Mein Lieblingsplatz

Begeisterung beim Blick in die Sterne

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Jeanette Seitz..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Jeanette Seitz

Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt

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24.8.2021, 14:25 Uhr
Am Teleskop und auf der kleinen Bank am Gartenteich in seinem eigenen Garten in Weisendorf fühlt sich Reinhard Grimmer wohl.

Am Teleskop und auf der kleinen Bank am Gartenteich in seinem eigenen Garten in Weisendorf fühlt sich Reinhard Grimmer wohl. © Jeanette Seitz, NN

"Was es da draußen alles gibt", sagt Reinhard Grimmer immer noch staunend. Und das, obwohl er schon seit vielen Jahren den Himmel mit seinem Teleskop beobachtet. "Der Sternenhimmel ist nicht statisch, ich entdecke jedes Mal wieder etwas Neues." Das Teleskop baut der 72-jährige Weisendorfer am liebsten im eigenen Garten im Uehlfelder Weg auf.

Manchmal auch auf einer kleinen Anhöhe am Ortsrand von Weisendorf - dort stören noch weniger Lichtquellen das Himmelserlebnis, und Reinhard Grimmer kann ohne Lichtabdeckung am Teleskop, die er im Garten braucht, den ganzen Sternenhimmel erfassen. "Da ist der Eindruck des Riesigen noch stärker."

Immer ein Gänsehaut-Gefühl

Auch tagsüber riskiert Reinhard Grimmer schon mal einen Blick. Sonnenflecken sind da zum Beispiel zu entdecken. Freilich aber liegt die größere Faszination im Nachthimmel. "Das ist Wahnsinn, wenn man da hochschaut. Da bekomme ich immer ein Gänsehaut-Gefühl." Vor allem diese Unendlichkeit sei reizvoll.

"Ich habe Objekte gesehen, die 20 Millionen Lichtjahre weit weg sind", sagt der Weisendorfer mit funkelnden Augen, "das sind faszinierende Bilder". Seine Begeisterung ist deutlich zu spüren. Und daran will er auch andere teilhaben lassen und sein Wissen weitergeben. Deshalb lädt er regelmäßig zu Astro-Treffs in seinen Garten ein oder gibt Workshops in Schulen - quasi ein Heimspiel für den Schulleiter a.D.

Der Blick durchs Teleskop begeistert den 72-Jährigen.

Der Blick durchs Teleskop begeistert den 72-Jährigen. © Jeanette Seitz, NN

Das Teleskop positioniert er zwischen Haus und Gartenteich, denn: "Wenn das Wetter mitspielt, hat man hier einen klaren Blick". Die kleine weiße Bank am Gartenteich rangiert auf Platz 2 seiner Lieblingsplätze. "Hier kann ich sitzen, nur schauen und hören und Kraft tanken." Das sei sehr meditativ und entspannend.

Musik, Kunst und Sport

Denn normalerweise hat es Reinhard Grimmer nicht so mit der Entspannung. Der 72-Jährige ist äußerst aktiv: Er spielt verschiedene Instrumente in einer Band, hat selbst eine Rockoper geschrieben, er fotografiert und malt gerne und hat jetzt noch das Herstellen von 3D-Objekten aus recyceltem Plastik für sich entdeckt. Auch sportlich hält er sich mit Segeln und Inline-Skaten fit. "Mein Problem ist, dass der Tag nur 24 Stunden hat", sagt Reinhard Grimmer schmunzelnd.

Ein Ruheplatz, wo der aktive Weisendorfer Kraft tanken kann.

Ein Ruheplatz, wo der aktive Weisendorfer Kraft tanken kann. © Jeanette Seitz, NN

Bei all seinen Fertigkeiten - einen grünen Daumen hat der Weisendorfer nicht, das gibt er unumwunden zu. Und doch grünt und blüht es in seinem naturnahen Garten, in dem sich auch Vögel, Frösche, Molche, Fledermäuse und Holzbienen wohlfühlen. "Natur pur im Kleinen" - so bezeichnet Reinhard Grimmer die zirka 400 Quadratmeter große, gepflegte Oase. Der Garten geht aber ganz auf das Konto seiner Frau Gabriele, die alles gestaltet. "Ich bin nur der Hilfsgärtner und unterstütze sie", so Reinhard Grimmer. Dann sitzen die beiden auch oft gemeinsam auf der weißen Bank, lauschen einem Froschkonzert und lassen die Seele baumeln.

Mit Inline-Skaten hält sich Reinhard Grimmer fit.

Mit Inline-Skaten hält sich Reinhard Grimmer fit. © Foto: privat

TIPP: Reinhard Grimmer verrät neben seinen Lieblingsplätzen auch noch seine Lieblings-Inline-Skate-Strecke: Diese führt von seinem Haus im Uehlfelder Weg ortsauswärts Richtung Sauerheim. Dann geht es erst an Sauerheim vorbei, den Berg hoch, die Staatsstraße 2259 wird gequert. "Und dann kommt der schönste Teil, wenn es nämlich den Berg wieder runter geht", so Grimmer. Dann nach Mitteldorf abbiegen, durch Mitteldorf und zurück nach Weisendorf fahren. Insgesamt umfasst die Strecke sechs Kilometer. "Ich mag diese Strecke, weil eine Steigung drin ist für ein bisschen Anstrengung, aber dann auch die wunderschöne Bergab-Fahrt. Außerdem liegen idyllische Weiher am Weg und man rollt auf Asphalt vom Feinsten."

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