-0°

Donnerstag, 14.11.2019

|

Grundschule Hilpoltstein: Eine Stunde soll viel bewirken

Ehrenamtliche wollen sozial schwache Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen. - 28.09.2019 15:32 Uhr

Die Personen: Dorothea Pille (Integrations-Lotsin Kontaktstelle Bürger-Engagement „Für einander“), Peter Benz (Rektor Grundschule Hilpoltstein). © Foto: Tobias Tschapka


Benachteiligt. Das heißt, dass die Kinder entweder aus ausländischen oder sozial schwächeren deutschen Familien stammen – und damit geringere sprachliche Kompetenzen haben. Peter Benz, der Rektor der Hilpoltsteiner Grundschule, erklärte sich sofort bereit, das Projekt zu unterstützen und Räumlichkeiten für die Hausaufgabenbetreuung zu Verfügung zu stellen.

16 Menschen machen mit

Mit Dorothea Pille, Integrations-Lotsin der Kontaktstelle, verfasste er zum Schuljahresbeginn einen Brief in einfacher Sprache an die Familien mit Migrationshintergrund, um für das ehrenamtliche Projekt Werbung zu machen. Mit Hilfe der Tageszeitung wurde nach Hausaufgabenhelfern gesucht. "Wir freuen uns sehr, dass sich bereits 16 Personen gemeldet haben, die mitmachen wollen", sagt Pille.

Im Hilpoltsteiner Asylhelferkreis seien wichtige Erfahrungen zur Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder gesammelt worden. "Jetzt wollen wir unser Angebot auch für alle anderen Kindern mit Migrationshintergrund öffnen", so Pille. Eine gute Idee, findet Benz. Schließlich hätten 20 Prozent aller Grundschüler in Hilpoltstein einen Migrationshintergrund. "Auf unseren Brief gibt es bis jetzt 13 Rückmeldungen, darunter unter anderem Familien aus der Türkei, Italien, Albanien oder Spanien".

Benz stellt klar, dass man mit diesem neuen Angebot nicht in Konkurrenz zur bereits bestehenden Hausaufgabenbetreuung im Kinderhort treten wolle. "Die Kinder, die dort bereits betreut werden, bleiben natürlich beim Hort", so Benz.

Ein bunter Haufen

Man werde nach Rücksprache mit den Lehrkräften Klassenzimmer zur Verfügung stellen, in denen direkt im Anschluss an den normalen Unterricht die Hausaufgabenbetreuung stattfinden werde: "Voraussichtlich wird diese nicht länger als eine Stunde dauern, entsprechend dem Richtwert der Grundschulordnung, dass die Hausaufgaben bei einem durchschnittlichen Schüler beziehungsweise einer Schülerin normalerweise nicht länger als eine Stunde in Anspruch nehmen sollten."

In der kommenden Woche findet ein Einführungsgespräch für die Ehrenamtlichen statt. "Unter den Interessierten haben viele einen pädagogischen Hintergrund, haben sich bereits beim Helferkreis als Hausaufgabenhelfer betätigt oder verfügen über eine Zusatzqualifikation als Sprachbegleiter", so Pille. Ein "bunter Haufen" aus Frauen, Männern und sogar Kindern im Alter von elf bis 80 Jahren habe sich bereiterklärt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Bei dem Einführungsgespräch werden auch Vertreter des Rother Asyl-Cafés von ihren Erfahrungen berichten, wo es schon länger eine Hausaufgabenbetreuung gibt.

Theoretischer Input

"Wenn das Ganze angelaufen ist, werden wir alle zwei bis drei Monate auch ein Gespräch sowohl mit den Ehrenamtlichen als auch mit den Eltern der Kinder führen, wie es läuft", so Pille. Geladene Referenten könnten weiteren theoretischen Input für diese Aufgabe geben. Laut Benz entbinde das Angebot einer Hausaufgabenbetreuung die Eltern nicht vor der Verantwortung. "Die liegt nach wie vor bei den Eltern", machte er deutlich – eine Tatsache, die den Druck von den Ehrenamtlichen nehmen würde.

InfoAuch Spätentschlossene können sich noch melden, wenn sie Kindern mit Migrationshintergrund – bei bestehender Kapazität ab Weihnachten auch für Kinder aus deutschen Elternhäusern – bei ihren Hausaufgaben helfen wollen.

Infos bei Dorothea Pille unter Telefon (09171) 81-1360 oder per E-Mail an dorothea.pille@landratsamt-roth.de.

 

tts E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Hilpoltstein