Dienstag, 12.11.2019

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Alarm in Franken: Phosphor-Bombe bei Heideck gefunden

Bereich rund um Baustelle in Seiboldsmühle war weiträumig abgesperrt - 27.09.2019 16:52 Uhr

Es war gegen Mittag, als die Polizei über den Fund eines verdächtigen Gegenstandes auf einer Baustelle an der Oberrödeler Straße informiert wurde. Das Fundstück war rund 50 Zentimeter lang und hatte einen Durchmesser von 12 Zentimetern. Der Bereich wurde nach dem Fund kurz nach 12 Uhr weiträumig abgesperrt; die Feuerwehr, der Rettungsdienst, ein Spezialist eines Sprengkommandos und die Polizei wurden alarmiert.

Kein Zünder mehr

Der Spezialist identifizierte den Gegenstand anhand eines Fotos der Heidecker Feuerwehr als Brandbombe - laut Polizei bestand allerdings keine Gefahr für die Bevölkerung, da sich kein Zünder mehr an dem Blindgänger befand. Die Anwohner in dem betroffenen Gebiet wurden von den Einsatzkräften per Lautsprecher über den aktuellen Stand informiert.

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Blindgänger in der Region Nürnberg: Eine Chronik der Bombenfunde

Alarmsirene und Bombenhagel: Spätestens seit 1941 bekamen die Nürnberger die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hautnah zu spüren. Immer wieder drangen alliierte Flugzeugverbände in den Luftraum über der Noris ein, um die Stadt zu bombardieren. Der Krieg ist seit 1945 beendet, doch seine Zeugnisse liegen noch im Erdreich unter der Frankenmetropole begraben. Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten und Erdrutschen verrostete Fliegerbomben auf.


Ganz unproblematisch war der Bombenfund trotz fehlenden Zünders nicht: Der laut Feuerwehr etwa 15 bis 20 Kilogramm schwere Sprengkörper enthielt ein Phosphor-Benzol-Gemisch. Ein Stoff, der sich bei Kontakt mit Sauerstoff entzünden und Hautreizungen hervorrufen kann. Die Bombe wurde daher vom Spezialisten in einen luftdichten Behälter gepackt und konnte zur Entsorgung nach Feucht abtransportiert werden. Gegen 15 Uhr war der Einsatz wieder beendet und die Absperrung rund hundert Meter um den Fundort konnte aufgehoben und zusammengeräumt werden.

Einsatz lief reibungslos

Wie weiter verlautete, lag der Sprengkörper wohl ursprünglich gar nicht in der Baugrube in Seiboldsmühle: Er müsse mit einer Fuhre Sand dort angeliefert worden sein, hieß es.

Insgesamt waren fast 80 Einsatzkräfte vor Ort, von Feuerwehren (Heideck, Hilpoltstein, Laffenau, Brunnau und Altenfelden), THW und Rettungsdiensten. Die Einsatzleitung hatte Christian Schneider, Kommandant der Heidecker Wehr. Er war mit dem Einsatz "absolut zufrieden" und bekam mit den anderen Einsatzkräften ein vorzügliches Zeugnis von Kreisbrandinspektor Michael Stark ausgestellt: Die Einschätzung der Führungskräfte habe sehr gut gepasst, die Ehrenamtlichen hätten sehr gut zusammengearbeitet.

Dieser Artikel wurde am 27. September 2019 um 16.52 Uhr aktualisiert. 


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