Baufortschritt

Herzogenaurach: Neue Kita Johann Comenius wird bald fertig

12.6.2021, 18:44 Uhr
Sitzsteine für die Kinder: Auch die Außenanlagen der Kita Johann Comenius nehmen Formen an. 

Sitzsteine für die Kinder: Auch die Außenanlagen der Kita Johann Comenius nehmen Formen an.  © Matthias Kronau, NN

Der Träger der neuen Kindertagesstätte ist die evangelisch-lutherische Kirche in Herzogenaurach, und für die Namensgebung ihrer fünften KiTa hatte sie sich etwas Besonders ausgedacht: Per Online-Namenswettbewerb hatte die Kirche dazu aufgerufen, Vorschläge einzureichen. Aus 22 Vorschlägen hat der KiTA-Ausschuss schließlich den Namen Johann-Comenius-Kindertagesstätte gewählt.

Dass die Kindertagesstätte derzeit noch verhüllt ist, liegt nicht etwa daran, dass die Außenfassade kurz vor Eröffnung mit einem Überraschungseffekt enthüllt werden soll. "Es liegt einfach am Bauzeitenplan", erklärte Rigobert Foltyn, Projektleiter Modulbau von der Firma Faktor 18 aus Bochum. "Die Außenfassade kommt erst am Ende dran". Sie wird hauptsächlich aus einer Lärchen-Schalung bestehen. Die Abdeckung ist schlichtweg ein Schutz.

Energiesparend

Im Inneren des eingeschossigen Gebäudes in Holzmodulbauweise ist schon jetzt zu erkennen, dass sich Kinder wie Eltern auf den Start freuen dürfen. Noch ist der Innenausbau am Laufen, noch ist kein Mobiliar zu sehen, aber es geht voran. Christopher Nienemann von jb-Architekten verwies auf die nachhaltige Bauweise. "Wir verwenden vor allem Baustoffe, die gut wieder verwertbar sind." Die Verwendung von Beton wurde auf ein Minimum reduziert, was schon beim Fundament begann. Streifenfundamente reichten, der Rest des Bodens wurde mit Holz und guter Hinterlüftung geplant.

Acht Bohrsonden

Ein Bündel von Maßnahmen machen es möglich, dass das Gebäude wohl nur rund zehn Prozent des Energieverbrauchs von herkömmlichen Gebäuden dieser Größe hat. Ein technisches Schmankerl: die Geothermiebohrungen. Acht Bohrsonden im Garten reichen je 100 Meter tief in den Boden. Mittels einer Wärmepumpe und den Erdsonden erfolgen Beheizung und Trinkwassererwärmung. Im Sommer können die Sonden zur Temperierung des Gebäudes genutzt werden.

Auf dem Dach werden 140 Quadratmeter PV-Flächen montiert. Nochmals 200 Quadratmeter wären möglich, "dann würden wir vermutlich die gesamte Energie für das Gebäude selbst erzeugen können", so Nienemann. Doch vorerst habe man darauf verzichtet. Ansonsten wird viel Grün auf dem Dach wachsen.

Überdachtes Theater

Seit einiger Zeit wird auch erkennbar, wie die Außenanlagen aussehen werden. Rund um das dreigliedrige Gebäude wird es viele verschiedene Bereiche zum Spielen geben: eine Bobby-Car-Bahn, Sitzgelegenheiten, Spielgeräte, Kletterwand, viele Bäume. "Es gibt auch ein überdachtes Theater", erklärte Brigitte Seidel von Lorentz Landschaftsarchitekten aus Nürnberg. Eine hohe Stein-Gabionenwand wird die Kindertagesstätte vom Lärm der Straße "Zum Flughafen" abhalten. Dabei wird so viel Abstand gehalten, dass dort einmal die Stadt-Umland-Bahn vorbeifahren kann.

Zum Start im September sollen zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe einziehen. In dem Gebäude für sieben Gruppen ist dann also noch viel Platz. Diesen sollen, wenn alles planmäßig läuft, im kommenden Jahr die Kinder des Martin-Luther-Familienzentrums nutzen, das saniert werden muss.

Unter anderen wegen der Corona-Pandemie war es in den vergangenen Monaten zu Bauverzögerungen gekommen.

Zum Namensgeber der neuen Kindertagesstätte:

Johann Amos Comenius (1592 bis 1670) war ein Philosoph, Pädagoge und evangelischer Theologe in Mähren. Er richtete als einer der ersten die Pädagogik methodisch, didaktisch und inhaltlich nach den unterschiedlichen Kindheitsphasen aus. Er plädierte für Chancengleichheit auch für die Mädchen. Lernen und verstehen funktioniere vor allem über die Beteiligung möglichst aller Sinne. In seinen Worten: „Alles soll wo immer möglich den Sinnen vorgeführt werden, was sichtbar dem Gesicht, was hörbar dem Gehör, was riechbar dem Geruch, was schmeckbar dem Geschmack, was fühlbar dem Tastsinn"

Keine Kommentare