Nicht nur eine Namensänderung

Herzogenaurach: Aus Agenda 21 wird Agenda 2030

25.9.2021, 09:57 Uhr
Die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) sollen in Herzogenaurach viele Freundinnen und Freunde finden.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) sollen in Herzogenaurach viele Freundinnen und Freunde finden. © Matthias Kronau, NN

Über die Tatsache, dass der Agenda-21-Prozess, der in den 1990er Jahren begann, mittlerweile an Schwung verloren hat, obwohl einige Aktive noch gute Arbeit leisten, ist lange gesprochen worden. Es war eine Akteurin der ersten Stunde, Ille Prockl-Pfeiffer, die sich bereits vor eineinhalb Jahren Gedanken machte, wie es weitergehen könnte. "Wir sind wenig geworden, aber der gesellschaftspolitische Auftrag ist so groß, dass wir nicht aufhören sollten."

Ein "Zukunftsvertrag"

Die ehemalige Stadträtin, die im Ausschuss das Wort ergreifen durfte, sprach von einem "Zukunftsvertrag". Jeder könne etwas tun. "Alle können mitmachen, wir müssen die Herzogenauracher begeistern."

"Herzstück" wird ein neuer Nachhaltigkeitsbeirat sein, der aus Mitgliedern der Verwaltung und des Stadtrats besteht, idealerweise aber vor allem aus den Sprechern von Projektgruppen, die sich bilden sollen. Inhaltlich können diese Projektgruppen sich um alles kümmern, was zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs = Sustainable Developement Goals) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen passt.

Es wird schon viel getan

Und diese Ziele sind breit gestreut, wie die Umweltbeauftragte der Stadt, Monika Preinl, skizzierte. Ohnehin werde in der Stadt schon viel in dieser Richtung gearbeitet, wie etwa beim SDG "Nachhaltige Städte und Gemeinden", "Maßnahmen zum Klimaschutz" oder "Gesundheit und Wohlergehen".

Einfacher Start

Die Projektgruppen sollen bewusst zeitlich begrenzt sein und nicht dauerhaft etabliert werden wie die bisherigen Arbeitsgruppen. Das, so die Hoffnung, erleichtert den Bürgern das Mitmachen. Jede und jeder, der eine Idee hat, kann sich formlos bei der Umweltbeauftragten melden. Im Nachhaltigkeitsbeirat wird dann geprüft, ob das Vorhaben zu den Nachhaltigkeitszielen passt, und schon geht es los.

Über den Nachhaltigkeitsbeirat sollen auch Anträge oder Vorstöße in die Verwaltung und in den Stadtrat mit seinen Ausschüssen gespeist werden. Das Projekt startet mit einem Budget von 5000 Euro.

Im Planungs- und Umweltausschuss erläuterte die Umweltbeauftragte Monika Preinl die Transformation. Links Ille Prockl-Pfeiffer, rechts Bürgermeister German Hacker.

Im Planungs- und Umweltausschuss erläuterte die Umweltbeauftragte Monika Preinl die Transformation. Links Ille Prockl-Pfeiffer, rechts Bürgermeister German Hacker. © Matthias Kronau, NN

CSU-Sprecher Walter Drebinger war "Feuer und Flamme" für den Neustart. "Als ich vor etwa 25 Jahren in den Stadtrat kam, war die Agenda-21 eines der ersten Themen." Nun forderte er die Bürger auf, bei der Agenda 2030 mitzumachen. Konrad Körner (JU) nannte das Konzept einen "sehr guten Vorschlag", auch wenn man natürlich abwarten müsse, wie es sich in der Praxis entwickle. Christian Schaufler lobte das "schlüssige Konzept". Zustimmung kam auch von Curd Blank (SPD), der der Transformation viel Erfolg wünschte.

Retta Müller-Schimmel (Grüne) betonte, dass es schon in vielen anderen Städten Nachhaltigkeitsbeiräte gebe, und es schade sei, dass man sich nicht ausgetauscht habe, etwa mit Erlangen. Die Projektgruppen dürften keine Beschäftigungstherapie sein.

Breite Infokampagne geplant

Richtig losgehen soll es im November mit der konstituierenden Sitzung des Nachhaltigkeitsbeirats. Dabei soll auch die Öffentlichkeit ausführlich über den neuen Agenda-2030-Prozess informiert werden. Und zur Teilnahme animiert werden.

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