Stress und Elternsprechwoche: Der Corona-Alltag in der Hersbrucker Grundschule

4.11.2020, 10:32 Uhr
Vom ersten Schultag an mussten sich die Hersbrucker ABC-Schützen an Mund-Nasen-Bedeckungen abseits von ihren Sitzplätzen gewöhnen.

Vom ersten Schultag an mussten sich die Hersbrucker ABC-Schützen an Mund-Nasen-Bedeckungen abseits von ihren Sitzplätzen gewöhnen. © J. Ruppert

"Bislang sind wir noch gut weggekommen, es hat sich noch kein Kind und keine Lehrerin mit dem Virus infiziert", sagte Ruth Schneider. Die Schule ist aber gewappnet. Derzeit läuft der "normale" Unterricht mit Auflagen, wie etwa späterem Beginn für die Viertklässler, versetzten Pausen auf unterschiedlichen Plätzen, Lüften, zusätzlichem Reinigen und Mund-Nasen-Bedeckung.

Sollte sich die Lage ändern, ist als nächste Stufe eine Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht mit halben Klassen vorgesehen. Statt wochenweisem Wechsel der Gruppen wie im Frühjahr ist jetzt eine tageweise Lösung geplant. Dies habe die Rektorin mit den Eltern bereits abgeklärt. "Die Erstklässler haben eine stärkere Betreuung nötig – Home-Schooling ist für sie nichts", sagte sie. Bei den ABC-Schützen sieht der Wechselunterricht deshalb so aus, dass jede Gruppe drei Stunden am Tag kommen darf.

Elternwoche statt -abend

Ein möglicher Lockdown mit Microsoft Teams, Materialpaketen, Wochenplan und einer Konzentration auf die Hauptfächer wird für Lehrer und Eltern eine große Herausforderung. Die Jüngsten würden auch in diesem Fall nach dem Leitspruch "Je jünger, umso weniger digital" gesondert behandelt, sagte Ruth Schneider. Außerdem würde die Grundschule eine Notgruppe anbieten. Um die Elternsprechabende zu entzerren, wird eine Elternsprechwoche vorbereitet.

Birgit Meister von der Stadtverwaltung ergänzte den Vortrag der Schulleiterin mit Nachrichten zu Schülerbeförderung, Lüftungsgeräten und CO2-Messstationen. In den Hersbrucker Kindertagesstätten gibt es weniger Personalwechsel zwischen den Gruppen und transparente Masken. Die Mehrkosten sind derzeit noch nicht abzuschätzen, sagte Meister auf Nachfrage von Irmgard Raum.

"Die Vorbereitung auf Corona-Szenarien läuft", sagte Bürgermeister Robert Ilg und hofft, dass der Status Quo möglichst lange erhalten bleibt. Bei seinem letzten Besuch in der Grundschule habe er trotz der Auflagen gut gelaunte Kinder erlebt. "Das Beste daraus machen", dankte Armin Steinbauer für alle Anstrengungen. Doris Dischner fragte, wie Geschwister in verschiedenen Klassen behandelt werden. "Viel Kraft für die nächste Zeit", wünschte Dr. Thomas Träg der Rektorin und den Lehrerinnen.

Glasfaser für die Schulen

Schon vor Corona war mit der Digitalisierung der Grundschulhäuser in Hersbruck und Altensittenbach begonnen worden. Unter das Schlagwort "Digitalisierung" fallen Glasfaseranschlüsse, eine Terminal-Server-Lösung und Klassenzimmer mit Digitaltafeln, Lehrer-Arbeitsstationen, Beamer, Dokumentenkameras und mobile Endgeräte für die Schüler wie Tablets und Notebooks.

Die Verkabelung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, erwartet Robert Ilg. Neben hausinternen Strängen muss zum Beispiel auch ein Leerrohr vom Versorger Hewa gekauft werden. Birgit Meister hat sich mit den verschiedenen Förderprogrammen beschäftigt, damit die Stadt als Sachaufwandsträger der Grete-Schickedanz-Grundschule möglichst viel Unterstützung ausschöpfen kann. "Eine Sisyphusarbeit", dankte ihr der Bürgermeister im Namen der Stadträte.

Birgit Meister informierte zudem über die im Mittelschulverband beschlossene Aufstockung des Kinderkompetenzzentrums um eine Ebene. Sobald die Etage fertig ist, soll der ASB-Schülerhort im ersten Stock mehr Zimmer erhalten. Das erhöht die Platzzahl und entspricht letztlich dem Wunsch der Eltern. Allerdings muss die Stadt Hersbruck die Regierung von Mittelfranken einbeziehen, da für die Räume Zuschüsse geflossen sind.