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Montag, 24.06.2019

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Appell: "Populisten weder Wort noch Feld überlassen"

Hilpoltsteiner Europafest: Bürgermeister Mahl fürchtet "kräftigen Rechtsruck". - 07.05.2019 06:59 Uhr

Im Freyerskeller sorgten beim Hilpoltsteiner Europatag Sängerin Dany Tollemer und Pianist Andreas Rüsing aus Nürnberg für Stimmung. © Jürgen Leykamm


Die Bedeutung dieser Einrichtung dürfe man nicht unterschätzen, machte in seinem Grußwort einer der weiteren stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten deutlich. Der Rat sei "ein Inkubator" des europäischen Einigungsprozesses sowie dessen Institutionen, so Daniel Arnold. Damals hätten die Vorväter den Grundstein für ein Europa der Freizügigkeit und der Menschenrechte gelegt. Heute sei es geprägt von vielen Regional- und Städtepartnerschaften, von denen gerade Mittelfranken sehr viele aufweisen könne: beispielsweise mit Frankreich, aber auch mit Polen.

Herzen sollten erwärmt werden

Dieses osteuropäische Land hatte Arnold im Blick, als er davon sprach, dass man "Freundschaften in schwierigen Zeiten aufbaut, mit Wohlwollen und Langmut." Mahl wurde hier noch deutlicher. Bei der anstehenden Europawahl sei "ein kräftiger Rechtsruck" zu befürchten. Gerade deswegen aber solle niemand "den Populisten weder das Wort noch das Feld überlassen."

So sah dies auch Monika Stanzel als Vorsitzende des Hilpoltsteiner Arbeitskreises Kultur und Tourismus. Denn wenn auch die Temperaturen zum Fest wenig frühlingshaft seien, so sei es doch wichtiger, dass "die Kälte nicht in Europa einzieht!" Deswegen wolle gerade die Festveranstaltung die Herzen für den Staatenbund erwärmen.

Während des Festes gab es kulinarische Köstlichkeiten verschiedener Länder des Kontinents zu kosten, dazu "regionales Bier und fair gehandelten Kaffee", so Stanzel. Das als "Amerikaner" bekannte Gebäck wurde kurzerhand zum "Europäer" umgedeutet.

Lauf- und Zugarbeit war gefragt

Der Arbeitskreis für die Städtepartnerschaft mit Seilhac steuerte Impressionen der über 20-jährigen Beziehung auf den neuen Fotostelen von Andreas Fuhrmann aus Steindl bei. Diese wurden zugleich von den Fotofreunden Hilpoltstein bestückt: mit live geschossenen und ausgedruckten Bildern. Die Drucker und weitere Ausrüstung hierzu befanden sich allerdings noch in der Residenz – Laufarbeit war also gefragt.

Und auch Zugarbeit: Denn einen blau gefärbten Ochsenkarren, der einst in Seilhac zum Einsatz kam, galt es als Symbol der Verbundenheit vor die Burg zu ziehen. Die Stelen sollen künftig im Residenzhof die Aufenthaltsqualität steigern. Im Freyerskeller selbst ließen Sängerin Dany Tollemer und Pianist Andreas Rüsing aus Nürnberg den "Freundschaftswind" wehen, wie ihr Auftritt überschrieben war. "Grenzenlos sind unsere Gedanken, unser Fühlen und unser Sein", hieß es im Titelstück. Vor allem das Verhältnis von deutscher mit französischer Kultur wurde von den beiden durchdekliniert. Es ging um Paris, aber auch um Berlin, Hamburg und Göttingen. Um einen Freystädter Komponisten, dem das Lied "Plaisier D'Amour" zu verdanken ist.

Auch englisch wurde es zwischendurch: "Aber alle 27 Sprachen – das schaffen wir nicht!" Der Klassiker "Lily Marleen" durfte natürlich nicht fehlen. Zum Höhepunkt geriet ein Lied, das über das eigene Verhalten in einem potenziellen Krieg sinniert. Man wisse ja selbst nicht "was hinter der eigenen Fassade steckt". Verträumte Klänge aus verschiedenen Ecken Europas und Filmstreifen ließ die Lokalmatadorin Theresia Haußner zum Finale an ihrer irischen Hakenharfe erklingen. 

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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