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Schaeffler investiert 80 Millionen in neues Zentrallabor

Schon 2023 soll das Projekt in Herzogenaurach fertig sein - 22.02.2021 11:28 Uhr

So soll das neue Zentrallabor von Schaeffler aussehen.

22.02.2021 © Computermodell: Schaeffler


Das Projekt, das nach derzeitigen Planungen schon 2023 fertiggestellt sein soll, ist Teil einer im vergangenen Jahr verkündeten "Roadmap 2025". 80 Millionen Euro werden investiert.

Entstehen wird laut einer Pressemitteilung ein divisionsübergreifendes Zentrallabor, das auf einer Bruttogesamtfläche von rund 15.000 Quadratmetern zukünftig 15 Laboren und mehr als 360 Mitarbeitenden Platz bietet.

Das Zentrallabor bündelt Kernkompetenzen und Schlüsseltechnologien der Schaeffler Gruppe, vor allem in den Bereichen Mess-, Prüf- und Kalibriertechnik, Materialwissenschaft, Werkstoffgestaltung und Elektrochemie sowie Optimierung von Lebensdauer, Belastung und Zuverlässigkeit. Außerdem wird ein Elektroniklabor aufgebaut.

"Mit der Konsolidierung der Aktivitäten unter einem Dach soll der spartenübergreifende Wissens- und Technologietransfer intensiviert sowie Performancesteigerung durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen erreicht werden", heißt es in der Pressemitteilung.

Lösungen für große Zukunftstrends

„Im neuen Zentrallabor werden wir bereichsübergreifende Grundlagentechnologien bereitstellen, um damit zum Beispiel Produktentwicklungen für nachhaltige und CO2-neutrale Mobilitäts- und Energie-Ökosysteme zu ermöglichen“, erklärt Uwe Wagner, Vorstand Forschung und Entwicklung der Schaeffler AG. „Um Lösungen für die großen Zukunftstrends wie zum Beispiel CO2-Neutralität, neue Mobilitätskonzepte oder Automatisierung zu gestalten, müssen wir auch unsere übergreifenden Grundlagenkompetenzen in den Bereichen der Material- und Oberflächentechnologien, der Elektrochemie, der Elektronik oder der Digitalisierung immer schneller erweitern. Mit dem neuen Zentrallabor schaffen wir dafür eine hervorragende Basis.“

Zugänglich auch für Kunden

Das Zentrallabor soll dabei auch Kunden zugänglich gemacht werden. Dazu wird auch ein Labor- und Präsentationsbereich für Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz etabliert.

An dieser Stelle im Stammwerk Herzogenaurach soll das Zentrallabor von Schaeffler entstehen.

22.02.2021


„Mit unserer Fertigungsexzellenz sind wir hervorragend positioniert, um unseren Kunden auch in Zukunftstechnologien wie E-Mobilität, Robotics oder der Wasserstofftechnologie beste Lösungen anzubieten“, sagt Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf. „Dabei ist es gerade in diesen Wachstumsfeldern entscheidend, schon bei der Grundlagenforschung an die Anwendungen in Produkten und der Serienfertigung zu denken, um im globalen Wettbewerb führend zu bleiben. Besonders unsere digitalen Simulationstechniken sind hier entscheidend.“

Hochauflösende Messtechniken

Das Zentrallabor in Herzogenaurach setzt neben seinem weitreichenden Leistungsangebot Maßstäbe im Bereich der Klimatisierung und Vibrationsfreiheit der Labore und ermöglicht so unter anderem hochauflösende Messtechniken.

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Es war eine bahnbrechende Erfindung: 1949 entwickelte Georg Schaeffler den Nadelkäfig, der bald nicht mehr aus der Industrie wegzudenken war. Bis Oktober 2018 war INA die wohl bekannteste Weltmarke der Schaeffler AG. Jetzt tritt sie in den Hintergrund.


Das Gebäude, das zu Beginn des Jahres 2024 bezogen werden soll, wird zudem nach neuesten Nachhaltigkeitsstandards realisiert und als sogenanntes „Green Building“ nach dem „DGNB Gold“-Standard betrieben.

Hochmoderne Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern

Mit dieser Ausstattung ist das Zentrallabor ein wichtiges Element der im November bekannt gegebenen Roadmap 2025, mit der die Schaeffler Gruppe ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärkt. „Das Zentrallabor sichert hochmoderne Arbeitsplätze in Zukunftsfeldern und steigert zugleich die Attraktivität des Standorts und der Region für Kunden und Mitarbeitende“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG. „Es unterstreicht zudem unser Bekenntnis zum Standort Deutschland.“

Gleichzeitig sollen auch in Herzogenaurach Arbeitsplätze abgebaut werden. Es ist insgesamt von 1200 Jobs die Rede, die dem Strukturwandel in Herzogenaurach zum Opfer fallen könnten. Das Unternehmen zeigt sich jedoch zuversichtlich, durch die Roadmap auf einem guten Weg in die Zukunft zu sein, um Arbeitsplatzverluste zu kompensieren und neue Stellen zu schaffen.

MATTHIAS KRONAU

 

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