Freitag, 21.02.2020

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Die Brunnbachgruppe stimmte ab: Der Wasserpreis bleibt stabil

Breite Mehrheit für 1,30 Euro pro Kubikmeter - Regelung gilt vier Jahre lang - 12.02.2020 05:57 Uhr

Unser Bild zeigt das Wasserwerk der Brunnbach-Gruppe in Allersberg. Um die Verabschiedung des Haushalts 2019 des Zweckverbandes zur Wasserversorgung hatte es in den vergangenen Wochen reichlich Wirbel gegeben. © Foto: Reinhold Mücke


Zum 1. Januar 2017 wurde der Wasserpreis beim Zweckverband angehoben, damals von 1,10 auf 1,30 Euro je Kubikmeter, wie Kämmerin Katrin Müller die Verbandsräte erinnerte. Nun hatte man eine Neukalkulation durchgeführt und war zum Ergebnis gekommen, dass die Verbrauchsgebühr in der derzeitigen Höhe belassen werden könne. Eine Rolle spielte dabei auch, dass im abgelaufenen Kalkulationszeitraum der vergangenen drei Jahre eine Kostenüberdeckung von 238 000 Euro erzielt wurde. Und eingerechnet hatte man auch, so Müller, dass durch das (geplante) Gewerbegebiet bei Altenfelden eine höhere Wasserabgabe erzielt werde.

Mahl für Erhöhung

Verbandsrat Hartmut Täufer (Allersberg, SPD) gefiel das gar nicht. Angesichts des Anstiegs der Schulden sollten seiner Ansicht die Gebühren erhöht werden. Sein Credo: Irgendwann müssen auch die Schulden bezahlt werden. Es könnten aber nur die Kosten der Abschreibung in die Kalkulation einfließen, entgegnete Müller, denn die Kosten anstehender Sanierungsarbeiten könnten nicht in die Gebührenkalkulation einbezogen werden, sondern lediglich deren Verzinsung.

Auch der Hilpoltsteiner Bürgermeister Markus Mahl argumentierte pro Gebührenerhöhung. Wenn die Maßnahmen der nächsten drei Jahre in die Kalkulation einfließen, sei er schon erstaunt, dass sich dies nicht in der Gebührenhöhe niederschlage, sagte er. Und auch bei der doch relativ hohen Verschuldung erscheine ihm die gesamte Kalkulation recht knapp. Denn auch die Zuführung in den Vermögenshaushalt liege nur knapp über der notwendigen Mindestzuführung.

2023 nächste Kalkulation

Am Ende wurde aber bei zwei Gegenstimmen die Wassergebühr mit 1,30 Euro beschlossen und festgelegt, dass die nächste Kalkulation zum Januar 2023 erfolgen solle. Beschlossen bei zwei Gegenstimmen wurde auch die Haushaltssatzung noch für 2019. Die war eigentlich bereits im Mai vergangenen Jahres verabschiedet worden. Doch weil die darin vorgesehene Schuldenaufnahme die Investitionen überstieg, verweigerte das Landratsamt die Zustimmung. Nun wurde der die Investitionen übersteigende Betrag von 55.360 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen und die Kreditaufnahme entsprechend gesenkt.

Als der geänderte Haushalt im November vergangenen Jahres erneut beraten werden sollte, war aber die Finanzchefin erkrankt, so dass man diese Beratung verschoben hatte. Also wurde der Haushalt für das abgelaufene Jahr erst im Jahr darauf endgültig beschlossen. Kuriosum am Rande: das Landratsamt hatte die Haushaltssatzung für 2019 bereits genehmigt, in der geänderten Form.

Auch das Haushaltswerk für das laufende Jahr und der Finanzplan bis zum Jahr 2023 wurden bei zwei Gegenstimmen verabschiedet. 600.000 Euro sind als Entgelte für Wasserlieferungen eingeplant und 151.000 Euro Rückvergütung von Umsatzsteuer vom Finanzamt. Gut 115.000 Euro stehen als Personalkosten auf der Ausgabenseite, nachdem der Zweckverband im vergangenen Jahr eine zweite Wasserwartstelle geschaffen hatte. Eine Zuführung zum Vermögenshaushalt soll mit 140.640 Euro erfolgen.

Kreditaufnahme: 316.000 Euro

Der Vermögenshaushalt sieht Aufwendungen zur Erweiterung des Rohrnetzes in Höhe von 310.000 Euro vor und Sanierungsarbeiten am Leitungsnetz mit 320.000 Euro sowie an den Brunnen mit 270.000 Euro, während an Beitragseinnahmen mit 530.000 Euro gerechnet wird. Eine Kreditaufnahme soll mit 316.000 Euro erfolgen. 1,154 Millionen Euro weist der Verwaltungshaushalt in den Einnahmen und Ausgaben auf, 1,107 Millionen Euro der Vermögenshaushalt. Der Finanzplan sieht für 2021 Beitragseinnahmen von 740.000 Euro und auch weitere Kreditaufnahmen, dafür aber auch eine Reihe von Sanierungen an Brunnen und Rohrleitungen vor.

In diesem Zusammenhang entstand auch eine Diskussion über die Sanierung bestehender Versorgungsleitungen, die zum Großteil als Asbestzementleitungen ausgeführt sind, bei denen man in der Regel von einer Lebensdauer von 50 Jahren ausgeht. Nach der Gründung des Zweckverbandes um das Jahr 1970 werden vermehrt Sanierungsmaßnahmen anstehen. So soll im Zusammenhang mit der Erschließung der gewerblichen Flächen bei Altenfelden auch gleich ein Austausch der dortigen Rohre erfolgen.

REINHOLD MÜCKE E-Mail

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