Rathaus Herzogenaurach: Eine Maske für die Nachwelt

11.10.2020, 16:32 Uhr
Die Zeit ist noch nicht reif, um alle Masken einzubetonieren, aus zeithistorischen Gründen kam aber wenigstens ein Mund-Nasen-Schutz mit in die Kapsel: Bei der Arbeit (v. l.): Gerd Schuster, Silke Stadter, Christoph Schmidt, Friedrich Bär und German Hacker.

Die Zeit ist noch nicht reif, um alle Masken einzubetonieren, aus zeithistorischen Gründen kam aber wenigstens ein Mund-Nasen-Schutz mit in die Kapsel: Bei der Arbeit (v. l.): Gerd Schuster, Silke Stadter, Christoph Schmidt, Friedrich Bär und German Hacker. © Foto: Margot Jansen

Normalerweise sind die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung zu diesem Festakt eingeladen. In Corona-Zeiten ist alles anders. Nur eine kleine Baustellenfeier wurde abgehalten, um eine so genannte Zeitkapsel (ein Rohr aus Edelstahl) in den Grundsteinsockel einzubetonieren.

Dieser wird später in den Rohbau des Rathauses integriert, so dass die Abdeckplatte mit Wappen und Inschrift in einer Wand des Rathausfoyers repräsentativ zu sehen sein wird.

Für die Nachwelt wurden die aktuellen Ausgaben der Lokalzeitungen, des Amtsblatts, ein Satz heutiger Münzen, die Baupläne, die Stadtratsbeschlüsse, das Markenleitbild der Stadt Herzogenaurach in Kurzfassung und ein Mund-Nasen-Schutz mit dem Hygienekonzept hinterlegt.

Drei Schläge

Bürgermeister German Hacker, die Architekten Christoph Schmidt und Friedrich Bär vom Nürnberger Architekturbüro BSS, Silke Stadter vom Bauamt und Gerd Schuster vom Rohbauunternehmen GS Schenk besiegelten mit dem dreimaligen Schlagen auf den gesetzten Stein die Zeremonie. Den Segen erteilten die evangelische Pfarrerin Karola Schürrle und ihr katholischer Amtskollege Helmut Hetzel.

Karola Schürrle und Helmut Hetzel gaben den Segen für das Bauvorhaben.

Karola Schürrle und Helmut Hetzel gaben den Segen für das Bauvorhaben. © Foto: Margot Jansen

Hacker ging noch einmal auf die kontroverse Diskussion um den Rathausneubau ein. Nicht nur er, sondern die Mehrheit der Stadtratsmitglieder wollte das Rathaus wieder in der Innenstadt haben. Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass diese Baumaßnahme eine Investition in die Zukunft ist.

Auf "Rekordkurs"

Christoph Schmidt sieht das Bauvorhaben auf einem "Rekordkurs". Es gab zwar einige Probleme, wie etwa die kläglich gescheiterten Vergrämungsmaßnahmen für die Störche, aber jetzt haben sie ein Bleiberecht. Bär lobte die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Stadträten.

Das relativ kleine Grundstück war eine Herausforderung, ebenso wie die Koordinierung der rund 90 Gewerke. Er ist davon überzeugt, dass sich die rund 140 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ihrem neuen Domizil, das Ende 2022 bis Anfang 2023 fertig sein wird, wohl fühlen werden. Der große Sitzungssaal in luftiger Höhe werde den Stadträten sicherlich gefallen.

Älter als bisher bekannt

Auch das alte Schloss wird im Zuge der Umgestaltung generalsaniert, und dabei entdeckten die Denkmalschützer interessante Details. Das Schloss stammt nicht wie bisher angenommen von etwa 1417, sondern wurde bereits um das Jahr 1350 errichtet, berichtete German Hacker.

 

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