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Samstag, 11.07.2020

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Greding: Schneller surfen statt besser skaten

Der Bau eines Skaterplatzes ist nach einer Diskussion in weite Ferne gerückt. - 24.06.2020 15:55 Uhr

Zu teuer. So urteilte der Gredinger Stadtrat, als es um den Bau eines Skaterplatzes auf einer Fläche der N-Ergie ging (hier das Foto einer Anlage in Pegnitz). Im nächsten Jahr soll sich die Jugendzukunftswerkstatt mit günstigeren Alternativen beschäftigen. © Foto: NN/Klaus Trenz


Landschaftsarchitekt Norman Riede aus Nürnberg hatte die stolze Summe von bis zu 300.000 Euro für das Projekt berechnet. In dieser Größenordnung war der Rat jedoch nicht bereit zu investieren, obwohl die N-Ergie in Aussicht gestellt hatte, die in ihrem Besitz befindliche Fläche längerfristig an die Stadt zu verpachten.

Nun liegt der Ball wieder bei der Jugendzukunftswerkstatt, die allerdings wohl erst im kommenden Jahr stattfinden wird. Dann soll sich die junge Generation Gedanken machen, wie weiter verfahren werden soll und sich Alternativen überlegen. In dieser Jugendzukunftswerkstatt war vor zwei Jahren auch die Idee zu einem neuen Platz geboren worden. Die schlanke Variante einer Erweiterung und Ertüchtigung des bisherigen Skaterbereichs am Volksfestplatz rückt damit nun wieder in den Fokus.

Sperre wird verlängert

Statt skaten ist nun surfen die Devise – wenn auch nur im virtuellen Sinn. Denn beim Breitbandausbau könnte in Greding dank eines neuen Förderprogramms vom Freistaat nun die nächste Stufe zünden. Zwei Verfahren sind bereits abgeschlossen.

Mit der neuen Gigabit-Richtlinie kann Bayern nun als erste Region in Europa auch die Beschleunigung von Anschlüssen an Orten fördern, wo bereits schnelles Internet mit mindestens 30 Mbit pro Sekunde verfügbar ist. Wird der Antrag bewilligt, könnten von den entsprechenden Maßnahmen 50 Prozent aller Haushalte profitieren, rechnete Bürgermeister Manfred Preischl vor.

Nicht aufs Gas, sondern auf die Bremse trat der Stadtrat bei der Wohnbebauung im innerstädtischen Sanierungsbereich. Hier gilt seit zwei Jahren eine Veränderungssperre, die nun um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Das sei aber "keine Bauverhinderung, sondern eine Baugestaltung", wie Bürgermeister Preischl betonte.

Nichtsdestotrotz sah dies mancher im Gremium genau anders herum, was zu Diskussionen im Rat führte. Eine Sperre sei aber notwendig, um bei der Entwicklung wichtiger Flächen in der Innenstadt weiter mitreden zu können, argumentierte Preischl.

In den zwei Jahren sei gestalterisch jedoch nichts passiert, lautete der Vorwurf von der Gegenseite um Thomas Schmidt (CSU). Es würde aber schon an einem Bebauungsplan gearbeitet, suchte Preischl zu entkräften.

Zu exponiert

Einigkeit indes herrschte bei einem anderen Beschluss: in der Ablehnung eines Antrags der Deutschen Funkturm GmbH auf Neubau eines Stahlgitterfunkmasts bei Obermässing in der Tallage in Richtung Karm. Eine zu exponierte Lage, um dort einen Mast zu erbauen, so das Argument. Dieser sei zwar nötig, doch solle für ihn ein anderer Standort gesucht werden.

Ums liebe Geld ging es bei der Bekanntgabe der Jahresrechnung 2019, die zunächst Erfreuliches zu bieten hatte. So konnten die Schulden wie geplant weiter auf 3,2 Millionen Euro abgebaut werden. Auch was die Überführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt anbetrifft, gab es Gutes zu berichten. Mit 3,4 Euromillionen liege man stolze 800.000 Euro über dem angesetzten Wert. Leider aber wirft ein Insolvenzfall dunkle Schatten auf die Gewerbesteuereinnahmen. Hier sind Mindereinnahmen von 600.000 Euro zu verzeichnen. Die entsprechende Bereinigung der Zahlen soll sich im Haushalt 2020 wiederfinden.

Derweil stehen schon die nächsten Ausgaben an: Die Anschaffung neuer Umwälzpumpen für das Freizeitbad in Höhe von 60.000 Euro oder die Asphaltierung des Dreifaltigkeitswegs in Attenhofen sowie die Defizitübernahme für den geplanten Waldkindergarten – alles Beschlüsse der nichtöffentlichen Maisitzung, die nun bekannt gegeben wurden.

Freuen darf man sich in Obermässing, wo es grünes Licht für den Start der Dorferneuerung Mitte Mai 2021 gibt. Sie beinhaltet auch Maßnahmen in Hofberg, Österberg, Kleinnottersdorf und Viehhausen.

Wieder Regelbetrieb

Nicht zuletzt konnte Preischl verkünden, dass im Rathaus ab ersten Juli wieder "Regelbetrieb" bezüglich des Parteienverkehrs herrscht. Die Öffnungszeiten sind dann wieder täglich von 8.30 bis 13 Uhr sowie an Donnerstagen zusätzlich von 14 bis 17.30 Uhr. Zudem können Termine telefonisch vereinbart werden.

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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