Feier in Freystadt

Gemeinsam trotz Corona: Hilpoltsteiner Abiturienten verabschiedet

18.7.2021, 22:37 Uhr
Oberstufenkoordinatorin Sandra Johanni (links) und Direktorin Anja Hilbert (rechts) mit den besten Abiturienten Moritz Ackermann, Tamara Pröbster und Christoph Schmidtmeier (von links).

Oberstufenkoordinatorin Sandra Johanni (links) und Direktorin Anja Hilbert (rechts) mit den besten Abiturienten Moritz Ackermann, Tamara Pröbster und Christoph Schmidtmeier (von links). © Tobias Tschapka, NN

Nicht in der eigenen Aula, sondern in der Freystädter Mehrzweckhalle hat die Abiturfeier des Hilpoltsteiner Gymnasiums stattgefunden. Nachdem der Jahrgang 2020 gleich viermal hintereinander Abschluss feierte, weil die Schüler in Gruppen aufgeteilt waren, damit sich coronagerecht nicht zu viele Personen auf einmal in einem Raum befanden, hatten sich die diesjährigen Abiturienten ausdrücklich gewünscht, gemeinsam Abschied feiern zu können. Diesem Wunsch kam das Gymnasium nach, und nachdem die Hilpoltsteiner Stadthalle, die groß genug gewesen wäre, um die Abstandsregeln einzuhalten, immer noch gesperrt ist, wichen die Schüler in die Mehrzweckhalle Freystadt aus. Dort war sogar eine kleine Corona-Teststation aufgebaut, aber um den Maskenzwang, der auch auf den Sitzplätzen galt, kam man nicht herum.

Die Abiturfeier des Hilpoltsteiner Gymnasiums fand dieses Jahr in der Freystädter Mehrzweckhalle statt.

Die Abiturfeier des Hilpoltsteiner Gymnasiums fand dieses Jahr in der Freystädter Mehrzweckhalle statt. © Tobias Tschapka, NN

Durch das Programm führten Amelie Hörner und Jonas Deyerler, die anfangs neben allen Absolventinnen und Absolventen (die jeweils zwei Begleitpersonen mitbringen durften) auch die Schulleitung samt Lehrern sowie die stellvertretende Landrätin Hannedore Nowotny und Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl begrüßten. Beide Ehrengäste nutzten die Gelegenheit zu einem Grußwort, in dem sie ihre Freude zum Ausdruck brachten, dass alle der insgesamt 72 Abiturienten trotz der widrigen Umstände, die die Pandemie für den Schulbetrieb mit sich gebracht hat, ihren Abschluss geschafft haben. „Corona ist vor eineinhalb Jahren wie ein heftiges Gewitter über uns hereingebrochen, und keiner wusste genau, wie man damit umzugehen hat“, so Mahl. Daher seien Fehler gemacht worden, und manche Entscheidungen seien auch heute noch nicht nachvollziehbar, „aber insgesamt ist es dann für euch zum Glück doch ganz gut gelaufen“.

Nicht auf dem Silbertablett serviert

Direktorin Anja Hilbert kam in ihrer Rede auf die Abschlussfeier einer noblen Highschool bei Boston zu sprechen, bei der die Ansprache des Schulleiters im Internet für viel Furore gesorgt hatte. An die Schülerinnen und Schüler gerichtet, deren Eltern ein Vermögen für die Ausbildung ihrer Sprösslinge ausgegeben haben, sagte dieser sinngemäß: „Ihr seid nichts Besonderes!“ Und in der Tat teilt Hilbert diese Auffassung, denn alles auf einen Silbertablett serviert zu bekommen, so dass man lediglich zugreifen muss – das sei in der Tat nichts Besonderes.

„Für euch stimmt das jedenfalls nicht“, so die Direktorin. „Ihr habt es geschafft, in einer nahezu endlosen Phase der Ungewissheit unter Rahmenbedingungen, die sich bis dato niemand hatte vorstellen können, euer Abitur zu machen“. Natürlich hätten die Lehrkräfte sie, so gut es geht, unterstützt, und dabei auch eigene digitale Kompetenzen weiterentwickelt. „Aber das Entscheidende ist, dass ihr es geschafft habt, euch jeden Tag zu motivieren, dranzubleiben, und einen eigenen Lernweg zu finden, der ein hohes Maß an Selbstkompetenz voraussetzt, die sich bis dahin niemand hätte träumen lassen“, lobte Hilbert. „Daher seid ihr etwas ganz besonderes – und jetzt macht etwas draus!“.

Auch die Oberstufenkoordinatorin Sandra Johanni betonte in ihrer Ansprache, dass die Befürchtungen, angesichts der vielen Einschränkungen überhaupt ein normales Abi ablegen zu können, unbegründet waren. „Ihr habt mit dem Jahrgangsdurchschnitt von 2,15 ein besonders gutes Abitur abgelegt – vielleicht sogar das beste, das jemals am Gymnasium Hilpoltstein geschrieben worden ist.“ Und, nein, es gab keinen Corona-Bonus, „denn am Ende musstet ihr euch alle in dem Wissen, dass ihr auf viel weniger Präsenz-Zeit in der Schule bauen könnt als alle Jahrgänge zuvor, auf die anstehenden Übungen vorbereiten“.

Nach den Reden, zwischen denen die ehemalige Gymnasiastin Anja Gilch mit ihrer Gitarre den musikalischen Rahmen setzte, war der große Augenblick gekommen: Die 72 Absolventinnen und Absolventen schritten einzeln nach vorn und bekamen ihre Zeugnisse überreicht. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler erhielten dabei zusätzlich gestiftete Preise für ihre individuellen Leistungen in diversen Kategorien. Die besten Abiturnoten erzielten Tamara Pröbster aus Hilpoltstein, Moritz Ackermann aus Eysölden (beide mit einem Schnitt von 1,0) sowie Christoph Schmidtmeier aus Obermässing (1,1). Zu den weiteren Abiturientinnen und Abiturienten mit einem Notendurchschnitt von 1,5 und besser gehörten Jenna Chapman, Anna Deyerler, Elisa Donaubauer, Alina Gerner, Sandra Gilch, Celin Kotulla, Sophia Lehnert, Jakob Pfeiffer, Marvin Raschulewski, Isabel Schmidtke sowie Rebecca Schneider, die kurz zuvor die Schülerrede hielt.