Entlang des Kanals

Raum Erlangen: Radweg bis nach Nürnberg und Bamberg

12.8.2021, 12:30 Uhr
Auf Asphalt wäre es besser: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte) und Vertreter der Metropolregion testen bei Baiersdorf die Strecke entlang des Kanals.

Auf Asphalt wäre es besser: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte) und Vertreter der Metropolregion testen bei Baiersdorf die Strecke entlang des Kanals. © Scott Johnston

Die Stelle war bewusst gewählt worden, denn hier verläuft sowohl auf dem Damm des Kanals als auch an dessen Fuß jeweils ein geschotterter Weg. Wie sich auf Nachfrage unserer Zeitung herausstellte, hält das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt nämlich einen Asphaltbelag auf dem Damm für problematisch.

So seien Risse im Damm bei einer Asphaltierung schwer zu erkennen. Bekanntlich brach am 26. März 1979 beim Nürnberger Stadtteil Katzwang der Schutzwall des Kanals, was zu verheerenden Schäden führte; ein Mädchen starb. Das Amt will daher kein Risiko eingehen.

Genaue Prüfung

In den nächsten Wochen wird ohnehin erst einmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu prüfen, was sich technisch umsetzen lässt und wie hoch die Kosten wären. Die Finanzierung der Studie übernimmt mit 120.000 Euro zu 80 Prozent der Bund. 25.000 Euro steuert Siemens Healthineers bei.

Wie der Vizepräsident für Kommunikation des Unternehmens, Matthias Krämer, erläuterte, besteht bei den Mitarbeitern ein großes Interesse an einer solchen Verbindung. Auch zwischen den beiden großen Standorten in Erlangen und Forchheim könnte künftig oft per Rad statt mit Autos hin und hergefahren werden.

Zuversichtlich wegen des Belags

Hinsichtlich des Belags zeigten sich der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König, der Erlangen-Höchstadter Landrat Alexander Tritthart und dessen Bamberger Kollege Johann Kalb als Ratsvorsitzender der Metropolregion sehr zuversichtlich. So könne der Weg voraussichtlich über weite Strecken am Fuß des Damms angelegt werden. Zudem gebe es inzwischen auch moderne Beläge ohne Asphalt, die stabil seien, aber auch das Regenwasser durchließen, um Pfützen zu vermeiden.

Bis Gutachter und Ingenieure alle offenen Fragen geklärt haben, dürfte ein Jahr vergehen. Danach will Scheuer das Projekt möglichst rasch umsetzen: „Der Bund stellt 1,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Radwegenetzes zur Verfügung. Die Strecke von Nürnberg nach Bamberg zählt dabei zu den größten Maßnahmen. Wir sollten Tempo machen!“

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