Sonntag, 18.04.2021

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Auftakt zur Woche für Bürgerschaftliches Engagement

Initiative "Hilpoltstein ist bunt" lädt zu verschiedenen Veranstaltungen ein - 11.09.2020 06:07 Uhr

Sichtbares Zeichen für die „Woche für das Bürgerschaftliche Engagement“: Am Hilpoltsteiner Rathaus hängt ein buntes Banner mit dem Namen der Initiative „HIP ist bunt“.

10.09.2020 © Foto: Tobias Tschapka


Die Parteien und Stadtratsfraktionen – Bündnis 90/Die Grünen, CSU, Freie Wähler und SPD – haben Anfang August die Initiative "Hilpoltstein ist bunt" ins Leben gerufen – für eine offene und demokratische Gesellschaft, gegen rechte Meinungsmache. Anlass für die Gründung sind die Demonstrationen, die seit einigen Wochen samstags in Hilpoltstein stattfinden.

Für offene Gesellschaft

Viele Coronarebellen, die sich dort zusammenfinden, bezweifeln die Coronapandemie; staatliche Institutionen werden als erklärtes Feindbild und als unglaubwürdiger Teil einer großen Verschwörung dargestellt. Die Initiative "Hilpoltstein ist bunt" kritisiert an diesen Demonstrationen auch, dass eine eindeutige Distanzierung zur Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Ferdinand Mang von der AfD oder eines bekannten Reichsbürgers aus dem Osten Hilpoltsteins nicht stattfindet. Das zeige klare Tendenzen, so die Initiative "Hilpoltstein ist bunt".

Die Initiative will auf die fehlende Abgrenzung gegen rechtes Gedankengut, die auch bei den jüngsten Großdemonstrationen in Berlin deutlich wurde, sich aber auch in Hilpoltstein zeigt, aufmerksam machen. In der "Woche für das Bürgerschaftliche Engagement" vom 11. bis zum 20. September will die Initiative mit unterschiedlichen Veranstaltungen hierfür eine Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein schaffen.

Den Auftakt stellt der ökumenische Gottesdienst am Freitag dar. Bereits zum 75. Jahrestag des Kriegsendes hätte am 8. Mai am Mahnmal in der Gredinger Straße ein Gottesdienst stattfinden sollen. Wegen der Coronapandemie war dies jedoch nicht möglich. Gestaltet wird der Gottesdienst jetzt von der evangelischen Pfarrerin Verena Fries und vom katholischen Diakon Heinrich Hofbeck.


August 2020: Hilpoltstein wehrt sich gegen Demokratie-Feinde


"Nie wieder" – das stand und steht als Forderung über dem Gottesdienst. An der Stelle, an der während der Zeit des Nationalsozialismus ein Hakenkreuz über der Stadt thronte, wurde bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, noch im November 1945, ein Kreuz als Mahnmal errichtet. Die Inschrift der Steinplatte im Sockel lautet: "Zur Ehrung aller Opfer durch Greueltaten im Dritten Reich". Die Initiative stellt in dieser Hinsicht klar: Nie wieder soll ein nationalsozialistisches Regime über Deutschland herrschen, nie wieder sollen Rassismus, Ausländerhass und Ausgrenzung die Oberhand gewinnen. Hilpoltstein sei seit vielen Jahren bekannt für seine Offenheit, seine Vielfalt, für Inklusion und eine lebendige Gesellschaft – das betonen alle im Stadtrat vertretenen Parteien. Rechtsextremes Gedankengut habe in Hilpoltstein keinen Platz.

Coronaregeln gelten

Die Bevölkerung der Stadt, aber auch Bürger aus dem gesamten Umkreis sind eingeladen, am Gottesdienst und den anderen Angeboten in der Woche für das Bürgerschaftliche Engagement teilzunehmen. Die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten, beim Betreten des Geländes ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Am Platz kann diese abgelegt werden.

Die Teilnahme am Gottesdienst ist allen untersagt, die positiv auf Covid-19 getestet worden sind oder unter Quarantäne stehen, die respiratorische und infektiöse Atemwegsprobleme oder Fieber haben oder die in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu an Covid-19 Erkranten hatten.

CHRISTOPH RAITHEL E-Mail

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