei Ihnen im Ortsverband beziehungsweise in der Partei?

Die Corona-Situation führt dazu, dass Aktionen und Treffen gar nicht oder nur virtuell stattfinden können. Eigentlich hätten wir uns vom Ortsverband gern an einer Fahrraddemonstration beteiligt, die jetzt am Wochenende geplant war. Ob sie an dem nun angedachten Termin im Dezember stattfinden kann, ist noch völlig unklar. Wir hatten auch vor, Vorträge und Diskussionen im „Na und!“ zu veranstalten, was jetzt nicht möglich ist. Genau die Fragen, die Sie stellen, werden intensiv in grünen Onlineforen diskutiert. Wie schaffen wir es, Umweltthemen voranzubringen in Zeiten von Corona – mit zukünftig weniger Budget.

Rad mehr im Fokus

Macht Corona das bislang in Politik und im Bewusstsein der Menschen Erreichte zunichte?

Das kann man befürchten, wenn das Thema noch lange so bestimmend ist. Meine Hoffnung ist aber, dass die Erfahrungen aus der Corona-Krise auch zu einem für Umweltthemen positiven Umdenken beitragen können und daher auch Chancen bieten. So verbreitet sich die Möglichkeit der Arbeit im Homeoffice, Besprechungen können oft auch online erfolgen, daher kann sich das Verkehrsaufkommen reduzieren. Seit Beginn der Corona-Krise hat das Fahrrad als Verkehrsmittel sehr an Attraktivität und Bedeutung gewonnen. So haben in Hersbruck schon jetzt beim noch bis Ende November laufenden Fahrradklima-Test des ADFC mehr als fünfmal so viele Teilnehmer mitgemacht als noch vor zwei Jahren. In vielen Städten und Gemeinden wurden Popup-Radwege angelegt, um dem Radverkehr mehr Platz zu geben. Leider ist hier in Hersbruck bisher noch recht wenig passiert. Es wurde überhaupt deutlich, was politisch möglich ist. Da fragt man sich schon manchmal: Was hätten wir alles erreichen können, wenn die seit Jahrzehnten bekannte Klimakrise mit annähernd der gleichen Ernsthaftigkeit und mit ähnlichem Budget angegangen worden wäre?

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Andrea Pitsch

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