Alfershausen und Heideck haben einen neuen Pfarrer

8.6.2021, 11:00 Uhr
Ein Grüß-Gott mit Donner und Ellbogen-Gruß: Der Thalmässinger Bürgermeister Georg Küttinger und der neue Pfarrers Christoph Teille.

Ein Grüß-Gott mit Donner und Ellbogen-Gruß: Der Thalmässinger Bürgermeister Georg Küttinger und der neue Pfarrers Christoph Teille. © Foto: Jürgen Leykamm

Der gebürtige Hannoveraner beendete damit eine fast einjährige Vakanz. In den gut elf Monaten nach dem Weggang von Beate Krauß war es vor allem Pfarrer Frank Zimmer, der die Lücke zu schließen suchte. Beim Installationsgottesdienst kam nun ein abschließendes Mal sein Organisationstalent und Knobelgeschick zur Geltung. Wie bringt man in eine Kirche, die bei solchen Anlässen normalerweise auf allen gut 300 Plätzen belegt ist, möglichst viele Besucher coronakonform unter? Der Seelsorger optimierte auf genau 108 Personen.


Pfarrerin Beate Krauß geht nach Oberferrieden


Das erneuerte Innengewand des Gotteshauses bilde zwar einen würdigen Rahmen für den neuen Inhaber der Pfarrstelle, leider aber könne man wegen der Pandemie nach dem Gottesdienst nicht zum Empfang laden. Er freue sich auf einen neuen, "pfiffigen Kollegen", mit dem er überdies so manches Interesse teile – wie etwa das Schachspiel.

Die Ernennungsurkunde las Pfarrerin Alina Ellgring vor, die aus Teilles bisherigem Dekanat Kronach-Ludwigsstadt mit angereist kam. Das Dokument weist den neuen Pfarrer als ein "Nikolauskind" des Jahres 1964 aus. Als erste Amtshandlung ließ es sich der somit 56-Jährige nicht nehmen, die Urkunde seiner Ehefrau und beider Sohn Simon zu zeigen, der im Mai ein Jahr jung geworden ist.

Zehn Jahre in Pensylvania

Bei der Installation ging die heimische Dekanin Ingrid Gottwald-Weber auf den bisherigen Werdegang ihres Pfarrerkollegen ein. Sein Weg führte ihn nach dem Studium direkt in die USA. Dort hatte er sich beworben, "weil es in der Landeskirche Hannovers keine Stelle für mich gab", wie er es selbst in einem Dekanatsbrief schreibt. Zehn Jahre wirkte er in Pennsylvania – erst als Vikar, dann als Pfarrer. Mit dieser Erfahrung und den entsprechenden Sprachkenntnissen sei er eine große Hilfe bei den Englandreisen des Dekanats, so erhofft es sich Gottwald-Weber.


Stimmen aus Roth und Schwabach: Kann Kardinal Marx die Kirche wachrütteln?


2012 ging es zurück nach Deutschland. Ausgerechnet seit Faschingsbeginn am 11. November bekleidete er die Pfarrstelle Weißenbrunn-Hummendorf. Sechs Jahre später heiratete er die Jugenddiakonin Annette Hofmann. Aus familiären Gründen zog es die beiden dann ins Mittelfränkische. Zwei Stellen standen zur Auswahl – das Paar entschloss sich für Alfershausen-Heideck. "Wir haben offenbar einen guten Eindruck hinterlassen und freuen uns auf Sie und Ihre Familie", so die hiesige Dekanin.

Teille habe seine Stärken im Umgang mit Menschen im allgemeinen und in der Seelsorge im besonderen wie auch im theologischen Diskurs. Er hoffe bezüglich der sinkenden Kirchenmitgliederzahlen auf eine Trendwende und sogar auf eine Erweckungsbewegung. Auch seitens des Dekanats "ist der Funke gleich übergesprungen", betonte Gottwald-Weber, den neuen Pfarrer als "kollegial und redegewandt" würdigte.

Das Pfarrhaus ist noch nicht bereit

Markus Winkler als Vertrauensmann des Kirchenvorstandes zeigte sich ob der kurzen Vakanz erleichtert: "Da haben wir mit einem längeren Zeitraum gerechnet." Nun sei die Phase des Kennenlernens gekommen. Die ganz kurzen Wege gibt es dazu noch nicht: Die Familie wohnt derzeit in Thalmässing, das Pfarrhaus in Alfershausen bedarf noch der Sanierung.

In seiner Predigt befasste sich der neu installierte Seelsorger mit der Geschichte des Jona im Alten Testament. Und kam dabei zu einer starken Aussage: "Gottes Erbarmen ist immer stärker als sein Gericht!" Die Worte hinterließen wohl auch bei Frank Zimmer großen Eindruck. Als er kurz darauf das Wort ergriff und dabei der Donner grollte, blickte er nach oben und fragte: "Habe ich etwas falsches gesagt?"

Beeindruckend auch der musikalische Beitrag von Teilles Schwester Ulrike, die nach der Installation für ein Geigensolo Sonderbeifall erhielt. Posaunenchor und Orgel sorgten für die weitere Umrahmung des Festgottesdienstes. "Sie werden hier gebraucht!" rief nach ihm noch in der Kirche Landratsstellvertreterin Edeltraud Stadler dem neuen Pfarrer zu. Doppeldeutig fügte sie an: "Erweitern Sie Ihre Familie im Landkreis!"

"Ein fruchtbarer Boden"

Die Vorgängerin habe ja bewiesen, dass Alfershausen ein fruchtbarer Boden sei, nahm Heidecks Bürgermeister Ralf Beyer den Ball auf. Er lobte die Intention des neuen Geistlichen, hier bis zu seinem Ruhestand zu wirken, was Teille mit einem Nicken quittierte. "Das Beste hebt man sich eben immer bis zum Schluss auf," so der Bürgermeister.

"Einen guten Start an der neuen Wirkungsstätte" wünschte sein Thalmässinger Amtskollege Georg Küttinger. Neben Schach sei die Gemeinde auch ein guter Ort fürs Wandern. Ebenso "lässt sich hier Tischtennis erfolgreich ausüben", brachte der Rathauschef die Vorzüge des Marktes sowie der Region und die Hobbys des Theologen zusammen. "Hier erwartet Sie eine ökumenische Diversity!" verkündete der katholische Pfarrer Sebastian Lesch.

Keine Kommentare