Dienstag, 18.02.2020

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Chaos bei Hilpoltstein: Mehrere Folgeunfälle nach Lkw-Havarie

Die Autobahn 9 war stundenlang gesperrt. Leitplanke auf über 50 Meter zerstört. - 14.02.2020 12:58 Uhr

Über der Unfallstelle schwebte ein weithin wahrnehmbarer Dieselgeruch: Bei dem Unfall riss der Tank des Lastwagens auf, eine große Menge Kraftstoff ergoss sich auf die Autobahn. © Foto: Martin Regner


Letztlich blieb der Sattelzug quer auf dem linken und mittleren Fahrstreifen der Fahrtrichtung Berlin sowie dem linken Fahrstreifen der Richtung München stehen. Durch die Wucht des Unfalls schleuderten mehrere abgerissene Teile des Lkw und der Leitplanke auf die Fahrbahn, wodurch vier weitere Fahrzeuge beschädigt wurden. Die Autobahn musste in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt werden; über der Unfallstelle schwebte ein weithin wahrnehmbarer Dieselgeruch. Die Feuerwehren aus Allersberg, Hilpoltstein und Greding sowie die Autobahnmeisterei Greding wurden an die Unfallstelle alarmiert.

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Laster-Unfall auf der A9: Tank aufgerissen - Stau auf der Autobahn

Es riecht nach Diesel: Bei einem Unfall auf der A9 in der Nähe von Hilpoltstein krachte ein Lasterfahrer mit seinem Fahrzeug in die Mittelplanke und riss sich dort den Tank auf. Die Aufräumarbeiten laufen, die Autobahn blieb über Stunden gesperrt.


Die Reinigung der Fahrbahn von Trümmern und ausgelaufenem Kraftstoff, die Bergung des Sattelzugs und die weiteren Aufräumarbeiten vor Ort dauerten bis tief in die Nacht an. Aufgrund der Sperrungen kam es bis weit nach Mitternacht zu massiven Rückstauungen in beide Richtungen. Immer wieder einsetzender Regen behinderte die Aufräumarbeiten. Am Freitag wurde die Leitplanke instand gesetzt, dazu wurde die jeweils linke Spur der beiden Fahrtrichtungen bis voraussichtlich 14 Uhr gesperrt.

Der 62-jährige Lkw-Fahrer wurde mit einer Platzwunde am Kopf und weiteren leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt rund 80.000 Euro.

Zahlreiche Folgeunfälle

Im Staubereich ereignete sich beim Vorbeileiten des Verkehrs über den Standstreifen ein weiterer Unfall: Beim Einfädeln kam es zu einem seitlichen Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Pkw. In Richtung Berlin rauschte ein Sattelzug in das Stauende bei Greding und krachte ins Heck eines weiteren Sattelzugs. Eine weitere auf der Autobahn liegengebliebene Sattelzugmaschine musste aufgrund von Spritmangels abgeschleppt werden.

Ein Kraftfahrer wendete in Anbetracht des Staus auf der Autobahn und fuhr als Geisterfahrer weiter. Die Polizei zog den Mann aus dem Verkehr. Drei weitere Verkehrsteilnehmer wurden dabei erwischt, wie sie mit ihren Handys das Unfallgeschehen filmten.

Die Umfahrungsstrecken waren in Folge der Autobahnsperrung komplett überlastet. In der Folge kam es zu einem Unfall im Stadtbereich von Hilpoltstein: Ein 59-Jähriger war dort auf der Nibelungenstraße unterwegs. An der Einmündung zur Allersberger Straße bemerkte er, dass sich der Verkehr stadteinwärts staute. Ein Lkw stand an der Einmündung und ließ für einfahrende Fahrzeuge in die Nibelungenstraße eine Lücke. Diese Lücke wollte der 59-jährige Citroenfahrer nutzen, um die Allersberger Straße geradeaus zu überqueren.

Kleines Fahrzeug übersehen

Er tastete sich langsam vor und hielt unmittelbar vor dem Führerhaus des Lkw an. Dann setzte sich die Fahrzeugschlange auf der Allersberger Straße wieder in Bewegung und auch der Lkw-Fahrer fuhr los. Offenbar hatte er den Kleinwagen vor seinem Lkw übersehen. Der Lkw stieß leicht gegen den Citroen. Verletzt wurde dabei niemand; der Schaden am Pkw wird mit rund 1000 Euro angegeben.


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