"Now you see me Moria" - Hersbrucker Geschäfte beteiligen sich

17.2.2021, 16:32 Uhr
Plakate wie dieses sollen die prekären Verhältnisse in Moria ins Gedächtnis rufen

Plakate wie dieses sollen die prekären Verhältnisse in Moria ins Gedächtnis rufen © www.nowyouseememoria.eu

Während die ganze Welt unter dem Coronavirus ächzt und das Thema einen Großteil der weltweiten Nachrichten einzunehmen scheint, wird das Leid im Flüchtlingscamp Moria immer größer. Hilfsorganisationen berichten von menschenunwürdigen Zuständen, unter denen die Menschen dort leben müssen, im Dreck und in überschwemmten Zelten. Genau das will die Initiative "Now you see me Moria" mit einer Plakataktion wieder mehr ins Gedächtnis rufen. Auch Hersbrucker Geschäfte beteiligen sich.

Schaut man sich den Instagramaccount von "Nowyouseememoria" an und scrollt sich durch die Bilder, macht sich ein beklemmendes Gefühl breit: Mit der Social-Media-Plattform und ihrer Internetseite www.now-youseememoria.eu wollen sie auf die Situation in Moria aufmerksam machen. Zu den Bildern direkt aus dem Camp veröffentlichen sie zusätzliche Informationen und Erlebnisberichte. Denn weil Journalisten und Fotografen nur schwer Zugang zum Camp bekommen, haben sich die drei einen eigenen Weg gesucht, damit die Verhältnisse dort nicht in Vergessenheit geraten.

Überwältigt von Bildern

Über Instagram ist auch Jule Olpp auf die Aktion aufmerksam geworden. Die junge Algersdorferin war sofort "überwältigt" von den teilweise intimen Einblicken und Schicksalen, erzählt sie. "Ich behielt das Thema sofort im Kopf", sagt Olpp. Und genau darauf kommt es den Initiatoren an.

Nun will sie ebenfalls ihren Teil dazu beitragen, die Verhältnisse in Moria wieder mehr in die Öffentlichkeit zu bringen: mit einer Plakataktion in ihrer Heimat. Schon im Januar starteten die Initiatoren einen Aufruf dazu. Europäische Designer sollten aus den Fotos der Instagramseite Plakate entwerfen, die auf der Website hochgeladen werden. Von dort können die Plakate wiederum von jedem kostenlos heruntergeladen werden. Ziel ist es, so viele Plakate wie möglich überall dort aufzuhängen, wo sie gut sichtbar sind, um so das Gespräch über und bestenfalls eine Veränderung in der europäischen Flüchtlingspolitik anzuregen.

Aktion läuft weiter

"Ich ging mit einer Freundin in Hersbrucker Geschäfte und fragte, wer Plakate aufhängen würde", erzählt Jule Olpp. Und bei nicht wenigen stießen sie auf Gehör, unter anderem die Bücherei Lösch, Mosquito, GreenHorn und der Bioladen hätten ihre Unterstützung zugesagt. Auf jedem Plakat ist zudem ein QR-Code aufgedruckt, der direkt zur Website führt.


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"Ich fand die Aktion total beeindruckend, alleine, wie die drei Flüchtlinge das aus dem Camp heraus auf die Beine stellen konnten", erzählt die Algersdorferin weiter. Den Initiatoren gehe es nicht um Spenden, weiß Olpp. Vielmehr sei es eine Art Protest. Sie prangern die europäische Flüchtlingspolitik an, nach der Flüchtende nur in dem Land Asyl beantragen können, in dem sie als erstes ankommen.

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