Was braucht Lonnerstadt?

29.2.2020, 08:00 Uhr
Regina Bruckmann, Geburtsjahr: 1969, Beruf: Industriekauffrau/Leitende Angestellte

Regina Bruckmann, Geburtsjahr: 1969, Beruf: Industriekauffrau/Leitende Angestellte © privat

Giovanni Daniele, CSU, Geburtsjahr: 1964, Beruf: Kaufmann

Giovanni Daniele, CSU, Geburtsjahr: 1964, Beruf: Kaufmann © privat

Horst Gäck, SPD, Geburtsjahr: 1960, Beruf: Umweltschutztechniker/Fachkraft für Arbeitssicherheit

Horst Gäck, SPD, Geburtsjahr: 1960, Beruf: Umweltschutztechniker/Fachkraft für Arbeitssicherheit © privat

Mit mir an der Spitze werden sich in den nächsten sechs Jahren diese drei Dinge als Erstes ändern:

Bruckmann: Erstellung eines Gesamtkonzeptes für unsere Gemeinde – städtebaulich, in Bezug auf die Nahversorgung, weitergehende medizinische Versorgung, Gewerbeansiedlungen, die Altortbelebung, die Schaffung von Bauplätzen auch durch eine gut geplante und durchdachte Nachverdichtung; generationengerechte Politik, die Angebote von Kindern bis zu Senioren schafft; Bestandsaufnahme unserer Straßen, Wege und Spielplätze – Erstellung einer Prioritätenliste für Maßnahmen; zügige Sanierung unserer Spielplätze.

Daniele: Einführung und Beginn eines langfristigen Plans (2030 +) zur ökologischen und ökonomischen Doppel Null-Strategie, grüne (0 C02) und schwarze Null (0 Schulden); Entwicklung Lonnerstadts zum digitalen Dorf „Smart Village“. In der Folge Stärkung der Außenwirkung Lonnerstadts über Einbindung an die Themen und Ziele der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Gestaltung einer generationengerechten Gemeinde.

Gäck: Ich trete für die SPD an, aber in kleineren Gemeinden ist es sehr wichtig, dass Parteipolitik nicht zu Entscheidungen führen darf. Hier werde ich stets die Bürgerinnen und Bürger, die Vereine und alle Fraktionen einbeziehen, immer unter dem Grundsatz: Gemeindewohl vor Parteiinteressen. Jeder verdient Gehör und Respekt. Umfassende und rechtzeitige Information, geduldige Erklärungen und offene Diskussionen sind die Grundlage einer Gemeinde, in der jeder gefragt ist und in der man sich wohl fühlt. Wir werden 14 + 1 Gemeinderatskandidaten bekommen. Jeder der 14 Gemeinderäte hat seine eigene Meinung und jeder bringt sein Wissen und seine Erfahrungen ein. Der 15. Gemeinderat sind die Bürgerinnen und Bürger. Auch diesen Menschen werde ich künftig eine Stimme und bedeutend mehr Gewicht geben.
Wir werden die Bürgerinnen und Bürger bei großen Projekten künftig stärker mit einbeziehen und ich werde mir das Fachwissen einzelner Bürgerinnen und Bürger zur Entscheidungsfindung einholen. Unser Wahlprogramm beinhaltet sieben wichtige Themenblöcke, diese sieben Themenblöcke sind auch gleichzeitig die Bereiche, die ich anpacken werde.

Das größte Ärgernis in meiner Gemeinde . . .

Bruckmann: . . . sind die Leerstände im Altort sowie die Baulücken in den älteren und neueren Neubaugebieten. Die Leerstände sollten einer neuen Nutzung zugeführt werden und die Gemeinde muss die Eigentümer aktiv unterstützen, mögliche Lösungen aufzeigen und fördernd mitwirken.

Daniele: . . . das immanente Risiko der Einschränkung oder des Verlustes der Selbstverwaltung Lonnerstadts, resultierend aus der vorhandenen langjährigen chronischen Verschuldung der Gemeinde, verschärft durch die Verdoppelung des Schuldenstandes im Jahr 2019/2020.

Gäck: Vieles ging zu schleppend. Es wurden in der aktuellen Amtsperiode Ausschüsse gegründet, die aus nicht erkennbaren Gründen nie ihre Arbeit aufgenommen haben. Die Gemeinde wurde zwar verwaltet, aber ohne sich daneben mit Ideen für die künftige Entwicklung der Gemeinde zu beschäftigen. Viele Strukturen sind stark eingefahren und brauchen eine Veränderung. Ein unternehmerisches Denken fehlt ganz und gar. Dies ist aber meiner Ansicht nach wichtig, weil eine Gemeinde neben den Steuertöpfen, die zur Verfügung stehen auch andere Einnahmequellen suchen muss, die die Bürgerinnen und Bürger nicht belasten. Hier sei das Betreiben von Anlagen zur alternativen Stromerzeugung (PV oder Hackschnitzel) zu nennen. Das Managen der Einnahme- und Ausgabensituation ist ein andauernder Prozess. Die Information der Bürgerinnen und Bürger war auf das Notwendige beschränkt.

Für diese Themen würde ich auf der Straße demonstrieren:

Bruckmann: Das Demonstrationsrecht ist ein wichtiges demokratisches Recht. Ich halte es da eher nach dem Zitat von John F. Kennedy: „Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo andere erst einmal reden.“ Bei dem großen aktuellen Problem der Klimaveränderung sollte und muss jeder einzelne erst einmal alles bei sich auf den Prüfstand stellen und seinen Beitrag zu einer CO2-Reduzierung beitragen. Sollten allerdings unsere demokratischen Grundwerte gefährdet sein, so ist es unumgänglich, dass die Menschen und auch ich sich hierfür einsetzen müssen und dieses auch durch Demonstrationen erreichen können. Die deutsche Wiedervereinigung war ein großartiges Beispiel einer positiven Veränderung durch Massendemonstrationen.

Daniele: Für die Wahrung demokratischer Rechte gegen Angriffe auf das Grundgesetz: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen (Antoine de Saint Exupéry).“

Gäck: Dass Politiker ihren Job machen und nicht so viel Energie verwenden, passende Ausreden für uns Bürger zu finden. Ausreichende Versorgung unserer Senioren. Es ist eine Schande für unser reiches Land, dass diesen Menschen ihre Rente nicht reicht und sie deshalb zur Tafel müssen.