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Herzogenaurach stellt komplett auf LED-Licht um

Über 3000 Straßenlaternen sind betroffen - 27.09.2019 07:00 Uhr

In der Innenstadt muss die Umstellung mit Feingefühl vorgenommen werden. Der heilige Kilian soll nicht in kaltem Licht stehen.


3652 Straßenlaternen gibt es in Herzogenaurach, so hat die Beraterfirma Energievision nachgezählt. Alle "Leuchtköpfe" wurden katalogisiert und begutachtet, sagte Geschäftsführer Dominik Böhlein am Mittwoch in der Stadtratssitzung. Rund 13 Prozent der Laternen sind bereits umgerüstet, der Rest wird vorwiegend noch mit Natriumdampfleuchten betrieben. Eine Technik, vor Jahren das Mittel der Wahl, mittlerweile aber locker überholt von den heutigen Leuchtdioden.

Bürgermeister German Hacker veranschaulichte, was die berechnete Senkung des Stromverbrauchs von 1,3 Millionen auf 300 000 Kilowattstunden bedeutet (minus 75 bis 80 Prozent): Die Einsparung entspreche dem elektrischen Energieverbrauch von rund 250 Vierpersonenhaushalten. Dadurch, so Dominik Böhlein, stünden die Chancen gut, dass sich die Umrüstung schon im zehnten Betriebsjahr insgesamt zu amortisieren beginnen.

Bislang war geplant, die Umrüstung sukzessive vorzunehmen. Die Prüfung durch Energievision überzeugte nun aber nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Stadträte aller Fraktionen.

Walter Drebinger (CSU) riet aber dazu, bei der Umstellung insbesondere in der Altstadt genau hinzusehen, welche Farbtemperaturen gewählt werden, damit die romantische Stimmung in der Altstadt nicht durch zu kaltes Licht kaputt gemacht werde. Hier werde man sehr sensibel vorgehen, hieß es.

Die LED-Technik, so Dominik Böhlein, sei auf mehreren Gründen unschlagbar: LED-Lampen seien effizient und langlebiger (bis zu 40 Jahre), sie erlaubten eine genaue Licht(stärke)lenkung und sei "insektenfreundlicher". Zudem gebe es derzeit Fördermittel. Die LED-Technik dürfte sich in den kommenden Jahren nicht noch wesentlich verbessern, die Preise seien aber derzeit sehr günstig. "Der ideale Zeitpunkt also, jetzt umzustellen", so Böhlein.

Als weiterer positiver Nebeneffekt wurde genannt: Alle Laternen sollen im Zuge der Umstellung nummeriert werden, sodass Bürger der Verwaltung unkompliziert mitteilen können, wenn sie einen Schaden oder ein Problem mit einer Laterne melden wollen.

MATTHIAS KRONAU

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