Donnerstag, 21.11.2019

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Das Trio "Knedl & Kraut" improvisierte in Greding

Nichts zum Essen, sondern zum Genießen durch Zuhören und Lachen - 01.11.2019 18:18 Uhr

Sieht komisch aus, riecht bestimmt so und ist es auch: Knedl und Kraut zeigten, wie ein Pömpel ganz leicht zum Didgeridoo wird – auch die anderen Instrumente des Trios waren abenteuerliche Improvisationen. © Manfred Klier


Von dort hatten sie viel Amüsantes, vor allem Musikalisches mitgebracht, aber keine Instrumente. Die haben sie aus einfachsten Mitteln selber gebaut und zaubern darauf überraschende Klänge hervor. Nachdem der Düsenlärm des imaginären Flugzeugs aus dem Lautsprecher abgeebbt ist, erklingt eine schmissige Polka, gespielt auf Tuba, Kontrabass und diatonischer Harmonika. Die musikalische Weltreise beginnt.

"Carmen" auf leeren Tuben

"Carmen" von Georges Bizet auf einem Tuben-Piano gespielt, ist wohl eine einmalige Interpretation. Das Tuben-Piano, so erklärt Toni Bartl, haben sie aus leeren Cremetuben und Filzstifthülsen zusammengebaut. Eine angeschlossene Melodica steuert dieses eigenwillige Instrument an. Juri Lex begleitet auf einer Geige, deren Korpus eine Bratpfanne ist und Andy Asang spielt auf einer Gitarre, die aus einer Weinkiste entstanden ist. Genial, mit welch musikalischem Können die drei agieren. Lediglich Juri Lex, ein ehemaliger Gymnasiallehrer, hat eine musikalische Ausbildung.

Der Türkische Marsch von Wolfgang Amadeus Mozart hört sich erstaunlich echt auf 200-Milliliter-Tuben an. Andy Asang schwärmt von seinem Kontrabass mit den weiblichen Rundungen und lässt dabei die Saiten jazzartig schnalzen. Gummistampfer kann man nicht nur zum Abflussreinigen verwenden. Entsprechend präpariert, kann man darauf "O When The Saints Go Marching In" auf originelle Weise interpretieren.

Drei Melodien auf einmal

Eine Abflusspumpe wird zum Didgeridoo, Toni Bartl demonstriert darauf, wie Zirkularatmung geht, nämlich gleichzeitiges Ein- und Ausatmen, um minutenlang auf diesem Instrument blasen zu können.

Dem zum Teil vordergründigen Klamauk stehen musikalisches Können und gekonnter Wortwitz gegenüber. In Italien, dem offenkundigen Lieblingsland des Trios, hat Toni mit seinem steirischen Akkordeon eine Weltmeisterschaft gewonnen. Nicht zu Unrecht, wie er es mit drei gleichzeitig gespielten Melodien meisterhaft beweist. Das preiswerteste Instrument führt Toni Bartl vor. Ihm genügt eine teilweise mit Wasser gefüllte Zahnpastatube, die im Klang in verblüffender Weise einer Okarina, einer Kugelflöte, ähnelt. Gekonnt ist eben gekonnt. Das hört man auch beim Spiel auf einer eigentümlichen Querflöte, die eigentlich ein Mopedauspuff mit Löchern ist.

In Indien waren die Musiker von den originellen Autohupen fasziniert, die man in einer chromatischen Tonleiter arrangieren kann, um damit "New York" in origineller Weise zu spielen. Natürlich werden Zugaben gefordert. Alpenländisch gibt es die, nämlich mit Alphornklängen, die allerdings, mit elektronischem Nachhall unterlegt, von Toni Bartl per Schlauch und aufgesägtem Benzinkanister beinahe naturgetreu vorgeführt werden.

MANFRED KLIER E-Mail

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