"Gipfelsturm": Hersbrucks Etat knackt 30-Millionen-Euro-Marke

2.3.2014, 15:26 Uhr
Hersbrucks Sparstrumpf ist derzeit reich gefüllt: Doch die 3,2 Millionen Euro an Rücklagen sind wegen der Investitionen bitter notwendig. Repro:

Hersbrucks Sparstrumpf ist derzeit reich gefüllt: Doch die 3,2 Millionen Euro an Rücklagen sind wegen der Investitionen bitter notwendig. Repro: © Jürgen Ruppert (Repro)

Rathauschef Robert Ilg und die Redner der vier Fraktionen lieferten sich trotz des laufenden Wahlkampfs keinen verbalen Schlagabtausch, Harmonie war vielmehr Trumpf. Der Etat wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Zweite Bürgermeisterin Brigitta Stöber äußerte am Anfang ihres Vortrags nur einen kleinen Kritikpunkt: Das Rednerpult war ihr zu hoch und (O-Ton) "High Heels" hatte sie auch nicht an. So sprach die SPD-Politikerin von ihrem Platz aus.

Hubert Seidler skizzierte die Eckdaten. Auf exakt 30.042.000 Euro beläuft sich das Zahlenwerk, das er und die Verwaltung in den letzten Wochen erarbeitet haben. Die laufenden Kosten umfassen fast 23,2 Millionen Euro, die Investitionen rund 6,85 Millionen Euro.

"Noch nicht über dem Berg"

"Der Gipfelsturm löst bei mir keine euphorische Jubelstimmung aus. Lieber wäre es mir, ich könnte Ihnen versprechen, dass die städtischen Finanzen über dem Berg sind. Leider ist dem nicht so, so dass unser Weg dahin weiterer Anstrengungen bedarf", sagte der Kämmerer den Stadträten.

Die Kredite steigen heuer auf 21,3 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dann 1754 Euro. Bis Ende 2017 möchte der Kämmerer das Minus auf 17,5 Millionen Euro drücken. "Wegen der Therme sehe ich vorläufig kein Licht am Ende des Tunnels", beurteilte Stadträtin Ulrike Engelbrecht die Lage negativer als die Fraktionssprecher.

Einhelliges Lob erhielt die Bürgerinitiative Haid-Unterführung, der nicht nur Brigitta Stöber eine "überzeugende angenehme Art" bescheinigte. Kein gutes Haar ließen die Redner dafür an den Hersbrucker Windkraftgegnern. Nicht nur Jürgen Amann vom Freien Rathausblock vermisste bei ihnen "den fairen Umgang miteinander gerade bei unterschiedlichen Meinungen".

"95 Prozent der Beschlüsse im Hersbrucker Stadtrat fallen einstimmig", hob Peter Uschalt von der CSU hervor. "Verantwortlich für das gute Betriebsklima ist unser erster Bürgermeister Robert Ilg, der mit seinem Führungsstil einem jeden von uns (ehrenamtlichen Stadträten) das Gefühl gibt, dass man gebraucht wird", dankte Jürgen Amann dem Rathauschef in seiner Rede.

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