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Graffiti, Diebstahl, Körperverletzung: Zahlen des Jahres 2019

Die Hilpoltsteiner Kriminalstatistik für 2019 zeigt zurückgehende Zahlen. - 22.04.2020 16:28 Uhr

Um fast die Hälfte gesunken ist im Jahr 2019 die Zahl der Wohnungseinbrüche im Gebiet der Polizeiinspektion Hilpoltstein. Auch bei anderen Straftaten gibt es einen erfreulichen Rückgang. © Foto: Patrick Seeger/dpa


Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (722) einen Rückgang um 3,2 Prozent. 438 Straftaten konnten aufgeklärt werden, was einer Quote von 62,7 Prozent entspricht. Zu den geklärten Fällen konnten 382 Tatverdächtige ermittelt werden. Davon waren 56, also 14,7 Prozent, weiblich.

Weniger Wohnungseinbrüche

Die Häufigkeit ging in Allersberg, Heideck und Hilpoltstein leicht zurück, in Greding und Thalmässing war dagegen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Hilpoltstein ist die Kommune mit der größten Kriminalitätsbelastung. Allerdings muss aus Sicht der Polizei auch deutlich gemacht werden, dass alle Städte und Gemeinden im Inspektionsgebiet im Vergleich zum restlichen Mittelfranken insgesamt sehr sicher sind, wie Dienstellenleiter Siegfried Walbert in dem Bericht betont.

Die Häufigkeitszahl im Bereich der Polizei Hilpoltstein liegt nämlich bei "nur" 1795. Die Häufigkeitszahlen für das gesamte Mittelfranken, 4570, und für Bayern mit insgesamt 4343 liegen mehr als doppelt so hoch. Der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren wurde im Jahr 2019 mit 24,9 Prozent errechnet und fiel somit leicht ab. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen fiel von 20,3 auf 19,1 Prozent. Bei diesen Zahlen wird allerdings nicht unterschieden, ob es sich bei den Verdächtigen um hier wohnende Mitbürger nichtdeutscher Staatsangehörigkeit handelt oder um durchreisende Personen beziehungsweise Flüchtlinge. Durch Flüchtlinge ergaben sich für die aktuelle Kriminalstatistik keine prägnanten Auswirkungen.

Körperverletzungsdelikte haben sich im Jahr 2019 deutlich verringert. Der Wert von 92 Delikten (Vorjahr: 108) liegt erneut unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. 2019 weist die Statistik auch "nur" noch acht Wohnungseinbrüche auf (Vorjahr: 14). Lediglich vier Einbrüche wurden tatsächlich im Jahr 2019 begangen. Die anderen vier Taten stammen aus dem Jahr 2018, sind jedoch erst in die Statistik des Jahrs 2019 eingegangen. Diese erfreuliche Reduzierung liegt deutlich unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 15,4. Die Aufklärungsquote liegt bei 87,5 Prozent. Auch dies ist ausschließlich auf die aufgeklärten Fälle des Jahres 2018 zurückzuführen. Nach einem DNA-Abgleich konnten im Jahr 2019 sieben Delikte aus dem Jahr 2018 einem 41-jährigen Mann aus der Republik Moldau zugeordnet werden.


Verkehr in und um Hilpoltstein: Mehr Unfälle, weniger Schwerverletzte


Die Anzahl der Diebstähle, insbesondere der schweren Diebstähle, ist 2019 deutlich gestiegen. Hier sind gleich drei Einbruchserien zu erwähnen: Im Gewerbegebiet "An der Autobahn" in Sindersdorf ereigneten sich im November und Dezember 2018 mehrere Einbrüche in Firmen. Die Täter blieben zunächst unbekannt, es konnten jedoch DNA-Spuren an den Steinen gesichert werden, mit denen Fensterscheiben an den Gebäuden eingeworfen wurden. Bei der Auswertung im Jahr 2019 konnte ein 35-jähriger Rumäne als Tatverdächtiger für vier Fälle ermittelt werden.

In der Nacht auf den 16. Juli drang ein Unbekannter in drei Kindergärten und das Hallenbad in Greding ein. Nur in einem Objekt erbeutete er Bargeld, etwa 300 Euro. In der Nacht zum 9. Dezember 2019 kam es in Allersberg zu sechs Einbrüchen in Betriebsgebäude. Auch hier hatte es der Täter ausschließlich auf Bargeld abgesehen. Aus drei Objekten entwendete er insgesamt 7700 Euro. Hinweise auf den Täter liegen derzeit noch nicht vor.

Graffiti in Greding

Für den Anstieg der Sachbeschädigungs-Delikte sind vor allem zwei Serien verantwortlich: Am 20. September wurden bei der Polizei Sachbeschädigungen durch Graffiti im Stadtgebiet von Greding angezeigt. Insgesamt konnten 17 Tatorte mit acht Geschädigten festgestellt werden. Der Gesamtschaden belief sich auf mehr als 11 000 Euro. Nach einem Zeugenhinweis konnten zwei örtliche Jugendliche als Tatverdächtige ermittelt werden.

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Ende November wurden in Thalmässing fünf geparkte Pkw verkratzt. Nach einem Zeugenhinweis konnte die Tatverdächtige verfolgt und von der Streife gestellt werden. Die 71-jährige Rentnerin gab schließlich zu, die Pkw verkratzt zu haben. Als Tatmotiv ist wohl das vermeintliche "Falschparken" der Geschädigten anzunehmen.

Die Fallzahlen im Bereich "Betrug" gingen von 105 auf 55 Straftaten zurück. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2019 deutlich weniger Call-Center-Betrügereien im hiesigen Dienstbereich angezeigt wurden. 2019 betrug der Gesamtschaden aller Diebstahls- und Vermögensdelikte rund 580.000 Euro. Dies bedeutet eine Verringerung um 42,8 Prozent.


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Internetkriminalität nimmt in den vergangenen Jahren einen immer größeren Raum in der polizeilichen Ermittlungsarbeit ein. Hier ist zu unterscheiden, wo der Täter gehandelt hat: Liegt der Tatort im Bereich der Polizei Hilpoltstein, wird der Fall hier auch abschließend bearbeitet. In der überwiegenden Zahl der Fälle wohnt der Geschädigte hier und kommt zu seiner Heimatdienststelle zur Anzeigeerstattung. In den anderen Fällen werden die Delikte in Hilpoltstein aufgenommen und zur für den Tatort zuständigen Polizei weitergeleitet. Im Jahr 2019 haben die Beamten der Polizeiinspektion Hilpoltstein 123 Strafanzeigen der Internetkriminalität vor Ort entgegengenommen und weitergeleitet. Den Geschädigten entstand durch die angezeigten Taten ein Schaden in Höhe von insgesamt 258.463 Euro.

Besonders ins Gewicht fiel ein Betrug zum Nachteil eines 70-jährigen Rentners aus Hilpoltstein. Der Mann wurde um mehr als 180.000 Euro betrogen, als er Gold im Internet erwerben wollte. Mit einem Tatort im hiesigen Bereich mussten 2019 insgesamt 19 Internet-Straftaten bearbeitet werden, wobei ein Schaden in Höhe von 2992 Euro entstand.

Seit Februar 2018 ist es in Bayern möglich, bei kleineren Delikten online Strafanzeige zu erstatten. Bei der Polizei Hilpoltstein gingen vergangenes Jahr 23 derartige Anzeigen per Online-Formular ein. Dabei handelte es sich meist um Internetkriminalität. Nur selten wurden andere Straftaten, wie etwa ein Fahrraddiebstahl, auf diesem Weg zur Anzeige gebracht.

 

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