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Pfandringe für Herzogenaurachs Abfalleimer

20 Ringe sollen das Mitnehmen von Pfandflaschen vereinfachen. - 13.04.2021 18:00 Uhr

Nicht in den Abfalleimer, sondern daneben in den Pfandring. So könnte Leergut bequemer und würdevoller mitgenommen werden, so die Argumentation der Befürworter.

23.01.2014 © Stadt Bamberg


So stand es in einem Antrag von Nico Schaufler von "Die Partei" kürzlich im Herzogenauracher Stadtrat. In Pfandringe können leere Pfandflaschen gestellt werden, die sich bedürftige Menschen herausnehmen können, um sich das Pfandgeld zu sichern. 55 solcher Pfandringe hatte Schaufler beantragt, letztlich einigte sich der Stadtrat einstimmig auf 20.

Einstimmig mit einer Ausnahme. Bürgermeister German Hacker nämlich argumentierte dagegen. Auf den ersten Blick sei die Idee "ja durchaus sinnvoll". Doch sei zu befürchten, dass es ungewollte "Mitnahmeeffekte" geben könnte: Menschen, die das Geld eigentlich nicht nötig haben, könnten dazu verleitet werden, die Flaschen doch mitzunehmen. Wirklich bedürftige Menschen hätten dann das Nachsehen.

Nico Schaufler stellte den Pfandring-Antrag.

12.04.2021 © Matthias Kronau


Hacker bezog sich dabei auf eine Diskussion über Pfandringe, die schon 2015 in Herzogenaurach geführt worden war. Damals habe man sich gegen Pfandringe entschieden. Ein Sozialberater habe seinerzeit argumentiert, dass Personen, die Pfandflaschen sammeln, dies ohne Scham täten. Gerade die Überwindung, in einem Mülleimer zu wühlen, "ist der Aspekt, der andere davon abhält, es zu tun". Diese Schwelle, so Hacker, würde wegfallen, wenn die Pfandflaschen einfach am Mülleimerrand mitzunehmen wären.

Der Bürgermeister plädierte dafür, die Bürgerinnen und Bürger aufzufordern, Pfandflaschen nicht in öffentliche Mülleimer zu werfen, sondern einfach daneben am Boden abzustellen. Das spare unnötige Kosten, da ein stabiler Pfandring wohl rund 150 Euro kosten könnte. Das Abstellen am Boden allerdings, so Nico Schaufler, sei wohl "keine Lösung, auf die man langfristig setzen sollte". Kürzlich habe er zudem mit Bedürftigen gesprochen, die durchaus dankbar wären, wenn es Pfandringe gäbe.

Claudia Belzer (SPD) fand das Ansinnen ebenfalls gut, aber auch die Bedenken, dass Nicht-Bedürftige profitieren würden, seien ernst zu nehmen. Christian Polster (CSU) sprach von einem richtigen Antrag, denn es gehe um die Menschenwürde. Er wie auch der Rest der Stadträte favorisierten dann eine Art Kompromisslösung.

An 20 Abfalleimern an zentralen Punkten der Stadt sollen nun Pfandringe angebracht werden. In der Verwaltung wird nun noch überlegt, welches die zentralen Orte mit Mülleimern sind, und ob die Pfandringe gekauft oder eventuell vom Bauhof selbst hergestellt werden können.

Auch in Fürth werden Pfandringe ausprobiert.

Bilderstrecke zum Thema

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MATTHIAS KRONAU

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