Puppentheater im Kulturpavillon

"Hans im Glück" beim "hin&undherzo"-Kulturfestival

27.9.2021, 16:46 Uhr
Auf Wiedersehen: Hans (rechts) verabschiedet sich von seinem Meister, um nach Hause zurückzukehren.

Auf Wiedersehen: Hans (rechts) verabschiedet sich von seinem Meister, um nach Hause zurückzukehren. © Harald Hofmann, NN

Der Hans und sein Glück, die müssen erst noch warten. Denn zu Beginn des Puppentheaters „Die Macht des Schicksals“, präsentiert von der Menzel-Schäfer-Produktion bei „hin&herzo“ im Kulturpavillon, macht sich erst noch ein Engel-Ehepaar (Hans-Jochen Menzel, Pierre Schäfer) im Himmel so seine Gedanken. Über dies und das, über dieses und jenes, im Alltagsjargon nähert man sich Philosophischem („Wie lange dauert eigentlich die Ewigkeit?“).

Subtiler Humor

Und man befände sich ja nicht in einer Kulturveranstaltung, wenn diese Unterhaltung nicht ordentlich von subtilem Humor und knochentrockenem Understatement unterfüttert wäre. Dann erst erhebt sich das seltsame Gespann und begibt sich hinter die Puppenbühne. Vorhang auf, und die Mär von besagtem „Hans im Glück“ kann beginnen.

Schwein gegen Gans: Das ist doch mal ein seltsames Tauschgeschäft.

Schwein gegen Gans: Das ist doch mal ein seltsames Tauschgeschäft. © Harald Hofmann, NN

Es ist immer wieder erstaunlich, wie echte Könner Handpuppen mit Leben versehen können. Nichts wirkt da gekünstelt, alles wirkt irgendwie echt, eben irgendwie lebendig.

Naives Landei

Die Geschichte vom naiven Landei, das doch tatsächlich seinen Klumpen Gold für einen Gaul hergibt, im Fortgang seines irren Tauschverhaltens in der Tierhierarchie immer weiter nach unten rutscht, bis er nur noch einen schweren Mühlstein sein Eigen nennt, der ihm zudem schlussendlich in den Brunnen fällt, so dass er schließlich mit leeren Händen zu seiner Gertrud heimkehrt, ist schon ein echt hintersinniges Pfund. Denn dieser Hans ist und bleibt – glücklich.

Die beiden Puppenspieler präsentieren einen Parcourslauf der guten Laune, hauchen ihrem „Material“ mit ihren Stimmen und ihren händischen Bewegungsmustern Individualität ein und fahren einen gelungenen Kurs zwischen typenkomischen Momenten und dem Entwurf des unter der Oberfläche allseits spürbaren Hangs zur Moralität.

Typische Kabbeleien

Was ist der Mensch, oder genauer: Was ist das bloß, dieses Glück? Vielleicht liegt’s in der Genügsamkeit, wie es uns das Märchen vermitteln will, oder vielleicht doch im Himmel, wo ein Ehepaar mit den typischen Kabbeleien eines alten Ehepaars aufwartet. Aber wer weiß das schon?

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