Unser Lieblingsplatz

Gesangslehrer sind mit Herzblut bei der Arbeit

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 05.10.2016..FOTO: Roland Fengler..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Jeanette Seitz..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Jeanette Seitz

Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt

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18.8.2021, 12:25 Uhr
Sänger (Bassbariton) und Schauspieler Christian Kaltenhäußer in seinem Unterrichtsraum im Gesangsstudio Theater Tausendkunst - das ist sein Lieblingsplatz.

Sänger (Bassbariton) und Schauspieler Christian Kaltenhäußer in seinem Unterrichtsraum im Gesangsstudio Theater Tausendkunst - das ist sein Lieblingsplatz. © Jeanette Seitz, NN

Nur dadurch, dass der Beruf auch Berufung ist, lässt es sich erklären, dass die beiden Künstler als Lieblingsplatz ihren Arbeitsort nennen: ihr "Gesangsstudio Theater Tausendkunst" im Welkenbacher Kirchweg in Herzogenaurach.

"Ich freue mich jedes Mal, wenn ich durch die Tür gehe", sagt Christian Kaltenhäußer (39), und seine Partnerin Cornelia Schmid (42) nickt zustimmend. "Hier steckt so viel Zeit, Energie, Herzblut und Liebe drin", sind sich die beiden einig.

Zuspruch von Anfang an

Der Bassbariton und die Sopranistin - beide sind auch der Schauspielerei zugetan - haben sich das Theater Tausendkunst im Jahr 2019 aufgebaut - als Gesangsstudio mit Bühne. "Das war schon eine große Sache", erinnert sich Kaltenhäußer. Denn es sei ja ungewiss gewesen, ob die Herzogenauracher das annehmen und ob überhaupt Publikum kommt. "Aber wir hatten von Anfang an einen tollen Zuspruch", freuen sich beide.

Zum Zufluchtsort geworden

Corona allerdings bremste das Engagement von Kaltenhäußer und Schmid aus, es konnten keine Veranstaltungen mehr auf die Bühne gebracht werden. Das Gesangsstudio allerdings hat seine Arbeit nahtlos fortgesetzt, der Unterricht fand dann eben online statt. "Und irgendwie ist das hier dann auch unser Zufluchtsort geworden", so Kaltenhäußer.

"Wir verbringen von Berufs wegen viel Zeit hier, aber wir halten uns hier wirklich gerne auf - vor allem auch wegen der schönen Erinnerungen, was wir schon alles gemacht haben."

Wie ein Akku

Cornelia Schmid findet: "Dass unser Arbeitsort auch unser Lieblingsplatz ist, muss kein Widerspruch sein, denn hier können wir unserer Berufung folgen." Christian Kaltenhäußer nennt noch einen ganz anschaulichen Vergleich: "Das Gesangsstudio Theater Tausendkunst ist wie ein Akku, der mit ganz viel Kreativität und Liebe aufgeladen ist, und wenn man reinkommt, kann man sich da Kraft ziehen."

Hier steckt viel Liebe und Herzblut drin: Christian Kaltenhäußer und Cornelia Schmid vor ihren Gesangsstudio Theater Tausendkunst

Hier steckt viel Liebe und Herzblut drin: Christian Kaltenhäußer und Cornelia Schmid vor ihren Gesangsstudio Theater Tausendkunst © Jeanette Seitz, NN

Innerhalb ihres kleinen Kosmos haben die beiden natürlich noch spezielle Lieblingsorte. Der Bassbariton nimmt an seinem Klavier in seinem Unterrichtsraum Platz und erklärt: "Dieser Raum ist genau so, wie ich ihn haben will, mit Dingen, die ich gern habe. Ich habe ihn selbst nach meinen ästhetischen und nötigen Aspekten zusammengestellt und musste keine Kompromisse machen."

Vertrauensvolle Atmosphäre

An einer Seite steht ein Sofa, es gibt einen großen Spiegel, ein spezielles Reck für Gesangstraining und in der Ecke ein Skelett. Ein Skelett? "Es hilft, sich in sich zurechtzufinden", erklärt Kaltenhäußer. "Oft benutzen wir beim Singen Worte, von denen wir gar nicht wissen, was sie genau bedeuten, zum Beispiel Brustbein. Dann hilft es, es wirklich sehen und anfassen zu können, um ein genaueres Bild von seiner Aufgabe zu bekommen." An der Decke des Unterrichtsraums hängt ein selbst gebasteltes, filigranes Objekt, Vögel aus Notenpapier schwingen leicht im Luftzug, an diesem Wohlfühlort herrscht dann auch eine angenehme und vertrauensvolle Atmosphäre für die Schüler.

Cornelia Schmidt hat die Sportart Pole Dance für sich entdeckt.

Cornelia Schmidt hat die Sportart Pole Dance für sich entdeckt. © privat, NN

Cornelia Schmid liegt ihr Unterrichtsraum aus den gleichen Gründen am Herzen, weil er eben genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Aber einen Ort mag die Sopranistin derzeit noch ein kleines bisschen mehr - ihre Pole-Dance-Stange im großen Saal. "Ich habe diese Sportart als Hobby und Ausgleich für mich entdeckt. Das Faszinierende ist die Verbindung von Kraft - man muss das eigene Gewicht heben können -, Körperspannung, Akrobatik und tänzerischen Elementen. Man kann dabei an seine sportlichen Grenzen gehen und sie überwinden, aber auch schon als Anfängerin mit leichten Figuren und Kombinationen 'Eindruck machen'".

Durchschnaufen auf der Terrasse

Auch einen gemeinsamen Lieblingsplatz gibt es: die eingefriedete Terrasse nach hinten raus - eine kleine, grüne Oase mit Gartenmöbeln, einem Hochbeet, Blumen und Lämpchen.

Gemeinsam entspannen Christian Kaltenhäußer und Cornelia Schmidt auf der kleinen Terrasse.

Gemeinsam entspannen Christian Kaltenhäußer und Cornelia Schmidt auf der kleinen Terrasse. © Jeanette Seitz, NN

"Das ist nur für uns", sagt Christian Kaltenhäußer. "Hier kann man zwischendurch mal Pause machen, durchschnaufen und entspannen."

TIPP: Einen öffentlich zugänglichen Wohlfühlort können Schmid und Kaltenhäußer in Herzogenaurach empfehlen: den Wiwa-Weiher. "Ich komme dort von unserer Wohnung zum Gesangsstudio fast jeden Tag vorbei, meist mit dem Fahrrad", sagt Cornelia Schmid. "Wenn es die Zeit erlaubt, setze ich mich auf eine Bank, schaue aufs Wasser und die Enten und höre die Fontäne plätschern." Das sei unheimlich entspannend. Auch der neue Spielplatz sei toll geworden, da sei immer was los.

Auch am Wiwa-Weiher - dem

Auch am Wiwa-Weiher - dem "grünen Wohnzimmer" der Stadt Herzogenaurach - fühlen sich die Künstler wohl. © Matthias Kronau, NN

"Dieses kleine, parkähnliche grüne Wohnzimmer mitten in der Stadt ist so versteckt, dass man nicht einfach so darauf stößt", meint Schmid. Doch sei der Wiwa-Weiher auf jeden Fall einen Besuch wert. Die öffentliche Grünanlage befindet sich westlich der Carl-Platz-Schule, erreichbar über die Edergasse oder die Gasse Am Rahmberg oder aus nördlicher Richtung über die Nutzungstraße.

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