Windräder in Hersbruck und Reichenschwand vor dem Aus?

14.1.2014, 20:53 Uhr

Konkreter wird dafür eine neue Stromtrasse. „10H“, also das zehnfache der Nabenhöhe, heißt die neue Zauberformel für die Distanz einer Windmühle zur nächsten Wohnbebauung. Bei der derzeit üblichen Größe der Anlagen von an die 150 Meter wären das dann 1,5 Kilometer.

Ausgehend von diesen Zahlen hat der Planungsverband Industrieregion Mittelfranken in seiner turnusgemäßen Sitzung im Nürnberger Rathaus die dann noch möglichen Gebiete für Strom aus Windenergie besprochen. „Es würde nicht viel übrig bleiben“, lautete das Fazit. Die Flächen nördlich von Reichenschwand und Hersbruck sind von Orten umringt. Niedrige Windräder lohnen sich wirtschaftlich nicht. Landrat Armin Kroder als Mitglied im Planungsverband hatte den Bericht mit Bedauern zur Kenntnis genommen.

Wie sich die Entscheidung der Regierung von Horst Seehofer auf die beantragten Vorbehaltsflächen für Windkraft am Hansgörgl und bei Großviehberg auswirkt, war am Dienstag nicht zu ermitteln. Die Bürgermeister Bruno Schmidt und Robert Ilg sowie Harald Kiesl vom Versorger Hewa hatten zu anderen Themen wichtige Besprechungen und konnten so noch keine Stellungnahmen abgeben.

Bestandsschutz wie bei dem schon viel weiter fortgeschrittenen Windenergie-Projekt in Langenzenn kommt im heimischen Raum wohl kaum in Betracht. Allerdings haben die Hewa und Reichenschwand schon einiges Geld investiert. Allein das Windgutachten kostete rund 100.000 Euro. Nach Abzug der Fördergelder bleiben beiden Beteiligten jeweils etwa 30.000 Euro an Unkosten. In den letzten Wochen gab es übrigens auch in Kersbach, Weißenbach und Siegersdorf einen (späten) Aufschrei gegen die Windräder am Hansgörgl.

Etliche Bewohner aus dem Tal haben sich den Reichenschwander Gegenwind-Aktivisten angeschlossen und wollen den „Angriff auf die heimatliche Landschaft“ abwehren. Am Mittwoch um 19 Uhr findet im Berggasthof Glatzenstein in Weißenbach eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative statt.

Keine Kommentare