Montag, 16.12.2019

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Feuer in Hersbrucker Behindertenheim: Frau verbrannte - Machte Angestellter Fehler?

Rettungskette gestört? Kriminalpolizei ermittelt gegen 51-Jährigen - 26.11.2019 14:35 Uhr

22 Menschen mussten nach dem Brand in dem Wohnheim evakuiert werden. © Pressefotograf Andreas Eberlein


Ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungskräften rückte am Nachmittag des 17. Novembers ins Hersbrucker Don-Bosco-Haus aus. Wegen eines Brandes musste die Einrichtung, in der psychisch kranke und behinderte Menschen betreut werden, geräumt werden. Im Inneren fanden Retter eine 65-Jährige leblos in ihrer Wohung. Einsatzkräfte brachten sie ins Freie - dort konnte ein Notarzt aber nur noch den Tod der Frau feststellen. 

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Nach Brand in Don-Bosco-Haus: Feuerwehr findet tote Person

Am Sonntagnachmittag sorgte ein Zimmerbrand im Don-Bosco-Haus für einen Großeinsatz in Hersbruck. In der Einrichtung sind 25 behinderte sowie psychisch kranke Menschen gemeldet, 16 von ihnen wurden wegen des Feuers vom Rettungsdienst betreut. Nachdem der Brand gelöscht war, fand die Feuerwehr im Inneren des Anwesens eine leblose Person.


Seit gut eineinhalb Wochen ermittelt die Schwabacher Kriminalpolizei, auch das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) ist eingebunden. Jetzt präsentieren die Experten erste Ergebnisse. Zur Ursache könne man noch immer keine Angaben machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Präsidium Mittelfranken. Im Fokus steht ein medizinisches Sauerstoffgerät, das die 65-Jährige benutzte. Es könnte möglicherweise den Brand ausgelöst haben und wird derzeit vom LKA untersucht. Klar ist hingegen: Die Frau starb nicht wie so oft an einer Rauchgasvergiftung, sondern an ihren schweren Brandverletzungen. Das bestätigte eine Obduktion der Verstorbenen. 

Hätte Evakuierung schneller ablaufen können?

Ins Visier der Ermittler geriet auch ein 51-Jähriger. "Nach aktuellen Erkenntnissen", so die Polizei, gehe man davon aus, dass der Betreuer der Wohneinrichtung am Tag des Brandes vorgesehene Abläufe nicht eingehalten hat - und dadurch die Rettungskette unterbrach. "Es wird gerprüft, ob die Evakuierung und der Einsatz hätten schneller ablaufen können", erklärt Polizeisprecher Michael Konrad auf nordbayern.de-Nachfrage. Dann wäre womöglich der Tatbestand der fahrlässigen Tötung gegen den Angestellten erfüllt. 

Zum Zeitpunkt des Brandes waren 25 Menschen im Don-Bosco-Haus gemeldet, 22 von ihnen mussten evakuiert werden. Sie kamen vorübergehend in einem nahegelegenen Heim des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) unter - dort blieben sie, bis sie ihre Wohnungen wieder betreten durften. Wie hoch der Sachschaden ist, bleibt weiterhin unklar. 


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