Donnerstag, 14.11.2019

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Aus für Sterbekasse

Mehrheit der Herzogenauracher Mitglieder votierte gegen eine Übernahme durch Versicherungsverein Fürth. - 18.10.2019 18:48 Uhr

Hans Weiland (links), der Chef der Sterbekasse Herzogenaurach, und Klaus Tschippley vom Versicherungsverein Fürth bei der Versammlung am Donnerstag.


Der langjährige Vorsitzende Hans Weiland hatte sich mit seinem Team seit mehreren Jahren vergeblich bemüht, ein neues Führungsgremium für die Gesellschaft zu finden. Gemeinsam mit Martin Leitmann, in der Aufsichtsbehörde der Regierung von Mittelfranken für die Sterbekasse zuständig, war man im Vorfeld bestrebt eine Alternative zur Auflösung zu finden. Dabei hatte man eine Übernahme durch die Fürther Einrichtung nicht nur in Erwägung gezogen, sondern diese mit den dortigen Entscheidungsträgern auch intensiv abgeklärt.

Bei der Versammlung am Donnerstag gedachte man aber zunächst des im September verstorbenen Vorstandsmitglieds Gerhard Hagen, den Weiland ausführlich würdigte. Es folgte sein Rechenschaftsbericht für 2018 nebst des Kassenberichtes von Schatzmeisterin Claudia Grüner. Dabei konnte man für den Vermögensstand erneut einen Gewinn, diesmal über 4374 Euro, verzeichnen.

Nachfolgend fiel es Weiland nicht leicht über eine Auflösung zu sprechen, sachlich und präzise erläuterte er aber beide zur Wahl stehenden Szenarien: So besteht unter anderem ein Auflösungsgutachten, wonach für jedes Mitglied der Abfindungsbetrag – gestaffelt nach Versicherungsbeginn – ermittelt wurde.

Ähnliche Probleme

Bei einer Übernahme hingegen gewährleisten die Fürther den Herzogenaurachern den Beibehalt der 935 Euro Sterbegeld-Auszahlung. Ihr Vorsitzender Klaus Tschippley erklärte, dass man in Sachen Mitgliederentwicklung (derzeit 4800 Personen) ähnliche Probleme kenne wie in Herzogenaurach, auch deshalb bemühe man sich um die Übernahme.

Auf Anfrage von Bernhard Schwab, ob daran gedacht sei einen Herzogenauracher in das Fürther Führungsgremium aufzunehmen, musste Tschippley verneinen um hinzuzufügen, dass dies später durchaus möglich wäre. Als dann auch noch Altbürgermeister Hans Lang äußerte, dass er keine gravierenden Signale aus Fürth für den Anschluss erkennen könne und sich persönlich dagegen ausspreche, kam dies fast einer Vorentscheidung gleich.

Bereits im Vorfeld war deutliche Skepsis zu spüren, und so konnte das klare Votum für die Auflösung nicht mehr überraschen. Nachdem sowohl Lang als auch Bürgermeister German Hacker das große und erfolgreiche Engagement von Hans Weiland gewürdigt hatten, erläuterte Weiland die weitere Abwicklung: Erst bedürfe es noch etlicher formaler Anstrengungen, bevor das Vermögen der Gesellschaft verteilt werden könne, frühestens ein Jahr nach offizieller Auflösungsbestätigung. Die Mitglieder werde man schriftlich über die Details informieren.

"Es fällt mir schwer nach vielen Jahren, in denen ich mit Herzblut dabei war, diese heutige Entscheidung mit umzusetzen. Doch die Auflagen wurden immer schwieriger, daher danke ich heute allen, die ebenso engagiert diesen Weg mitgegangen sind", sagte Weiland am Ende der Versammlung.

VOLKER SCHNELLER

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