Sonntag, 15.12.2019

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Ganz wie im Märchen - und ein Allersberger war dabei

Bastian Pogats half beim Dreh des Märchenfilms "Der starke Hans" mit - 31.10.2019 06:03 Uhr

Der Allersberger Bastian Pogats mit Jeanette Hain, die die „Hüterin der Luftgeister“ verkörpert. Pogats führte für ein Internetportal Interviews mit den Hauptdarstellern. © Foto: privat, Bastian Pogats


Bastian Pogats war einem Aufruf auf der Facebookseite Maerchenfilm gefolgt – dort war ein Märchenfan und Reporter gesucht worden. Pogats wurde ausgewählt und mit einem Fragenkatalog ausgestattet, für das Internet-Portal führte er Video-Interviews mit den drei Hauptdarstellern Bianca Nawrath (Klassentreffen 1+2), Lucas Reiber (Fack ju Göhte 2) und Jeanette Hain (Honig im Kopf, mehrere Tatorte).

Gleich "per Du"

"Das waren alles super nette Menschen, sympathische Leute", beschreibt Pogats die drei und die Filmcrew am Set – er verbrachte etwa einen halben Drehtag im Druidenhain in der Fränkischen Schweiz. Man war gleich "per Du", die Fragen drehten sich um den Cast, die Dreharbeiten im Freien oder zukünftige Rollenwünsche. Demnach würden Nawrath und Hain, die Prinzessin und die "Hüterin der Luftgeister", gerne auch einmal in die Rolle des Bösewichts schlüpfen.

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Für die Märchenfilmproduktion "Der starke Hans" aus der ARD-Reihe "Sechs auf einen Streich" hat sich der Bayerische Rundfunk einen ganz besonderern Drehort ausgesucht: den "Druidenhain" bei Wohlmannsgesees im Landkreis Forchheim. Mit von der Partie: Schauspielerin Jeanette Hain ("Honig im Kopf", "Tatort"). Wir waren beim Dreh dabei.


",Der starke Hans‘ ist eher ein unbekanntes Märchen", sagt Pogats, eigentlich mehr eine Kurzgeschichte. Diese wurde für den etwa einstündigen Film aber "sehr interessant umgesetzt". Die Motive der Urfassung der Gebrüder Grimm blieben erhalten: Der starke Hans besitzt durch seinen Wanderstock besondere Kräfte. Diese nutzt er für gute Taten im Dorf. Er will jedoch zu sich finden und geht auf Wanderschaft.


"Der starke Hans" - so läuft es beim Filmdreh im Druidenhain


Dann begibt sich Prinzessin Sarah in den verbotenen Zauberwald – in dem die Hüterin der Luftgeister herrscht –, um herauszufinden, weshalb eine für das Dorf lebenswichtige Quelle versiegt ist. Von dem Vorhaben erfährt auch der starke Hans und unterbricht seine Reise. Herzog Egbert wittert unterdessen die Möglichkeit, Prinzessin Sarah zu heiraten, weshalb er mit der Hüterin der Luftgeister einen finsteren Pakt schließt.

Da das Märchen in der Grimmschen Fassung nicht zeitgemäß erschien, wurde es für die Verfilmung angepasst. "Wir haben Hans Herz und Hirn gegeben", so Birgitta Kaßeckert, Redakteurin des BR. "Wir brechen Klischees auf, bleiben aber in einer märchenhaften Welt", so die Redakteurin weiter. Produzent Marcus Roth von TV 60 Film beschreibt "das sehr komplexe Märchen" als "ernst in den Themen, aber nicht in der Darstellung".

"Tolles Frauenbild"

Nawrath ist froh um die moderne Darstellung: "Unser Märchen hat ein tolles Frauenbild und übermittelt gleichzeitig die Botschaft, dass wir uns Gedanken machen müssen, wie unsere Beziehung zur Natur ist." Nawrath hätte "auf keinen Fall das Märchen in der Urfassung verfilmen wollen, weil die Prinzessin am Ende abgeschleppt wird und das war’s. So ist das heutzutage nicht mehr. Mädels können genauso gut anpacken. Männer und Frauen sind gleichwertig. Das sollen ruhig die Jüngsten von uns schon mitbekommen."

Der Bayerische Rundfunk drehte in Bad Windsheim und hier im Druidenhain der Fränkischen Schweiz den Märchenfilm „Der starke Hans“ (gespielt von Lucas Reiber, 2. v. li.). © Foto: Hubert Bösl


Für Bastian Pogats war neben den Interviews auch das Set und der direkte Kontakt mit den Schauspielern interessant: Filme sind ein Hobby des Cineasten, ein anderes, Schauspieler in Lebensgröße auf Holz zu porträtieren – seine künstlerische Begabung gibt er beispielsweise im Rahmen des Ferienprogrammes bei "Malen im Torturm" an Kinder weiter. Die Schauspieler sah Pogats bisher aber nur auf Bildern, nun hat er sie in Fleisch und Blut erlebt. "Ich werde sie noch porträtieren, auf Holz oder Leinwand", sagt Pogats.

Er ist selbst Schauspieler, glänzte beim Allersberger Torturm-Kabarett des Kultur- und Verschönerungsvereins in mehreren Rollen – die BR-Dreharbeiten zu beobachten, passte da wie die Faust aufs Auge. Und natürlich würde sich Pogats auch bewerben, sollte einmal eine Besetzung gesucht werden. Vielleicht klappt es ja wieder, wie bei der Suche nach einem Reporter. Bis dahin freut sich Pogats auf Weihnachten 2020 – die Dreharbeiten sind abgeschlossen, dann soll das "fränkische Märchen" in der Reihe "Sechs auf einen Streich" ausgestrahlt werden.

end/mck/bga E-Mail

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