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Wegen Corona-Krise: Tafeln im Nürnberger Land schließen

Lebensmittel und Helfer fehlen: Einrichtungen in Bayern geraten unter Druck - 26.03.2020 14:58 Uhr

Für Bedürftige sind die Tafeln oft das letzte Mittel um an Nahrung zu kommen. © Hans-Joachim Winckler


Das Coronavirus, das ist bereits jetzt absehbar, dürfte die Ärmsten der Gesellschaft besonders hart treffen. Viele Hilfsangebote für Obdachlose und Einkommensschwache sind in Not, jetzt greifen die Tafeln im Nürnberger Land zu einer - für Bedürftige - weitreichenden Maßnahme: Alle Ausgabenstellen werden vorerst geschlossen. Zu groß sei die Gefahr, dass sich Angestellte und freiwillige Helfer mit CoV-Sars-2, dem Erreger, der derzeit die Schlagzeilen dominiert, anstecken könnten. 

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Es galt, so die Verantwortlichen in einer Mitteilung, das Risiko für die Mitarbeiter sowie die Kunden sorgfältig abzuwägen. "Die Gesundheit und das Leben dieser Menschen und derer Familien haben für den Vorstand oberste Priorität und zu dieser Entscheidung geführt." Wie lange die Ausgabestellen geschlossen bleiben müssen, ist derzeit noch völlig unklar. Die Situation werde "laufend beobachtet" und tagesaktuell beurteilt. 

"Halten das Vorgehen für geboten"

"Wir handeln aber verantwortungsvoll und halten das Vorgehen aus den genannten Gründen für geboten", sagt der erste Vorsitzende der Tafeln im Nürnberger Land, Helmut Doyen. "Unser ausdrücklicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tafel für ihr Engagement sowie für die uns in dieser schweren Zeit zuteil gewordene Hilfe."

Ausgabe in Nürnberg noch möglich

Viele Tafeln in Bayern schlagen Alarm. Wegen der Corona-Krise seien Lebensmittel knapp. "Es ist wichtig, dass gerade die Ärmsten der Gesellschaft jetzt versorgt werden", sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) am Mittwoch. Doch es knirscht an allen Ecken. Wegen der hohen Nachfrage in den Supermärkten kämen kaum noch Lieferungen bei den Tafeln an. Auch Helfer fehlen. Viele können nicht eingesetzt werden, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören - etwa wegen ihres Alters oder chronischer Erkrankungen. Der Besuch von Tafeln ist in Bayern weiterhin ausdrücklich erlaubt, trotz der Ausgangsbeschränkungen. 


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Noch sind die meisten Einrichtungen in der Region weiter geöffnet. Die Ausgabestellen in Nürnberg etwa haben weiter geöffnet, lediglich den Ablauf habe man geändert. Maximal fünf Kunden gleichzeitig dürfen in die Einrichtungen. Die Verantwortlichen mahnen: "Bitte erledigen Sie ihren Einkauf dann zügig". Zudem sollen Kunden, die etwa Schnupfen, Husten oder Fieber haben die Einrichtungen meiden. "Bitte lassen Sie ihren Einkauf dann von Familienangehörigen, Nachbarn und Freunden erledigen." 

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